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Gesitteter als 1988 : Koeman freut sich über Oranje-Party in Hamburg

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Wieder siegreich wie 1988 in Hamburg: Bondscoach Ronald Koeman gewinnt mit Holland. Bild: Reuters

Bondscoach Ronald Koeman genoss seinen erneuten Coup von Hamburg in vollen Zügen. Oranje zeigte beim Sieg über die deutsche Elf eine bärenstarke Vorstellung - und ist in Quali-Gruppe C wieder voll im Geschäft.

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          Ronald Koeman klatschte immer wieder in die Hände. Der niederländische Bondscoach feixte regelrecht und feierte seinen erneuten Hamburg-Coup mit fast kindlicher Freude. „Wir haben hoch verdient gewonnen“, stellte Koeman nach dem spektakulären 4:2 (0:1) gegen den deutschen Erzrivalen fest.

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          Ausgerechnet im Volksparkstadion, jenem Ort also, wo Koeman die Elftal vor 31 Jahren im EM-Halbfinale als Torschütze zum 2:1-Sieg gegen das DFB-Team geführt und damit den Weg zum ersten und bis dato einzigen niederländischen Titel geebnet hatte, setzte er nun als Trainer ein dickes Ausrufezeichen. Sein Team habe „viel mehr getan, um zu gewinnen“ als die deutsche Elf, betonte Koeman.

          Der Jubel fiel diesmal allerdings deutlich gesitteter aus als an jenem Sommerabend im Juni 1988, an dem er sich im Siegesrausch mit dem deutschen Trikot von Olaf Thon den Hintern abgewischt hatte - doch Koemans Stimme überschlug sich fast vor Stolz.

          In der Heimat sorgte der Erfolg, der die erste deutsche Heimniederlage in der EM-Qualifikation seit zwölf Jahren besiegelte, für kollektives Aufatmen. Die leise Befürchtung, Oranje könnte nach der EM-Endrunde 2016 und der WM 2018 das nächste große Turnier verpassen, löste sich erst einmal in Wohlgefallen auf.

          „Fetter Bonus für Oranje nach einer Auferstehung in Hamburg“, schrieb die Tageszeitung Trouw. Und der Telegraaf resümierte: „Koemans dominierende Mannschaft hat viel mehr Inhalt und Qualität als die Deutschen.“

          Lage entspannt

          Mit sechs Punkten und einem Spiel in der Hinterhand hat sich die Lage in Qualifikations-Gruppe C deutlich entspannt. Die Partie am Montag in Tallinn gegen das noch punktlose Estland dürfte nicht mehr als eine Pflichtaufgabe darstellen.

          Fast jeder Schuss ein Treffer: Deutschland bricht in Halbzeit zwei gegen die Niederlande und Donyell Malen ein.

          „Wir hätten für alle anderen Spiele Druck bekommen, wenn wir hier kein Ergebnis erzielt hätten“, sagte Koeman, wohlwissend, dass sein Team am Freitagabend im Volksparkstadion mit dem Rücken zur Wand eine ganz starke Leistung geboten hatte.

          Selbst vom Pausenrückstand ließen sich Oranje-Kapitän Virgil van Dijk und Co. nicht verrückt machen und spielten den deutschen Verteidigern im zweiten Abschnitt phasenweise Knoten in die Beine. Das deutsche Team war mit den Treffern durch Youngster Frenkie de Jong (59.), Joker Donyell Malen (79.) und Liverpools Georginio Wijnaldum (90.+1) sowie das Eigentor von Jonathan Tah (66.) noch gut bedient. Natürlich habe es ihm gefallen, sagte Koeman, „vor allem die zweite Hälfte“.

          Und auch seinen Spielern die Erleichterung, aber auch die Genugtuung über den Sieg im Klassiker deutlich anzumerken. „Das ist ein spezielles Spiel. Es ist sehr wichtig, dass wir die drei Punkte gewonnen haben“, sagte Abwehrchef van Dijk vom FC Liverpool: „Wir waren sehr zuversichtlich und wussten, dass wir dafür ein nahezu perfektes Spiel brauchen würden. Und das haben wir gezeigt, vor allem in der zweiten Halbzeit.“

          Europas Bester: Virgil van Dijk und seine Mannschaft drehen das Spiel.

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