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0:6-Debakel gegen Spanien : „Die schlimmste Nacht meiner Karriere“

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Die kroatischen Spieler sind enttäuscht nach der 0:6-Niederlage gegen Spanien. Bild: Reuters

Schmach für den WM-Zweiten Kroatien, gelungener Neuanfang für Spanien: La Roja fegt Modric, Rakitic & Co. vom Platz. Zwei Monate nach dem WM-Finale ist in Kroatien jede Euphorie dahin.

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          Wie schnelllebig der Fußball sein kann, musste Zlatko Dalic schmerzhaft erfahren. „Das war die schlimmste Nacht meiner Karriere“, sagte der sichtlich deprimierte Trainer des Weltmeisterschaftszweiten Kroatien nach dem 0:6-Debakel in der Nations League in Spanien. Bei ihrem ersten Pflichtspiel knapp zwei Monate nach dem grandiosen WM-Auftritt war die Auswahl um Europas Fußballer des Jahres Luka Modric und Ivan Rakitic in Elche demontiert worden. Und das von einem Team, das in Russland zunächst einen chaotischen Trainerwechsel erlebt und sich anschließend schon im Achtelfinale gegen den Ausrichter sang- und klanglos verabschiedet hatte.

          „Guten Morgen Kroatien! Ein schmerzhaftes Erwachen nach dem größten Scheitern der Geschichte“, kommentierte die Zeitung „Jutarnji List“ am Mittwoch. „Vor zwei Monaten haben wir ein Märchen erlebt, aber diese Niederlage war eine Bruchlandung.“ Das Boulevardblatt „24Sata“ urteilte, das Debakel werde möglicherweise „helfen, auf den Boden zurückzukehren“. Die Zeitung „Vecernji List“ titelte „Schock in Elche“ und sah „eine spanische Lektion für den Vize-Weltmeister“.

          Trainer Dalic sprach nach der schlimmsten Pleite der kroatischen Fußball-Geschichte von einer „Tragödie“. „Man hat gesehen, was passiert, wenn wir nicht als Mannschaft auftreten“, kritisierte er. Sein Star Modric räumte ein, es sei „ein sehr trauriger Tag für uns alle.“ Die Ernüchterung in Kroatien ist groß, zwei Monate nach dem WM-Finale gegen Frankreich ist mittlerweile jede Euphorie dahin.

          Deprimiert: Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic

          Spaniens Medien dagegen waren voll des Lobes. Die Fachzeitung „AS“ titelte am Mittwoch: „So macht es Spaß!“ Das Konkurrenzblatt „Marca“ feierte den Kantersieg vier Tage nach dem 2:1-Triumph von La Roja im Wembley-Stadion gegen England mit einem langgezogenen „Bravoooooo!“ „Mundo Deportivo“ sah ein „Konzert“, ein „Spektakel“ und eine „Fiesta“. „Diese Mannschaft macht große Hoffnung“, hieß es. Bei „Sport“ war groß zu lesen: „Die Zukunft ist schon da.“ Sogar Neu-Nationaltrainer Luis Enrique, der mit Lob sehr sparsam umzugehen pflegt und auch nach Siegen oft mürrisch vor die Presse tritt, war dieses Mal sichtlich entzückt. „Heute war ein spektakulärer Tag, den wir so nie erwartet hätten“, sagte er mit leuchtenden Augen. Die Konkurrenz warnte der seit Juli amtierende Coach: „Wenn Spanien so spielt, ist es kaum zu stoppen.“

          Die Spanier, die ihre Gruppe der Nations League A vor dem nächsten Duell am 15. Oktober gegen England in Sevilla unangefochten anführen, setzten sich vor 33.372 Zuschauern im ausverkauften Estadio Martínez Valero dank der Treffer von Saúl Níguez (24. Minute), Marco Asensio (33.), Lovre Kalinic (35./Eigentor), Rodrigo (49.), Sergio Ramos (57.) und Isco (70.) durch. Die Fans bejubelten den Trainer bei dessen erstem Auftritt vor heimischen Publikum mit Gesängen. Dabei war die Verpflichtung Enriques als Nationalcoach von einigen voller Argwohn beobachtet worden. Es wurde vor allem in Madrid befürchtet, dass der ehemalige Barcelona-Trainer den Teamkollegen des deutschen Nationaltorwarts Marc-André ter Stegen den Vorzug geben würde. Doch Enrique überraschte alle: Mit Dani Carvajal, Nacho, Isco, Sergio Ramos, Dani Ceballos und Marco Asensio lief die Selección erstmals seit 2002 wieder mit sechs Profis von Real Madrid auf.

          Der Neuanfang nach dem Rücktritt von Andrés Iniesta und Gerard Piqué gelang. Die Euphorie ist groß, doch es gibt auch Frust. Bei der WM war Spanien unter Fernando Hierro, der wenige Tage vor WM-Beginn den geschassten Julen Lopetegui als Trainer ersetzen musste, schon im Achtelfinale im Elfmeterschießen am Ausrichter Russland gescheitert. „Der kolossale Auftritt des Teams von Luis Enrique öffnet wieder die WM-Wunde“, schrieb Kolumnist Elías Israel in „AS“. Es werde allen klar, was für eine Chance man mit „all diesen Superkickern verpasst“ habe. Auch „El Mundo“ haderte mit dem Schicksal: „Wenn die WM nur jetzt wäre“, lautete am Mittwoch die Schlagzeile des Blattes.

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