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Kommentar : Schluchzen in der Tapas-Bar

  • -Aktualisiert am

Eines vorweg, bevor wir auf die Fußball-Länderspiele am Mittwoch näher eingehen: Nicht vermissen auf den Tribünen dieser Welt werden wir die sehr dünne Victoria Beckham mit ihrem künstlichen Haar und der Eulenbrille, nach der sich trotzdem immer die Männer umdrehen.

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          Eines vorweg, bevor wir auf die Fußball-Länderspiele am Mittwoch näher eingehen: Nicht vermissen auf den Tribünen dieser Welt werden wir die sehr dünne Victoria Beckham mit ihrem künstlichen Haar und der Eulenbrille, nach der sich trotzdem immer die Männer umdrehen. Nein, diese menschliche Modeperversion mit Hang zum Konkaven kann in Zukunft gern einsam in ihrem Beckingham-Palace vor sich hin hungern, da hat niemand etwas dagegen. Aber von ihrem Mann David fehlt doch noch mindestens eine wichtige Szene. Er hat sie drauf, wir wissen es: Absolut stilsicher hat er ja bereits nach dem Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft unter bitteren Tränen die Kapitänsbinde abgegeben. Und jetzt soll seine Zeit in der englischen Nationalelf ohne einen einzigen weiteren Schluchzer enden? Nein, das geht nicht. Gegen Griechenland fehlt er auf alle Fälle, doch ein trauriges "Bye-bye, Flankengott!" muß ihm schon noch hinterhergerufen werden. Beckham weiß das. Er will um seinen Platz im Nationalteam kämpfen.

          Das muß auch sein. Die Bilder von der WM in Deutschland verschwimmen ohnehin schon allzu schnell. Das Endspiel liegt noch keine sechs Wochen zurück, und schon ist kaum mehr etwas, wie es war. Nicht nur das Wetter. Die Klinsmänner zum Beispiel gibt es schon nicht mehr. Der Trainer, der doch vor kurzem noch so hingebungsvoll das Deutschlandlied mitgeschmettert hat, sieht keinen Grund mehr, nach Berlin zu jetten, selbst wenn die Nation ihm ohne jeden Leistungsdruck einen Orden verleihen will. Überhaupt waren die Reihen am Montag lückenhaft beim Empfang des Bundespräsidenten in Schloß Bellevue. Ballack fehlte, Huth fehlte, Kehl fehlte, und Kahn fehlte auch, als es zur Verteilung der Silbernen Lorbeerblätter ging. Wo sind sie nur, unsere Prachtburschen? Drei pflegen ihre Verletzungen. Und Kahn will angeblich den Jüngeren nicht die Schau stehlen. Als ob das zwingend so gewesen wäre.

          Nicht, daß es allzu wichtig wäre, aber auch im niederländischen Team ist nicht mehr alles beim alten. Der verhinderte Torjäger van Nistelrooy, hört man, wurde abgesägt - ein spätes Opfer des hölzernen Angsthasen-Fußballs, den ausgerechnet der ehemalige Superstürmer Marco van Basten bei der WM hat spielen lassen. Van Nistelrooy wechselte übrigens vor kurzem zu Real Madrid. Zu Beckham also, so daß die beiden sich nun in der Tapas-Bar treffen und über ihre nationalen Ausbootungen fachsimpeln können. Vielleicht gesellt sich ja ihr Vereinskamerad Ronaldo dazu, der Brasilianer, der bei seinem neuen, zackigen Nationaltrainer Carlos Dunga denkbar schlechte Karten hat. "Wer nicht 100 Prozent Einsatz zeigt, fliegt raus", hat der ehemalige Weltmeister gesagt. Er verzichtet beim Spiel gegen Norwegen nicht nur auf Ronaldo, sondern auch auf Adriano, Ronaldinho und Kaká. Schade. Wo sollen wir nun ähnlich selbstverliebte Arrogantlinge hernehmen? Immerhin haben sie uns während der WM mit ihrer Überheblichkeit köstlich unterhalten. Hoffentlich findet sich bald Ersatz.

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