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Klub-WM : Bayern siegen entspannt weiter

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Lockere Sieger: Ribery (r.) lässt sich loben Bild: REUTERS

Der FC Bayern setzt sich bei der Klub-WM in Agadir mühelos mit 3:0 gegen den chancenlosen chinesischen Meister Guangzhou durch. Die letzte Station zum fünften Titel heißt Marrakesch.

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          Der FC Bayern hat ein langes Jahr hinter sich – und nun auch noch eine letzte Reise vor sich, um 2013 mit dem nahezu größtmöglichen Erfolg abzuschließen. Im Halbfinale der Klub-Weltmeisterschaft setzten sich die Münchner in Agadir ohne große Mühe 3:0 gegen den chinesischen Meister Guangzhou Evergrande durch und können nun am Samstag (20.30 Uhr/ARD) mit einem Sieg im Finale in Marrakesch auch den fünften Titel nach dem deutschen Double aus Meisterschaft und Pokal, dem Sieg in der Champions League und dem Gewinn des europäischen Supercups unter Dach und Fach bringen. Einzig der deutsche Supercup war im Sommer nach einer Niederlage gegen Borussia Dortmund nicht in der Münchner Vitrine gelandet – ein vermutlich durchaus zu verschmerzender Verlust für den deutschen Rekordmeister.

          Bayern-Trainer Pep Guardiola hatte vor der Partie getan, was ein Trainer tun muss – er hatte vor dem Gegner gewarnt, allerdings noch mehr vor dessen Trainer. Der Italiener Marcello Lippi ist schließlich ein ausgewiesener Meister seines Fachs, was auch zwei Bayern-Spieler schon schmerzhaft erfahren hatten. Bei der Weltmeisterschaft 2006 waren Philipp Lahm im Halbfinale mit der deutschen Mannschaft und Franck Ribéry im Finale mit den Franzosen jeweils an den damals von Lippi trainierten Italienern gescheitert.

          Allerdings konnte sich Lippi vor sieben Jahren aufgrund seines Personals taktisch auch mehr einfallen lassen als nun bei diesem ungleichen Kräftemessen. Die Chinesen bauten mehrere Abwehrriegel vor ihrem Strafraum auf, rechneten allerdings vermutlich selbst nicht damit, dass sie die Bayern so würden stoppen können. Hätten sie es getan, hätten sie auch etwas aggressiver verteidigen müssen – so wurde es eine Partie, die ziemlich stark an ein Münchner Vorbereitungsspiel vor der Saison gegen einen klassentieferen Gegner erinnerte, der dem großen Gegenüber bloß nicht weh tun möchte.

          Dann macht es Peng: Ball drin, Zeng am Boden, Tor für die Bayern
          Dann macht es Peng: Ball drin, Zeng am Boden, Tor für die Bayern : Bild: REUTERS

          Trotzdem mussten sich die Münchner vor rund 25.000 Zuschauern in Agadir lange gedulden, ehe die chinesische Mauer tatsächlich Risse bekam. Thiago (6. Minute) und Kroos (25.) waren jeweils noch an Pfosten und Latte gescheitert, ehe Ribéry unter gütiger Hilfe des chinesischen Torhüters Zeng Cheng der Führungstreffer nach 41 Minuten gelang. Guardiola freute es an der Seitenlinie, und in der Pause wird er genug zu tun gehabt haben, die Motivation seiner Mannschaft weiter hoch zu halten. Mandzukic war schließlich in der 44. Minute auch noch das 2:0 gelungen, nachdem gleich drei Bayern einem Gegenspieler am Strafraumeck den Ball abgeluchst hatten und dem Kroaten einen Flugkopfball ermöglichten.

          Das Spray kam zum Einsatz - der Zollstock fehlte

          Entschieden war damit, was ohnehin niemand in Frage gestellt hatte – der europäische Champions-League-Sieger ist tatsächlich eine oder mehrere Klassen stärker als der asiatische Titelträger. Die Torlinientechnik, die der Internationale Fußballverband bei diesem Wettbewerb einsetzt und die auch bei der WM 2014 zu sehen sein wird, war zur Entscheidungsfindung nicht nötig. Selbst der Spray, mit dem Schiedsrichter Bakary Gassama den von ihm festgelegten Abstand der Mauer beim Freistoß markierte, wäre angesichts der einseitigen Verhältnisse kaum nötig gewesen – vielleicht eher ein Maßband, weil der Mann aus Gambia, die nötigen neun Meter stets recht großzügig auslegte.

          Torschütze zum 2:0: Mario Mandzukic
          Torschütze zum 2:0: Mario Mandzukic : Bild: REUTERS

          Götzes Treffer zum 3:0 (48.) bewies, dass Guardiola in der Halbzeit offenbar die richtigen Worte gefunden hatte, der Rest war ein entspanntes Auslaufen mit Ball vor dem finalen Auftritt am Samstag. Dass der Gegner dort Atletico Mineiro heißen dürfte, steht ebenfalls kaum in Frage. Der brasilianische Vertreter, der im anderen Halbfinale an diesem Mittwoch auf Raja Casablanca trifft, wäre die letzte Hürde auf dem Weg zu einem nahezu perfekten Jahr.

          Guangzhou Evergrande - Bayern München 0:3 (0:2)

          Guangzhou Evergrande: Zeng - Zhang, Feng Xiaoting, Kim, Sun - Zhao Xuri (76. Feng Junyan), Zheng, Conca - Huang (46. Rong), Elkeson - Muriqui (72. Gao)
          Bayern München: Neuer - Rafinha, van Buyten, Boateng, Alaba - Lahm - Götze, Kroos (58. Javi Martínez), Thiago, Ribéry (72. Shaqiri) - Mandzukic (75. Pizarro)
          Zuschauer: 27 311
          Tore: 0:1 Ribéry (40.), 0:2 Mandzukic (44.), 0:3 Götze (47.)
          Gelbe Karten: Zhao Xuri / -

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