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„freekickerz“-Gründer Hert : Der erfolgreichste Fußball-Youtuber der Welt

Keine Berührungsängste: Konstantin Hert hat es mittlerweile auch mit Stars wie Thomas Müller zu tun. Bild: freekickerz

Elfmeterschießen gegen Lewandowski, Freistöße à la Ronaldo: Mit seinen Tipps und Tricks über die Welt des Fußballs macht Konstantin Hert auf Youtube Millionen Klicks und verdient sehr gut. Trotzdem hat er bald ein Problem.

          5 Min.

          Sein Elfmeterschießen gegen Robert Lewandowski hat Konstantin Hert souverän gewonnen. Auch Roman Weidenfeller hat er schon einen Strafstoß in den Winkel gejagt, dazu mit Marco Reus über Freistöße gefachsimpelt und mit Thomas Müller Trick-Schüsse geübt. Allein gegen Cesc Fàbregas vom FC Chelsea hat Hert ein Duell verloren – aber da waren die Platzverhältnisse auch schwierig. Nein, Konstantin Hert ist nicht der neue Stern am strahlenden Superstar-Himmel des Fußballs. „Konzi“, wie er genannt wird, ist Youtuber. Einer der erfolgreichsten in Deutschland.

          Sebastian Reuter
          Leitender Redakteur vom Dienst.

          Von seiner Wohnung aus, in einem etwa dreißig Kilometer südlich von Stuttgart gelegenen Dorf, betreibt Hert den weltweit größten Fußballkanal, den es auf der Videoplattform im Internet gibt. Die „freekickerz“ - so der Name des Channels - haben mehr als 3,8 Millionen Abonnenten, und das überall auf der Welt. Tendenz steigend.

          In einer Liga mit Pay-TV-Sender Sky

          Allein seit Beginn dieses Jahres sind etwa 300 000 neue dazu gekommen. Zum Vergleich: Der Pay-TV-Sender Sky, der seine Zuschauer mit exklusiven Fußball- und sonstigen Sportübertragungen lockt, hat in Deutschland etwa 4,5 Millionen Abonnenten. „Als ich vor dreizehn Jahren mit meinem Camcorder das erste Mal ein Video gedreht und geschnitten habe, hätte ich mir so eine Geschichte nicht mal erträumt“, sagt Hert. „Aber okay, damals gab es auch noch kein Youtube.“

          In den Filmen, die Hert auf dem 2005 gegründeten Videoportal hochlädt, geht es häufig um sogenannte „Challenges“, in denen die „freekickerz“ gegen Bundesligaprofis wie den Hoffenheimer Kevin Volland oder internationale Stars der Kategorie Fàbregas zu Freistoß- oder Elfmeterduellen antreten. Der Kontakt kommt über die jeweiligen Sponsoren zustande.

          Mit Kamera auf dem Fußballplatz: Die „freekickerz“ filmen aus allen Lagen Bilderstrecke
          Mit Kamera auf dem Fußballplatz: Die „freekickerz“ filmen aus allen Lagen :

          Mindestens einmal im Monat gibt es zudem den Test eines neuen Fußballschuhs oder eines Balls. Und ab und an zerlegt Hert auch die Schusstechnik verschiedener Stars in ihre Einzelteile. Dann erklärt er in fünf Schritten, wie man lernt, seine Freistöße in etwa so gut wie Nationalspieler Reus zu schießen.

          Für die Produktion solcher Videos nimmt sich „Konzi“ mitunter mehr als einen Monat Zeit. Mit dem BVB-Profi hat sich Hert am Rande einer Veranstaltung in Barcelona über dessen Technik unterhalten, ihn dann aus mehreren Perspektiven gefilmt und sich zudem zahlreiche Freistöße aus Bundesligaspielen angesehen. „Wahrscheinlich weiß ich besser um seinen Schuss Bescheid als Marco Reus selbst“, sagt Hert.

          Die Schuhe lässt er von sechs Personen, meist begabten Hobbyfußballern aus Herts Bekanntenkreis, testen und bewerten - so verspricht er den Herstellern, die ihre Produkte zur Verfügung stellen, Objektivität und bewahrt sich seine Unabhängigkeit. Seine Expertise hat er sich dabei im Laufe der Jahre und Hunderter Videos erarbeitet.

          Angefangen hat alles kurz vor der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland – mit einem zehn Sekunden langen Video, in dem ein Freistoß von einem Pfosten an den anderen und von dort aus ins Tor fliegt. Auf seiner privaten Youtube-Seite veröffentlichte Hert damals von Katzenvideos bis hin zu kurzen Filmchen über schnelle Autos alles Mögliche.

          Doch die Clips über Tipps und Tricks auf dem Bolzplatz faszinierten ihn immer mehr. Am Ende einer durchzechten Nacht fasste Hert am Neujahrsmorgen 2010 den Entschluss, seine Videos der fußballbegeisterten Youtube-Welt fortan unter dem Label „freekickerz“ zu präsentieren. „Ich hatte damals noch keine Ahnung, dass man damit auch Geld verdienen kann. Aber es hat mir Spaß gemacht, Filme zu schneiden und zu sehen, dass die Menschen das gut finden“, sagt Hert.

          Die ersten Monate änderte sich zunächst wenig. Doch dann wurde das Video vom Test des damaligen WM-Balls „Jabulani“ innerhalb der ersten zwei Wochen über 100.000 Mal angesehen. Herts Kanal hatte plötzlich über 1000 Abonnenten, und die „freekickerz“ wurden ins Partnerprogramm von Youtube aufgenommen. „Das war das erste Mal, dass wir über Gema-Gebühren und Werbeeinnahmen nachgedacht haben“, sagt Hert. Anfangs betrug der Umsatz zwar weniger als 70 Euro im Monat, doch ein Sponsorenvertrag mit einem Ausrüster sowie die weiter wachsenden Abonnenten- und Klickzahlen ließen die Einnahmen rasch steigen.

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