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Keine Torlinientechnik : Die Fußball-Revolution fällt aus

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Die Deutschen bleiben auf dem technischen Niveau von Wembley 1966: soll sich nur keiner hinterher beschweren Bild: dpa

Im deutschen Fußball darf weiter über Tor oder nicht Tor gestritten werden. Bei der DFL-Mitgliederversammlung findet sich keine Zweidrittelmehrheit für die Einführung technischer Hilfsmittel.

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          Die Technik-Revolution im deutschen Fußball wurde abgeschmettert. Anders als in England oder bei der Fußball-WM in Brasilien wird es in der Bundesliga auf absehbare Zeit keine technischen Hilfsmittel geben. Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) votierten am Montag nur neun von 18 Erstligisten und lediglich drei Zweitligavereine für die Einführung einer Torlinientechnologie. Die nötige Zweidrittelmehrheit wurde damit klar verfehlt. „Die Vereine haben entschieden, zunächst auf die Einsetzung der Torlinientechnologie zu verzichten. Bis auf weiteres ist dieses Thema damit für uns erledigt“, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.

          Nach intensiven Vorgesprächen kam es in einem Hotel am Frankfurter Flughafen nicht einmal mehr zu einer kontroversen Diskussion. Eine kurze Abstimmung der 36 Profivereine, dann stand fest: Die Technik kommt nicht. „Es gab ein demokratisches Votum, das es zu akzeptieren gilt. Für die Wahrnehmung der Bundesliga sehe ich dadurch keinen Nachteil. Die steht und fällt nicht mit der Torlinientechnologie“, kommentierte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert das Ergebnis. Er verwies darauf, dass es in den Top-Ligen Europas derzeit kein einheitliches Bild gebe. So setzen Italien und Frankreich auf Torrichter, die für die Bundesliga als Alternative jedoch ebenfalls keine Rolle spielen. „Wir haben uns im Vorfeld mit diesem Thema beschäftigt. Die Torrichter kommen für uns überhaupt nicht infrage, weil letztlich das menschliche Auge nur eine bestimmte Anzahl an bestimmten Bildern pro Sekunde aufnehmen kann“, stellte Andreas Rettig, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb, klar.

          Drin oder nicht drin: Goal bleibt draußen Bilderstrecke
          Drin oder nicht drin: Goal bleibt draußen :

          Rettig ließ anklingen, dass das Abstimmungsergebnis für ihn überraschend kam. „Wir hatten einen Entscheid erwartet, nach dem wir in die Ausschreibung für die Art der technischen Hilfsmittel gehen“, erläuterte er. Dazu kam es nicht, weil sich die Befürworter wie Bayern München, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, 1899 Hoffenheim und der FSV Mainz 05 nicht durchsetzen konnten. „Wir bedauern diese Entscheidung. Als Demokraten haben wir das zu akzeptieren“, erklärte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und fügte hinzu: „Wir werden in Zukunft weiter mit Fehlentscheidungen leben müssen. Diejenigen, die gegen die Torlinientechnik gestimmt haben, sollten dann aber auch nicht mehr lamentieren.“

          Kostengründe für die Ablehnung

          Eine große Rolle bei der Ablehnung vor allem im Unterhaus dürften die finanziellen Aspekte gespielt haben. Ein Kamerasystem wie das in England verwendete Hawk Eye oder das für die WM gebuchte Goal Control hätte jeden Verein rund 500.000 Euro gekostet. Der Chip im Ball wurde mit rund 250.000 Euro veranschlagt. „Die Kosten sind so exorbitant, dass das nicht tragbar ist“, begründete Jörg Schmadtke, Geschäftsführer des Zweitliga-Spitzenreiters 1. FC Köln, seine Ablehnung.

          Aus Kostengründen hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits im Vorfeld erklärt, eine mögliche Torlinientechnologie nicht in den ersten Runden des DFB-Pokals einzusetzen, um die Amateurvereine vor erheblichen Ausgaben zu bewahren. Am Ende setzten sich die Traditionalisten wie Heribert Bruchhagen durch. „Der Fußball soll überall unter gleichen Bedingungen gespielt werden. Es war eine pragmatische und basisdemokratische Entscheidung, die man zu akzeptieren hat“, erklärte Eintracht Frankfurts Vorstandsboss. Er sieht das Votum aber nicht als endgültig an: „Ich glaube nicht, dass es ein Nein für alle Zeiten war.“ Liga-Boss Rauball hakte das Thema dagegen ab: „Ich erwarte in naher Zukunft keinen neuen Antrag.“

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