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Sponsoring im Fußball : Geschenkter Gaul

Der Junge mit der Gitarre und dem Trikotschriftzug: Ed Sheeran unterstützt Ipswich Town Bild: dpa

Was den Toten Hosen ihre Fortuna ist Ed Sheeran sein Ipswich. Lokale Fans sind ja schon froh, wenn der Sponsor den Verein nicht als Waschanlage gebraucht. Aber was tut der Fußball eigentlich für die Kultur?

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          Das ist ja das Schöne am modernen Fußball: Etliche Fans reagieren inzwischen mit Freude und Erleichterung auf jeden Sponsor, der nicht Geld oder Reputation oder beides wäscht, ob nun im Namen eines Emirs, der Onlinezockerei oder eines Hühnermastimperiums. Hier also, Stichwort Landwirtschaft, die gute Meldung der Woche: Ed Sheeran, bestverdienender Sänger des Vereinigten Königreichs, finanziert die „Tractor Boys“ von Ipswich Town aus dem ländlichen Suffolk als Trikotsponsor.

          Gut, die Idee ist nicht ganz neu, was Sheeran kann, machten die Toten Hosen bei Fortuna Düsseldorf vor zwanzig Jahren. Und bevor nun Nele Neuhaus Eintracht Frankfurt die Kaffeekasse für die erste Champions-League-Saison füllt oder Volker Bruch Union Berlin durchs dritte Erstligajahr bringt – mal anders herum gefragt: Was tut der Fußball eigentlich für die Kultur?

          Oder als Sachaufgabe für daheim beschulte Mittelstufenkinder gefragt: Wie viele wegen Corona ausgefallene Bühnenstücke könnte ein Stadt-, Land- oder auch Bauerntheater mit der Ablösesumme für, sagen wir, Julian Nagelsmann kompensieren? Oh, Moment, ein scharfer Blick auf alle relevanten Regeln des Profifußballs zeigt: Da haben wir gerade Äpfel mit Birnen verglichen. Ein Fall für die Treckerfahrer aus Ipswich? Wir wenden den Blick ab, es gilt Bauernregel Nummer eins des Geschäfts: Es ist die vom Maul des geschenkten Gauls.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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