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Liverpool gegen Atletico : „Mehr Leid und Tod“

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Fragwürdiges Spektakel: Champions League vor vollem Haus in Liverpool, während in anderen Stadien bereits Spiele abgesagt oder Zuschauer ausgesperrt waren. Bild: AP

41 zusätzliche Corona-Tote könnten mit der Austragung des Spiels zwischen Liverpool und Atletico am 11. März in Verbindung gebracht werden, beklagt der britische Wissenschaftler Tim Spector.

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          Der britische Wissenschaftler Tim Spector hat die Austragung des Rückspiels im Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Liverpool und Atletico Madrid (2:3 nach Verlängerung) aufs Schärfste verurteilt. Das Fußballmatch, das am 11. März vor 52.000 Zuschauern an der Anfield Road ausgetragen wurde, habe genauso wie die Pferderennen beim Cheltenham Festival „mehr Leid und Tod“ durch das Coronavirus verursacht, sagte Professor Tim Spector an diesem Dienstag der BBC.

          Spector, der das größte Covid-19-Tracking-Projekt in Großbritannien leitet, sah eine „Vervielfachung“ der lokalen Fallzahlen nach den beiden Veranstaltungen. Zu den Rennen in Cheltenham im Südwesten Englands waren zwischen dem 10. und 13. März mehr als 250.000 Zuschauer gekommen.

          Ende März gehörten Liverpool und Cheltenham schon zu den am stärksten betroffenen Gebieten in England. Die britische Regierung hatte den Besuch der Veranstaltungen genehmigt, während andere Länder ähnliche Events zur gleichen Zeit absagten.

          „Sportveranstaltungen hätten mindestens eine Woche früher abgesagt werden müssen, weil sie mehr Leid und Tod verursachten, was sonst nicht eingetreten wäre“, sagte Spector.

          Das Unternehmen Edge Health, das Daten für das britische Gesundheitssystem NHS analysiert, kam zu der Schätzung, dass die Champions-League-Partie mit „41 zusätzlichen Todesfällen“ in umliegenden Krankenhäusern zwischen 25 und 35 Tagen danach in Verbindung gebracht werden könne.

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