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Sanktionen von Putin : Keine Türken für russische Fußballklubs!

Wladimir Putin verhängte Sanktionen gegen türkische Arbeitnehmer – nun auch gegen Fußballspieler. Bild: AFP

Nach dem Abschuss eines Kampfflugzeuges macht Russland seinen Fußballklubs Vorschriften: Türken dürfen nicht mehr verpflichtet werden. Die Fifa will den Eingriff der Staatsführung in die Autonomie des Sports „von Fall zu Fall“ beurteilen.

          Die russische Staatsführung hat die Fußballklubs des Landes angewiesen, in der kommenden Winterpause und bis auf Weiteres keine türkischen Spieler mehr zu verpflichten. Hintergrund sind die russischen Sanktionen gegen die Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die türkische Flugabwehr im syrischen Bürgerkrieg in der vergangenen Woche.

          „Sollte jemand meinen, einen türkischen Spieler in der kommenden Winterpause verpflichten zu wollen – diese Gelegenheit wird es nicht geben“, sagte der russische Sportminister Witali Mutko am Sonntag der Nachrichtenagentur „R-Sport“. Er wolle nicht vorschnell urteilen, aber er sei sich sicher, dass „die Botschaft bei den Klubs angekommen ist“. Auf die Frage, ob dies als Verbot zu verstehen sei, sagte Mutko: „Natürlich, voll und ganz.“

          Die Anweisung ist Teil der russischen Sanktionen gegen die Türkei nach dem militärischen Verlust im syrisch-türkischen Grenzgebiet. Der einzige derzeit in der russischen Premjer Liga tätige türkische Profi, Gökdeniz Karadeniz, dürfe aber weiterhin in Russland spielen, erklärte Mutko. Dagegen seien die Klubs angehalten, ihre Wintertrainingslager nicht mehr an der türkischen Mittelmeerküste auszutragen, sondern sich nach Alternativquartieren umzusehen.

          Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur haben russische Klubs zudem bereits ihre Teilnahme an einem Turnier in der Türkei gestrichen, Eiskunstlauf-Superstar Jewgenij Pluschenko habe ein Trainingslager in der Türkei abgesagt und sich stattdessen für Übungsstunden in den Vereinigten Staaten entschieden.

          Der Türke Gökdeniz Karadeniz (rechts) spielt derzeit in Kasan.

          Das Verbot steht im Einklang mit den von Wladimir Putin verhängten Sanktionen gegen türkische Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die vom 1. Januar kommenden Jahres an nicht mehr in der Russischen Föderation tätig sein dürfen. Unter anderem hatten türkische Baufirmen von Aufträgen rund um die Errichtung der Sportstätten und Hotels für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi profitiert.

          Zudem soll die türkische Wirtschaft getroffen werden, indem der Import von türkischen Lebensmitteln verboten und russische Reiseveranstalter aufgefordert wurden, Pauschalreisen und Charterflüge in die Türkei aus ihrem Programm zu nehmen. Offenbar beschränkt sich das Transferverbot aber auf Spieler mit türkischem Pass, Transfers von Spielern mit anderer Nationalität von türkischen Klubs nach Russland wurden jedenfalls nicht explizit untersagt.

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          In jedem Fall greift die Anweisung in die von den Sportverbänden stets mit Ausschlussandrohungen verteidigte Autonomie des Sports ein. Eine Reaktion zum Dekret aus dem Kreml steht allerdings noch aus. Die Europäische Fußball-Union Uefa verwies in der Frage an den Internationalen Fußball-Verband Fifa. Dieser sei in Transferangelegenheiten zuständig. Vom Weltverband in Zürich hieß es, die Disziplinarkommission beobachte die Situation und beurteile mögliche Verstöße gegen Regularien von Fall zu Fall. Russland ist 2018 Ausrichter der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft.

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