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Hitzlsperger und VfB Stuttgart : Ein richtiger Schritt zu wenig

  • -Aktualisiert am

Thomas Hitzlsperger: Konkrete Pläne? Ideen? Noch ist nichts davon zu hören. Bild: EPA

Beim VfB Stuttgart wurde der Sportvorstand gewechselt, nicht der Trainer. Die Abberufung Reschkes war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es war einer zu wenig. Ein Kommentar.

          Wenn es nicht rundläuft im Fußball, werden schnell Personalentscheidungen getroffen. So ist das Geschäft. In der Bundesliga und anderswo. In der Regel trifft es zuerst die Trainer. Sie sind am einfachsten auszutauschen, am schnellsten ersetzbar. Ein neuer Mann an der Seitenlinie kann zwar nicht von heute auf morgen die Spieler besser machen, aber er kann neue Impulse setzen, ein neues taktisches System einführen, das vorhandene Potential zielgerichteter einsetzen. Das kann Erfolg haben.

          Als der VfB Stuttgart im Oktober vergangenen Jahres Tayfun Korkut als Cheftrainer entließ, hatten die handelnden Personen genau diese Hoffnung. Die Mannschaft war mit vier Niederlagen aus sieben Spielen in die Saison gestartet, und nach einem 1:3 in Hannover zogen Sportvorstand Michael Reschke, Präsident Wolfgang Dietrich und der Aufsichtsrat des Vereins gemeinsam die Notbremse. Korkut musste gehen, Markus Weinzierl durfte kommen.

          14 Spiele und zehn Niederlagen später ist klar: Der Trainerwechsel hat nichts gebracht. Der neue Mann an der Seitenlinie hat die Mannschaft nicht entscheidend besser gemacht. Und er wird es wohl auch weiterhin nicht können. Doch anstatt nun auch Weinzierl zu entlassen, haben sich die Protagonisten in Stuttgart zu einer anderen Lösung entschieden. Der Posten des Sportvorstandes ist nicht länger mit Reschke besetzt, stattdessen übernimmt Thomas Hitzlsperger dort die Verantwortung. Der ehemalige Nationalspieler ist ohnehin Präsidiumsmitglied und war bisher Direktor des Nachwuchsleistungszentrums. Sein neuer Vertrag läuft bis Juli 2022. Eine Personalie mit Perspektive also. Die Frage ist nur: Was soll dies jetzt ganz unmittelbar bringen? Wie soll Hitzlsperger der Mannschaft konkret helfen?

          Bei der Vorstellung des neuen Sportvorstandes fielen Präsident Dietrich zu diesen Fragen keine Antworten ein. Er übte sich in Floskeln, sprach von „Überzeugungen“ und davon, dass das alles das Beste für den Verein sei. Hitzlsperger sagte, er werde sich intensiv mit dem Trainer austauschen. Konkrete Pläne? Ideen? Noch ist nichts davon zu hören. Was der VfB braucht, sind Punkte. Punkte gegen den Abstieg. Ob die Mannschaft jetzt aber einfach so besser spielen wird? Das ist zu bezweifeln.

          Hitzlsperger ist ein Fachmann. Einer, der die Bundesliga kennt. Einer, der den VfB kennt. Er bringt vieles mit, um als Manager im Profifußball erfolgreich zu sein, auch weil er klare Worte zumindest hinter den Kulissen nicht scheut, wie zu hören ist. Die Abberufung Reschkes war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es war auch ein richtiger Schritt zu wenig. Es ist weiterhin anzunehmen, dass Weinzierl nach der zu befürchtenden nächsten Niederlage gegen RB Leipzig am kommenden Wochenende trotzdem gehen muss. Ein neuer Sportvorstand und ein neuer Trainer wären tatsächlich eine gute Grundlage, um Grundsätzliches zu verändern in Stuttgart. Unmittelbar wie perspektivisch.

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