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Klub-WM : Inter gewinnt, Mazembe feiert

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Kapitän mit Pokal: Javier Zanetti Bild: dapd

Inter Mailand hat die Klub-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi mit einem 3:0 gegen den kongolesischen Klub TP Mazember gewonnen. Hinterher überrascht Trainer Benitez mit Rücktrittsgedanken. Der wahre Gewinner jedoch sind die Unterlegenen: In Kinshasa wurde das Finale zu einem Fußball-Festtag.

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          Die Titeljäger von Inter Mailand haben kurz vor Jahresende noch einmal zugeschlagen. Mit dem Gewinn der Klub- Weltmeisterschaft in Abu Dhabi legte der Champions League-Sieger aus Italien seinen Fans am Wochenende die fünfte Trophäe in diesem Jahr auf den Gabentisch. „Inter auf dem Dach der Welt“, titelte die Zeitung „La Stampa“ nach dem locker herausgespielten 3:0-Erfolg im Finale über den kongolesischen Außenseiter T.P. Mazembe Lubumbashi.

          Auch den Vorläufer-Wettbewerb der Klub-WM hatte der nächste Königsklassen-Gegner des FC Bayern München zweimal gewonnen: 1964 und 1965 holten die Mailänder den Weltpokal. „In der Geschichte des italienischen Fußballs hat uns das noch keiner vorgemacht. Inter erst in Europa ganz oben, jetzt in der Welt“, sagte Kapitän Javier Zanetti. „Inter demonstriert eine wiedergefundene mentale Solidität. Die Welt gehört Inter, das Jahr 2010 wird für sie unvergesslich sein“, schrieb „La Repubblica“ am Sonntag. Ein früher Doppelschlag durch den Mazedonier Goran Pandev (13. Minute) und Stürmerstar Samuel Eto'o (17.) brachte Inter auf die Siegerstraße. Den letzten Treffer gegen das erste afrikanische Team in einem Klub-WM-Finale steuerte der eingewechselte Jonathan Biabiany (85.) bei.

          Doch in der Stunde des Triumphes forderte Trainer Rafael Benitez Verstärkungen und gab überraschend Rücktrittsgedanken preis. Der Nachfolger von Jose Mourinho bei Inter, der von den Medien für die Talfahrt des Klubs in der Serie A verantwortlich gemacht wurde, ist unzufrieden mit seiner Situation in Mailand. „Ich brauche vier, fünf neue Spieler, und das schnell, um die Konkurrenzsituation zu schüren. Das ist wichtig, um weiterhin um Titel zu kämpfen. Wir können aber auch so wie jetzt weitermachen, ohne ein Projekt vor Augen“, sagte Benitez.

          Auftakt: Pandev trifft zum 1:0

          Er kündigte ein Gespräch mit seinem Berater an. Dort wolle er eine Einigung finden, „falls die Unterstützung nicht da ist“. Benitez hat bei Inter kaum noch eine Zukunft. „Ich bin deprimiert und werde vom Klub im Stich gelassen. Man verspricht mir Spieler, die nicht kommen, und es fehlt an Unterstützung für meine Arbeit.“ Der Rüffel des Klubpräsidenten Massimo Moratti jedenfalls versprach nichts Gutes für den 50-Jährigen. „Das ist nicht der richtige Moment für solche Äußerungen. Wir wollen jetzt unseren Sieg feiern“, sagte der mächtige Vereinsboss.

          Zu enttäuscht ist Moratti von der sportlichen Talfahrt der Lombarden im Alltagsgeschäft. Als Meister, Pokalsieger und Champions-League-Gewinner in die Saison gestartet, beträgt in der Serie A der Rückstand auf den Tabellenführer und Lokalrivalen AC Mailand bereits 13 Punkte, in der Königsklasse reichte es nicht einmal zum Gruppensieg. Bei einer Niederlage gegen den krassen Außenseiter wäre Benitez wohl umgehend gefeuert worden, nun wird der Trainermarkt noch einmal genauer sondiert. Als Favoriten auf die Nachfolge des eher emotionslosen Fußball-Lehrers, der auch bei den Fans nicht so gut ankommt wie sein exzentrischer Vorgänger Jose Mourinho, gelten Englands Nationalcoach Fabio Capello, Luciano Spalletti, Trainer des russischen Meisters Zenit St. Petersburg, und Inters früherer Keeper Walter Zenga, der derzeit den Klub Al Nasr in den Vereinigten Arabischen Emiraten betreut.

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