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Korrupte Funktionäre? : Uefa setzt zyprischem Funktionär Ultimatum

  • Aktualisiert am

Schwere Vorwürfe: Spyros Marangos Bild: dpa

Ging es bei der EM-2012-Vergabe an Polen und die Ukraine nicht mit rechten Dingen zu? Ein zyprischer Funktionär spricht von Korruption. Die Uefa fordert nun Beweise. Die hätte sie wohl schon früher erhalten können. Doch ein Treffen wurde abgesagt.

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          Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat einem zyprischen Funktionär bis Mittwoch Zeit gegeben, seinen Vorwurf der Bestechlichkeit von Uefa-Exekutivmitgliedern zu belegen. Dies teilte der Dachverband am Montag mit. Sollten bis dahin keine Beweise vorgelegt werden, behält sich die Uefa rechtliche Schritte vor. Es geht um den von Spyros Marangos, dem ehemaligen Schatzmeister des zyprischen Verbandes, erhobenen Vorwurf der Korruption im Zusammhang mit der Vergabe der Europameisterschaft 2012 an Polen und die Ukraine.

          In einer Anwaltskanzlei aus Limassol, die ukrainische Interessen vertreten habe, seien Mitglieder der Uefa-Exekutive „mit erheblichen Geldbeträgen“ bestochen worden, behauptete Marangos im „Kicker“. Er versichert, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, über entsprechende schriftliche Zeugenaussagen zu verfügen. Ausgeschüttet worden seien rund elf Millionen Euro; die größte Tranche an einen der vier gekauften Funktionäre habe 3,15 Millionen Euro betragen.

          Die Uefa hatte im April 2007 in Cardiff die EM 2012 mit 8:4 Stimmen an das osteuropäische Duo vergeben, der hohe Favorit Italien scheiterte, die Gemeinschaftsbewerbung von Ungarn/Kroatien war chancenlos. Marangos wirft der Uefa und dessen Präsidenten Michel Platini (Frankreich) vor, sich nicht ernsthaft mit seinen Anschuldigungen auseinanderzusetzen. Er hatte offenbar schon im Sommer Kontakt zum damaligen Chef der Uefa-Disziplinarabteilung, Peter Limacher. Ein vereinbartes Treffen sagte Limacher aber kurzfristig ab.

          Limacher lässt sein Uefa-Amt inzwischen ruhen. Er hatte den FC Bayern München durch falsche Manipulationsanschuldigungen ins Zwielicht gebracht und war dadurch selbst in die Kritik geraten. Warum Limacher auf eine möglicherweise erhellende Begegnung mit Marangos verzichtete, ob er das Treffen selbständig oder im Auftrag absagte, ob es sich um Sorglosigkeit oder den Versuch der Vertuschung handelt, all diese Fragen lassen sich gegenwärtig noch nicht beantworten.

          Der europäische Dachverband wies am Montag den Vorwurf der Vertuschung zurück. Man habe wiederholt nach Beweisen gefragt. Sollte dies jetzt nicht geschehen, will sich die Uefa gegen diese „diffamierenden Erklärungen“ zur Wehr setzen. Doch die Uefa ist unter Druck. Nun nur die Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Belastungszeugen und die Aussagekraft der angeblichen Belege in Zweifel zu ziehen, reicht nicht mehr. Die Uefa muss mehr Einsatz als Aufklärer zeigen.

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