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Krise bei DFB-Elf und Bayern : Müller und seine Fußball-Woche zum Vergessen

  • Aktualisiert am

Thomas Müller durfte in Frankreich nur kurz spielen. Bild: dpa

Die Länderspiele sollten die Bayern-Spieler von der Krise im Verein ablenken. Doch nicht nur bei Thomas Müller geht das schief. Auch einige Mitspieler kehren mit ganz neuen Problemen nach München zurück.

          Auf dem Weg aus dem Stade de France sprach Mats Hummels bereits über die Rückkehr nach München, wo die Nationalspieler des FC Bayern gleich die nächste große Fußball-Krisenlage erwartet. Jetzt habe man „sechs Spiele in Folge nicht gewonnen“, bemerkte Hummels, der nach dem unglücklichen 1:2 der in der Nations League vom Abstieg bedrohten DFB-Auswahl gegen Weltmeister Frankreich am Dienstagabend die zwei Länderspiel-Pleiten in Paris und zuvor in Holland (0:3) einfach zu den zuvor sieglosen Partien im Vereinstrikot addierte.

          Nations League
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          Trotz der „langen Sieglos-Serie“ blickte der Abwehrspieler positiv und kämpferisch auf die anstehenden Aufgaben beim in der Bundesliga auf Platz sechs abgestürzten FC Bayern. Eine knackige Woche mit drei Auswärtspartien in Wolfsburg, bei AEK Athen in der Champions League und in Mainz kommen auf den extrem geforderten Trainer Niko Kovac und dessen total aus dem Tritt geratene Mannschaft zu. „Die Qualität ist da. Ich glaube, dass wir das hinkriegen werden“, sagte Hummels mit fester, überzeugt klingender Stimme vor der Rückreise nach München.

          Selbst Thomas Müller, der gegen die Franzosen sein 98. Länderspiel bis auf die Schlussminuten auf der Ersatzbank verbracht hatte, rang sich ein zweckoptimistisches Resümee einer gerade auch für ihn sehr enttäuschenden Länderspielwoche ab. „Grundsätzlich hat das Auftreten in Paris gutgetan. Man geht positiver nach München zurück, als nach dem Holland-Spiel die Laune und Stimmung war“, sagte der 29-Jährige.

          Joachim Löw bemühte sich, Müller noch ein wenig verbal aufzubauen. Trotz der Reservistenrolle in Paris sei der Weltmeister von 2014 noch kein Auslaufmodell beim DFB. „Thomas Müller hat sich vielleicht zuletzt nicht so gezeigt. Aber er ist ein Antreiber, der mit den jungen Spielern spricht. Von daher ist Thomas weiter absolut wichtig“, sagte der Bundestrainer. Fakt ist aber auch: Es war insbesondere für Müller eine Länderspielwoche zum Vergessen.

          Das hatte sich auch Niko Kovac anders vorgestellt. Aus Eigennutz hatte er seine vielen Auswahlspieler mit der Hoffnung zu ihren jeweiligen Nationalmannschaften geschickt, dass sie dort „einen freien Kopf bekommen und ein Erfolgserlebnis haben, um das mit nach München zu bringen“. Richtig gelungen ist das aber allein James Rodríguez. Er feierte mit Kolumbien zwei Siege. Gegen „Team USA“ schoss er zudem ein Traumtor. Blöd nur: James wird erst am Donnerstag aus den Vereinigten Staaten zurückerwartet, nach einer langen Reise und mit Jetlag.

          Robert Lewandowski stieg nach zwei Niederlagen mit Polen aus der höchsten Liga der Nations League ab, blieb wieder torlos und war übel gelaunt. Thiago verlor mit Spanien gegen England. Kovacs Hoffnungen blieben unerfüllt. Immerhin konnte Leon Goretzka nach der Absage für die Länderspiele die Zeit nutzen, um wieder fit zu werden.

          Doppeltorschütze: Antoine Griezmann trifft nach dem Kopfballtor noch per Elfmeter. Bilderstrecke

          Auch Jérôme Boateng trainierte nach der verletzungsbedingten Abreise vom Nationalteam nach dem 0:3 in Holland am Dienstag schon wieder in München. Damit wurde auch Oliver Bierhoff in Paris konfrontiert. Der DFB-Teammanager rechtfertigte Boatengs Abreise vom DFB-Team. Gegen Holland war der Innenverteidiger erkennbar angeschlagen gewesen. „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber dem Spieler und dem Verein. Es war eine Muskelverletzung“, sagte Bierhoff. Und: „Eine Belastung im Training, wo man sich kontrolliert, ist etwas ganz anderes, als gegen den Weltmeister in intensive Zweikämpfe zu gehen.“

          Kovac braucht jeden Mann, um auch persönlich in München die Kurve zu kriegen. Mit der zuletzt vorhandenen Trainings-Kleingruppe um die früheren Nationalspieler Arjen Robben und Franck Ribéry konnte er kaum an den Defiziten, speziell in der Offensive, arbeiten. „Wenn die Jungs von der Nationalmannschaft zurückkommen, müssen wir das schleunigst verbessern. Sonst werden wir wenige Tore schießen“, hatte der Trainer nach dem 0:3 gegen Gladbach erklärt. Schon in Wolfsburg muss Kovac die Wende einleiten. Sechs sieglose Spiele reichen auch Hummels.

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          Nach dem 1:2 in der Nations League am Dienstag in Frankreich kann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Klassenverbleib in der Nations League nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw ist auf Hilfe der Franzosen angewiesen, die selbst nicht mehr aus der Liga A des neuen Uefa-Wettbewerbs absteigen können. Die Ausgangslage für die DFB-Auswahl:

          Deutschland steigt aus der Liga A der Nations League ab...,

          ... wenn die Niederlande am 16. November gegen Frankreich gewinnt.

          ... wenn die Niederlande am 16. November gegen Frankreich unentschieden spielt und man selbst drei Tage später gegen Oranje nicht mit mindestens vier Toren Vorsprung gewinnt.

          ... wenn man am 19. November gegen die Niederlande nicht gewinnt. (dpa)

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