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Spielertransfer-Finanzierung : Angriff auf die Fifa

Dubioses Transfergeschäft um Neymar

Die Fifa und der Europäische Fußball-Verband (Uefa) aber wollen diese Praxis in Zukunft aus verschiedenen Gründen verhindern. Auch die internationale Spielergewerkschaft Fifpro ist hier mit im Boot. Alle führen die Befürchtung an, dass die Investoren in gesteigertem Maß Einfluss auf die Vereine nehmen könnten, über Transfers bestimmen, Spieler unter Druck setzen, ihre berufliche Entwicklungsfreiheit begrenzen und damit der gesamten Integrität des Wettbewerbs schaden könnten.

Das Ziel sei letztlich für die renditegetriebenen Geldgeber immer, die Spieler von einem Verein zum anderen zu vermakeln. „Das spricht gegen das Prinzip der Vertragstreue“, sagt DFL-Chef Seifert, der dennoch zu einer differenzierten Betrachtung rät.

Investoren halfen Porto einst beim Kauf von Deco, der den Klub dann zum Champions-League-Sieg führte

Als Negativbeispiel wird von den Verbänden gerne das dubiose Transfergeschäft um den brasilianischen Superstar Neymar genannt, dessen undurchsichtige Investorenstruktur beim Wechsel zum FC Barcelona seit einiger Zeit die spanische Staatsanwaltschaft beschäftigt. Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung. Fifa und Uefa sprechen von der sogenannten „Third Party Ownership“, die sie verbieten wollen. Der Begriff ist allerdings irreführend, weil der Spieler dem Investor keinesfalls gehört. Hundert Prozent der Transferrechte liegen bei dem Verein, an den der Spieler gerade vertraglich gebunden ist.

Nur Klub und der Profi selbst können über einen Wechsel bestimmen. Der Investor erwirbt einen Anteil an einem eventuell anfallenden Transfererlös, es findet in diesem Verhältnis lediglich eine Forderungsabtretung statt. Der Sportbusiness-Experte und Jurist Jochen Lösch spricht von einem „ganz normalen“ Kreditgeschäft. „Die Fifa ist ein eingetragener Verein. Sehr mächtig zwar, aber rein rechtlich betrachtet auf einer Stufe mit dem Kaninchenzüchterverein Wanne-Eickel. Wie sich Vereine finanzieren, ist mit Sicherheit nicht innere Angelegenheit der Fifa. Die neue Regel ist unwirksam“, sagt Lösch.

Der Deutsch-Uruguayer gehört zur Geschäftsführung von Traffic Sports, einem globalen Sportvermarkter mit Hauptsitz in São Paulo. Das Unternehmen hat massive Interessen in diesem speziellen Transfergeschäft und in der Vergangenheit millionenschwere Investorenfonds aufgelegt. In der brasilianischen Liga sind 90 Prozent der Profis so finanziert. Beim Klub Fluminense ist eine große Krankenversicherung Investor bei fast allen Spielerverpflichtungen.

Lösch kennt die Kritik, aber nennt Leute wie den Präsidenten von Sporting Lissabon, Bruno de Carvalho, „Heuchler“, die dem Fußball mehr schaden würden als alle Investoren zusammen. Carvalho hatte die Geldgeber für das Transfergeschäft mit dem argentinischen Nationalspieler Marcos Rojo als „Manipulateure“ bezeichnet und wollte ihnen nach der WM nicht den vertraglich verabredeten Anteil am lukrativen Weiterverkauf zu Manchester United auszahlen.

Investoren suchen Umgehung des Fifa-Verbots

„Man stelle sich vor, der Spieler Rojo wäre im Sommer wertlos gewesen, weil ständig verletzt oder einfach schlecht. Was übrigens für die meisten Spieler gilt, an deren Transfererlösen Investoren Anteile erwerben. Hätte Sporting dann dem Investor das Geld aus dem eigenen Anteil am einstigen Transfer zurückgeben?“, fragt Lösch.

Die Fußballinvestoren suchen schon nach einer Umgehung des Fifa-Verbotes. Wo es geht, beteiligen sie sich jetzt direkt an Vereinen, das erleichtert die Kontrolle über die Transfers. So gehört Traffic in Europa der portugiesische Erstligaklub Estoril Praia. Das Verbot der Fifa zielt an dieser Verlagerung vorbei.

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