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Saisonstart für 1. FC Köln : „Der Aufstieg ist die einzige Option“

  • -Aktualisiert am

Kölns Torwart Timo Horn will mit seinem Klub wieder in die erste Liga. Bild: dpa

Der 1. FC Köln steht vor einem Neustart in der zweiten Liga. Spieler wie Trainer geben eine klare Marschroute vor. Dennoch steht der Verein unter großem Erfolgsdruck.

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          Der 20. Mai 2017 liegt noch gar nicht so lange zurück, doch die damaligen Ereignisse wirken wie aus einer anderen Welt. Tausende Zuschauer strömten auf den Rasen des Stadions in Köln-Müngersdorf. „Eines Tages wird’s geschehen, und dann fahren wir nach Mailand, um den FC Köln zu sehen“, lautete das Motto der Feier. Nach einem Vierteljahrhundert hatte sich der FC wieder für den Europapokal qualifiziert. Es folgte aber ein Absturz, der den Klub in die zweite Liga brachte. Die Kölner Gegner heißen jetzt Paderborn, Heidenheim und Regensburg statt FC Arsenal oder Roter Stern Belgrad.

          2. Bundesliga

          Das Desaster deutete sich früh an, wurde immer realer und schließlich, zwei Spieltage vor Saisonschluss, durch eine 2:3-Niederlage beim SC Freiburg besiegelt. Der FC, ein Traditionsverein, der zu Beginn des Jahrtausends eine klassische Fahrstuhlmannschaft war, sich dann aber zunehmend stabilisiert hatte, holte nur 22 Punkte und stieg als Tabellenletzter ab. In den ersten 16 Spielen waren die Kölner ohne Erfolg geblieben, Erfolgstrainer Peter Stöger musste noch vor Weihnachten gehen. Die Gründe dafür waren vielfältig. Der Abschied von Torjäger Anthony Modeste, der für den FC 25 Treffer erzielt hatte, konnte nicht kompensiert werden, in der Verteidigung stand man nicht mehr kompakt genug.

          Stöger ist nach seinem Intermezzo in Dortmund inzwischen vereinslos. Sein Nachfolger, Stefan Ruthenbeck, trainiert mittlerweile wieder die U19. Der ehemalige Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke ist seit 1. Juni beim VfL Wolfsburg angestellt. Neue Leute in den Führungspositionen sollen den Klub zurück in die Bundesliga bringen. „Es gibt für uns keine Alternative“, sagte Torwart Timo Horn bei der Saisoneröffnung am vergangenen Sonntag zum Thema sofortiger Wiederaufstieg. „Das ist die einzige Option.“

          Wie es funktionieren kann, haben in der vorvergangenen Saison Hannover 96 und der VfB Stuttgart gezeigt, die direkt ins Oberhaus zurückkehrten. Das hatten allerdings in der Vergangenheit auch andere Vereine vor, die einen Abstieg als Ausrutscher abgetan hatten, aber die Talfahrt nicht stoppen konnten und sich schließlich sogar vom professionellen Fußball verabschiedeten. Oder jene Klubs, die seit Jahren im Mittelfeld der Zweiten Bundesliga hängen. Der VfL Bochum zum Beispiel, Kölns erster Gegner an diesem Samstag (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Fußball-Bundesliga).

          Horn hat dem FC die Treue gehalten, wie auch Nationalspieler Jonas Hector. Ersetzt werden mussten Abgänge wie Leonardo Bittencourt (TSG Hoffenheim), Yuya Osako (Werder Bremen) oder Dominique Heintz (SC Freiburg). Dafür kamen unter anderen Angreifer Louis Schaub, österreichischer Nationalspieler von Rapid Wien, und Lasse Sobiech, Abwehrchef des FC St. Pauli. Mit der Verpflichtung von Dominick Drexler (FC Midtjylland) für vier Millionen Euro hat Köln den teuersten Kauf der aktuellen Transferperiode in der zweiten Bundesliga getätigt. Unter dem neuen Kölner Trainer Markus Anfang hatte Drexler in der vergangenen Saison, wie auch der neue Innenverteidiger Rafael Czichos, für Holstein Kiel gespielt.

          Anfang, 44 Jahre alt und gebürtiger Kölner, hatte mit den Norddeutschen den Aufstieg erst in der Relegation verpasst. Er stellte mit Kiel mit 71 Treffern die beste Offensive der Liga, erzielte die meisten Tore aller Vereine aus dem Spiel heraus, die zweitmeisten nach Kontern. „Er ist ein Trainer, der einer Mannschaft erkennbar eine Handschrift mit auf den Weg geben kann“, ließ sich Armin Veh, Geschäftsführer Sport, bei der Bekanntgabe des neuen Trainers zitieren. „Das hat er in Kiel bereits unter Beweis gestellt. Gerade in der Rückrunde hat er gezeigt, dass er auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich arbeiten kann und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.“

          Die Situation, das Umfeld und der Anspruch sind nun andere. In jede Partie wird der FC als Favorit gehen. „Für mich ändert sich dadurch überhaupt nichts“, sagt Anfang im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir wollen guten Fußball spielen und uns dafür belohnen. Ergebnisse können wir nicht planen, aber wir können mit guten Leistungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, gute Ergebnisse zu erzielen. Die Erwartungshaltung der Leute ist die gleiche, die ich auch an mich selbst habe, nämlich die Spiele zu gewinnen.“

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