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Kroatiens Anführer : Luka Modric ist Weltfußballer des Jahres 2018

  • Aktualisiert am

Der kroatische Fußballspieler Luka Modric auf der Fifa-Gala in London Bild: dpa

Luka Modric setzt sich bei der Wahl zum Weltfußballer gegen Ronaldo und Salah durch. Der Portugiese ist erst gar nicht nach London gekommen. Und der ägyptische Star Salah darf sich trotzdem freuen.

          Luka Modric hat als großer Triumphator des WM-Jahres eine Weltfußballer-Ära beendet. Nach je fünf Titeln für Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wurde der kroatische Vize-Weltmeister als erster anderer Star seit 2007 mit der begehrtesten Einzelauszeichnung seiner Sportart geehrt. Der 33-Jährige von Real Madrid, der schon zum besten Spieler der WM und zu Europas Fußballer des Jahres gekürt worden war, setzte sich bei der FIFA-Gala am Montagabend in London gegen den wieder einmal durch Abwesenheit glänzenden Portugiesen Ronaldo und den Ägypter Mohamed Salah durch.

          „Das war eine unglaubliche Saison, die beste Saison in meinem Leben. Ich bin sehr stolz. Ich werde mich mein ganzes Leben daran erinnern“, sagte Modric im FIFA-Interview vor der Entscheidung auf dem grünen Teppich. Seine WM-Künste übertrafen die 15 Champions-League-Treffer von Ronaldo beim gemeinsamen dritten Königsklassen-Triumph in Serie.

          Messi, der den Titel in den vergangenen zehn Jahren mit Ronaldo unter sich ausgemacht hatte, schaffte es erstmals seit 2006 nicht in die Top 3. Ein deutscher Spieler war nicht in den Top 10 nach dem Debakel bei der Weltmeisterschaft, die auch Ronaldo und Messi nicht wie gewünscht prägen konnten.

          Ronaldo bei der Gala abwesend

          In vier der vergangenen fünf Jahre war Glamour-Fußballer Ronaldo mit der prestigeträchtigen Weltfußballer-Trophäe bedacht worden. Dreieinhalb Wochen nach seiner Niederlage bei der Wahl von Europas Besten hätte Ronaldo auch in der Royal Festival Hall vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Nationalteammanager Oliver Bierhoff wieder nur Modric gratulieren können. Da blieb er der Ehrung seines langjährigen Mitspielers wie schon in Monaco fern. Aus terminlichen Gründen, wie sein neuer Club Juventus Turin verlauten ließ.

          Nicht der Königsklassen-Supertorjäger Ronaldo oder der Premier-League-Torschützenkönig Salah vom FC Liverpool, der für das schönste Saisontor ausgezeichnet wurde, stehen an der Spitze der Einzelkönner im Weltfußball, sondern ein Mittelfeldstratege. „Modric lenkt das Spiel. Wenn er eine Entscheidung fällt, ist es die richtige Entscheidung“, rühmte der Weltfußballer von 1992, der Niederländer Marco van Basten.

          „Seele und Herz“ eine Mannschaft seien Spieler wie Modric, urteilte der frühere brasilianische Weltmeistercoach Carlos Alberto Parreira. Für Bayern-Coach Niko Kovac ist die Ehrung des Landsmannes einfach „fantastisch“. Mit 31 und 33 Jahren ist die Zeit von Messi und Ronaldo noch nicht vorbei. Aber der Londoner Abend deutete an, dass eine neue Zeitrechnung beginnen könnte. Dann aber wohl auch ohne den ebenfalls schon 33-jährigen Modric.

          Modric, dreimal nacheinander und insgesamt viermal Champions-League-Gewinner mit Real, hatte die Kroaten bei ihrem furiosen WM-Auftritt ins Endspiel geführt. Frankreich um den 19-Jährigen Kylian Mbappé, ein Kandidat für künftige Weltfußballer-Meriten, war dann beim 2:4 eine Nummer zu groß.

          Didier Deschamps ist bester Trainer

          Ausgezeichnet wurden auch der Belgier Thibaut Courtois als bester Torhüter des Jahres. Der 26 Jahre alte Keeper, der in diesem Jahr vom FC Chelsea zu Real Madrid gewechselt war, wird damit Nachfolger vom Italiener Gianluigi Buffon. Dieser hatte die Auszeichnung im vergangenen Jahr bei ihrer erstmaligen Verleihung gewonnen. Die drei herausragenden Torhüter wurden von einer Jury aus FIFA-Legenden aufgrund ihrer Leistungen in der Zeitspanne vom 3. Juli 2017 bis 15. Juli 2018 ausgewählt. Neben dem Belgier waren der Franzose Hugo Lloris und der Däne Kasper Schmeichel nominiert.

          Didier Deschamps wurde zum Welttrainer des Jahres gewählt. Der 49 Jahre alte Trainer, der im Sommer mit Frankreich den WM-Titel gewonnen hatte, setzte sich gegen seinen Landsmann Zinédine Zidane und den kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic durch. Zidane gewann mit Real Madrid zum dritten Mal nacheinander die Champions League. Dalic wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland mit seiner Auswahl Zweiter hinter den Franzosen.

          Als bester Trainer einer Frauen-Auswahl wurde Reynald Pedros – ein weiterer Franzose – ausgezeichnet. Er hatte mit Olympique Lyon sowohl den nationalen Titel als auch die Champions League gewonnen.

          Mo Salah schießt schönstes Tor des Jahres

          Mohamed Salah vom FC Liverpool wurde mit dem „Puskas Award“ für das schönste Tor der Saison ausgezeichnet. Der 26 Jahre alte Ägypter erhielt den Preis für seinen Treffer beim 1:1 gegen den FC Everton im Dezember 2017. Salah wurde in der vergangenen Saison Torschützenkönig in der Premier League.

          Zu den zehn ausgewählten Traumtoren zählte auch der WM-Treffer von Benjamin Pavard. Der Verteidiger vom VfB Stuttgart hatte bei Frankreichs Achtelfinal-Erfolg gegen Argentinien getroffen.

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