https://www.faz.net/-gtl-9v0q5

Stimme für Vielfalt im Fußball : „Kein Sexismus, kein Rassismus, keine Kloppereien“

Die erste Ausgabe: Erwin Kostedde (links) war der Namensgeber für das Fan-Magazin. Bild: Erwin

Zwischen „Juden“-Rufen und Hitlergrüßen: Vor 25 Jahren startete das Offenbacher Fan-Magazin „Erwin“ – benannt nach dem ersten dunkelhäutigen Nationalspieler Deutschlands. Was verbirgt sich dahinter? Und was hat sich seitdem getan?

          3 Min.

          „Alleine, dass wir das Heft ‚Erwin‘ genannt haben, war für manche schon irritierend“, erzählt Volker Goll. Doch bei ihm scheint die Erinnerung ein gutes Gefühl auszulösen. Vielleicht auch ein bisschen Stolz. „Der Vorname eines dunkelhäutigen Spielers als Titel eines Offenbacher Fan-Magazins war ein Statement. Eines, das unsere Position so gut veranschaulichte, wie man es sich nur wünschen konnte.“ Goll kennt die Offenbacher Kickers so gut wie kaum ein anderer. Er ist Fußballanhänger, seit er denken kann; aktiv als Fan ist er seit Mitte der achtziger Jahre. Er ist bekannt, geachtet und respektiert. Und das hat vor allem mit diesen fünf leuchtend roten Buchstaben auf dunklem Hintergrund zu tun: Erwin.

          „Erwin“ ist der Vorname der OFC-Ikone Erwin Kostedde. Bundesliga-Rekordtorschütze der Kickers und erster farbiger Nationalspieler Deutschlands. In 129 Ligaspielen für Offenbach zwischen 1971 und 1975 traf der Stürmer 80 Mal, ehe er für damals beachtliche 650.000 D-Mark zu Hertha BSC wechselte. Er wurde zum Vorbild für andere farbige Spieler. Und er war Namensgeber für das unabhängige Offenbacher Fan-Magazin „Erwin“, das Goll im November 1994 gemeinsam mit Antje Hagel und Andreas Lampert ins Leben gerufen hat. Vor ziemlich genau 25 Jahren also. Noch heute wird es bei OFC-Heimspielen verkauft. Kosten: zwei Euro. Auflage: 1901 Stück – in Anlehnung an das Gründungsjahr der Kickers.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Nicht mehr so beliebt wie früher: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

          Unruhe in der Union : Jens Spahn im Tal der Fettnäpfe

          Der Gesundheitsminister macht allerhand Schlagzeilen, allerdings keine schönen. Auch Friedrich Merz taucht wieder auf – im Sauerland. Und dann ist da noch der Fall Georg Nüßlein. Es gibt einiges zu sortieren in der Union.
          Das Impfzentrum in Trier im Februar.

          Ungenutzter Corona-Impfstoff : Macht Gerechtigkeit beim Impfen Deutschland langsam?

          Die Kühlschränke der Impfzentren sind voll, doch die Impfquote bleibt mäßig. Wie stark bremst das Ziel der gerechten Impfstoffverteilung Deutschland gerade aus? Die Situation in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.