https://www.faz.net/-gtl-yqqg

Kommentar zum Schalker Sieg : Neuer Stil, neues Spiel

  • -Aktualisiert am

Die neuen Schalker: ein Schub bei allen Bild: AFP

Die rasante Veränderung im Spielstil der Schalker hat sehr viel mit dem neuen Trainer zu tun. Zwar hat Magath seinem Nachfolger eine körperlich fitte Mannschaft hinterlassen. Doch Rangnicks neuer Führungsstil hat für einen Schub bei allen gesorgt.

          2 Min.

          Eines vorweg: Schalke 04 hat das Halbfinale in der Champions League noch nicht erreicht, auch wenn der 5:2-Sieg in Mailand daran kaum noch Zweifel lässt. Aber diese Saison hat gelehrt, das Unmögliche nicht für undenkbar zu halten. Dazu gehört aber auch der Umkehrschluss, den der ein oder andere Schalker Spieler im Überschwang der Freudengefühle formulierte. Wäre das Halbfinale erst einmal erreicht, dann sei alles möglich – und wer will das nicht ausgesprochene Unmögliche nach den Erfahrungen der vergangenen Monate und unter dem frischen Eindruck dieses Schalker Wunders von Mailand schon für undenkbar halten? Jeder Trainer aber hat eine Idee, wie er spielen lassen will, wie er sein Team zum Erfolg führen will. In beiden unterscheiden sich Felix Magath, der Schalke in dieses Viertelfinale geführt, und Ralf Rangnick, der nun auf äußerst sehenswerte Weise einen großen Schritt in Richtung Halbfinale bewältigt hat, entscheidend.

          Den Weg von Magath als völlig falsch zu verteufeln wäre ein leichtfertig gefälltes Urteil – dazu hat der alle Macht an sich reißende Befehlshaber auf der Trainerbank zu großen Erfolg gehabt in der Vergangenheit, selbst beim FC Schalke. Trotzdem ist die rasante Veränderung im Spielstil der Gelsenkirchener in Mailand so frappierend gewesen, dass dieser rauschende Erfolg sehr viel mit Rangnick und der neuen Situation beim FC Schalke 04 zu tun hat. Als Gegenargument taugt nicht einmal der Hinweis, dass viele der Spieler, die nun so auftrumpften, einst von Magath verpflichtet worden waren. Auf der Rückseite der Trikots standen so zwar noch dieselben Namen – aber die, die darin steckten, spielten so, als wären sie plötzlich ganz andere.

          Eine fitte Mannschaft offensiv eingestellt

          An diesem wunderbaren Abend im Giuseppe-Meazza-Stadion ist viel zusammengekommen, was dieses königsblaue Fußballfest möglich gemacht hat. Magath, keine Überraschung, hat seinem Nachfolger eine körperlich fitte Mannschaft hinterlassen. Rangnicks neuer Führungsstil hat zusätzlich für einen Schub bei allen gesorgt, die sich zuvor missachtet, geringgeschätzt oder einfach nur ungehört fühlten. Mit dem abrupten Trainerwechsel hat Schalke ein deutliches Zeichen gesetzt, dass der Klub künftig wieder „etwas mehr Demokratie“ wagen will, was zu einer deutlichen Belebung aller Schalker – auf und neben den Platz – geführt hat. Dazu hat Rangnick das Richtige getan und seine Mannschaft gegen einen überspielt wirkenden Gegner äußerst offensiv eingestellt und damit Inters Schwachstellen offengelegt.

          Gut lachen in Mailand: Schalkes neuer Trainer Ralf Rangnick

          Es spricht für die Schalker, dass sie nach ihrem Triumph nicht gegen ihren ehemaligen Trainer nachtraten. Vielleicht war das auch nicht nötig: Am Samstag kann sich der Neu-Wolfsburger Magath in der Schalker Arena selbst davon überzeugen, ob er sein altes Team noch wiedererkennt. Eines ist sicher: Eine weitere Demonstration der Stärke würde vielen Schalkern einen ganz besonderen Spaß bereiten.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.
          Wenn als Kind Traumata erlebt werden, kann dies zu epigenetischen Veränderungen führen, die Depressionen hervorrufen.

          Wie viele Kinder leiden? : Die angeknackste Psyche der Jugend

          Warum sind in Deutschland doppelt so viele junge Menschen depressiv wie im Rest Europas? Eine große Studie legt das nahe. Doch die Statistik ist trügerisch, was nicht zuletzt auch an den Ärzten liegt.

          Europa League im Liveticker : 2:1 – Frankfurt dreht das Spiel

          Guimarães geht gegen die Eintracht mit einem umstrittenen Tor in Führung, dann aber profitieren die Frankfurter erst von einem Patzer, ehe sie ein zweites Mal treffen. Wer setzt sich am Ende durch? Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.
          Das nächste „große Ding“? Auch IBM forscht im Bundesstaat New York an Quantencomputern.

          Bahnbrechende Technologie : Im Quantenfieber

          Unternehmen treiben die Quantentechnologie voran – nicht nur mit Computern, die Unglaubliches leisten. Thales aus Frankreich will Vorreiter sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.