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Kongress des Weltverbandes : Fifa-Reformchef kritisiert Fußball-Europa

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„„Dass diese Entscheidung nochmals verschoben wurde, ist natürlich unglücklich“: Mark Pieth Bild: REUTERS

Die Fifa will über eine Amtszeitbeschränkung und Altersgrenze für Topfunktionäre erst 2014 entscheiden. Mark Pieth macht gegenüber der F.A.Z. die Uefa mit verantwortlich für die Verschleppung. Eine fragwürdige Position bezieht Michel Platini.

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          Der Vorsitzende der unabhängigen Governance-Kommission beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) macht abermals die Europäische Fußball-Union (Uefa) mit verantwortlich für die Verschleppung der Fifa-Reformen. „Ja, es gibt Widerstand gegen die Reform, er kommt allerdings von Verbänden der Hochkorruptionsländer in Europa und anderswo. Die fehlende Sensibilität für den Reformbedarf ist aber auch schlicht auf kurzfristige Eigeninteressen zurückzuführen“, sagte der Schweizer Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Fifa-Vorstand hatte vor dem Verbandskongress an diesem Freitag auf Mauritius beschlossen, über eine Amtszeitbeschränkung und Altersgrenze für Topfunktionäre erst 2014 zu befinden. „Dass diese Entscheidung nochmals verschoben wurde, ist natürlich unglücklich. Nicht etwa, weil es die wichtigsten Punkte wären, sondern, weil man jetzt die Statutenänderung hätte vorantreiben sollen. Insgesamt halte ich aber das Gerede von Reform gelungen oder gescheitert für schlicht naiv“, sagte Pieth.

          Eine fragwürdige Position bezieht Uefa-Präsident Michel Platini, der sich plötzlich vor dem Kongress als Reformtreiber gibt, obwohl seine Organisation wichtige Forderungen wie eine Amtszeitbegrenzung bislang blockiert. „Die Fifa möchte sich jetzt noch ein Jahr Zeit lassen. Aus Sicht der Uefa ist dies nicht nötig, da schon seit zwei Jahren über diese Fragen diskutiert wird. Die Uefa muss sich auf jeden Fall nicht vorwerfen lassen, dafür verantwortlich zu sein, dass die Fifa-Reformen nun ins Stocken geraten sind“, behauptete Platini auf Mauritius.

          Der Reformprozess leidet verstärkt unter dem Machtkampf zwischen dem umstrittenen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter und Platini, der wohl selbst das höchste Amt im Weltverband anstrebt. Was noch an diesem Freitag beschlossen wird, ist offen. Auch der Basler Strafrechtsprofessor Pieth wird noch zu den Vertretern der 209 Nationalverbände sprechen.

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