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Ärger um Fußball in England : „Die Mehrheit der Spieler hat Angst“

  • Aktualisiert am

„Ziemlich nervös und besonders vorsichtig“: Sergio Agüero freut sich nicht über einen möglichen Neustart in England. Bild: Picture-Alliance

Wie die Bundesliga drängt die Premier League trotz der Corona-Krise auf einen Neustart. Die Spieler aber freuen sich darüber nicht allesamt. Ganz im Gegenteil. Nun erklärt einer, wie groß die Bedenken sind.

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          Nicht nur der argentinische Fußball-Nationalspieler Sergio Agüero steht einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Premier League sehr skeptisch gegenüber. „Die Mehrheit der Spieler hat Angst, weil sie Kinder und Familien haben“, sagte der Stürmer von Manchester City dem argentinischen Fernsehsender El Chiringuito. Der 31-Jährige gab zu, auch Angst zu haben.

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          In England ruht wegen der Corona-Pandemie seit dem 13. März der Ball. „Ich habe Angst, aber ich bin hier mit meiner Freundin, und ich werde mit niemandem sonst Kontakt haben“, kommentierte Agüero den Status quo. Er sagte weiter, er und seine Teamkollegen würden „ziemlich nervös und besonders vorsichtig“ sein, wenn sie auf den Platz zurückkehren würden. „Wenn eine Person krank ist, werden wir denken, was passiert hier?“, meinte der 31-Jährige. Er hoffe, dass bald ein Impfstoff gefunden wird, „damit alles endet.“

          Auch Fußballprofi Glenn Murray hat große Bedenken. „Wir sprechen über Männer aus der ganzen Welt, die möglicherweise die Krankheit in sich tragen. Es gibt so viele Vorbehalte“, sagte der Stürmer von Brighton & Hove Albion der BBC. Er wolle seine Kinder nicht gefährden. „Einige Fußballer haben neugeborene Kinder, die möglicherweise anfälliger für die Krankheit sind. Einige leben bei älteren Eltern. Es ist eine wirklich schwierige Situation, sich zu einigen.“

          Laut der BBC sollen die Fußballer für die Weiterführung der Saison zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet und jeden Tag auf Symptome untersucht werden. Dazu kommen strenge Hygieneregeln. Nach Informationen des „Guardian“ haben einige Klubs bereits in Geräte investiert, die innerhalb von zweieinhalb Stunden ein Ergebnis liefern sollen. Auch das Tragen einer Gesichtsmaske soll diskutiert werden. „Das ist lächerlich“, sagte der 36-jährige Murray. Er verstehe den Wunsch der Öffentlichkeit nach einer Saisonfortsetzung: „Das muss aber auf vernünftige Weise und zur richtigen Zeit und so geschehen, dass alle sicher sind.“

          Gespräche der 20 Premier-League-Klubs über eine Fortsetzung sind am Freitag ohne neues Ergebnis verlaufen. Die Vereine hätten über vorliegende Informationen zum sogenannten „Project Restart“ diskutiert, teilte die Liga nach der gemeinsamen Videokonferenz mit. Die Klubs bekräftigten abermals das gemeinsame Ziel, die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison zu Ende zu spielen. Das soll nach Medienberichten in wenigen ausgewählten Spielstätten ohne Publikum passieren. Laut „The Sun“ und „Daily Mail“ gelten die Stadien von West Ham United und dem FC Arsenal in London sowie die Arena von Manchester City als wahrscheinliche Austragungsorte.

          „Wir werden nur mit Zustimmung der Regierung, unter fachkundiger ärztlicher Beratung und nach Rücksprache mit Spielern und Managern zum Training und zu den Spielen zurückkehren“, hieß es. Am Freitagmorgen hatte erstmals eine medizinische Arbeitsgruppe der Regierung getagt, die sich auf die Rückkehr des Spitzensports in Großbritannien spezialisiert.

          Der englische Fußball-Ligapokal könnte nach einem Bericht der „Daily Mail“ in der kommenden Saison gestrichen werden. Grund dafür sind laut der Zeitung Überlegungen, die Premier League in Folge der Coronavirus-Pandemie für eine Spielzeit von 20 auf 23 Teams aufzustocken, falls die laufende Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. Mit dann 44 Saisonspielen wäre der Terminkalender der Klubs im nächsten Jahr noch voller und die Fußballsaison länger.

          Der Ligapokal genießt in England einen deutlich geringeren Stellenwert als der renommierte FA Cup und könnte deshalb ausfallen. Spekuliert wird angeblich über eine Lösung, bei der es keine Absteiger aus der Premier League gibt, während die Aufsteiger aus der zweitklassigen Championship über ein „leistungsbasiertes Punktesystem“ ermittelt würden. In der Spielzeit 2021/22 würden dann sechs Klubs absteigen.

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