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Kein Hamburger Aufstieg : Der große Absturz des HSV

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Kein Abstiegsgespenst diesmal, aber auch kein Aufstieg: Der Hamburger SV um Jann-Fiete Arp (links) verliert gegen Paderborn. Bild: EPA

Der Hamburger SV hat seinen Fans viel zugemutet. Nach dem ersten Abstieg der Klub-Geschichte wird nun auch der sicher geglaubte Aufstieg verspielt. Das Dilemma könnte Konsequenzen haben.

          Die Fußball-Profis des Hamburger SV haben in ihrer ersten Zweitliga-Saison die sicher geglaubte Bundesliga-Rückkehr durch eine grottenschlechte Rückrunde verspielt. Als nach einem durchwachsenen Start mit Heimpleiten gegen Holstein Kiel und Jahn Regensburg Trainer Christian Titz nach zehn Spieltagen durch Hannes Wolf ersetzt wurde, ging es für den HSV zunächst nur bergauf. Doch der Halbzeit-Meister legte eine Rückrunde zum Vergessen hin und verpasste mit der Bilanz eines Absteigers (16 Punkte aus 16 Spielen) schon am vorletzten Spieltag das Saisonziel. FAZ.NET skizziert den Saisonverlauf bis hin zum bitteren Ende:

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          Spiele 1 bis 5: Der HSV startet trotz einer starken ersten Halbzeit mit einer 0:3-Heimpleite gegen Kiel in die Saison. Die Vereinsspitze um den Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann bewahrt aber Ruhe. Es folgen in Sandhausen und Dresden sowie daheim gegen Bielefeld und Heidenheim vier Siege in Serie. Alles scheint wieder in Ordnung.

          Spiele 6 bis 10: Die Hamburger kassieren gegen Regensburg eine 0:5-Heimklatsche. Trainer Christian Titz gerät in die Kritik. In den folgenden vier Partien gibt es nur einen Sieg und drei 0:0-Spiele. Sportvorstand Ralf Becker sieht den Wiederaufstieg stark gefährdet und ersetzt Titz am 23. Oktober durch Hannes Wolf.

          Spiele 11 bis 18: Mit einer Serie von sechs Siegen und einem Remis führt der neue Coach den HSV an die Tabellenspitze zurück. Im letzten Spiel vor Weihnachten verliert das Team aber beim 1:3 in Kiel jedoch erstmals unter Wolf. „Erster nach der Hinrunde, das gibt uns für den Moment ein gutes Gefühl“, frohlockt Kapitän Aaron Hunt dennoch.

          Spiele 19 bis 25: Nach drei knappen Heimsiegen, aber nur einem mageren Punkt aus den ersten drei Auswärtsspielen kommt es zu dem mit Spannung erwarteten Hamburger Stadtderby am Millerntor. Mit dem unverhofft deutlichen 4:0-Erfolg beim FC St. Pauli stellt der neue Stadtmeister HSV die Zeichen auf Aufstieg – denken die meisten.

          Spiele 26 bis 32: Es kommt anders. Mit der unnötigen 2:3-Heimpleite nach 2:0-Führung gegen Darmstadt beginnt der unerklärliche Fall. Nur drei Punkte aus überwiegend schwachen sieben Spielen besiegeln den Absturz vom zweiten Rang auf Nicht-Aufstiegsplatz vier. Auch Wolf begeht Fehler und ist umstritten, darf aber weitermachen.

          Spiele 33 bis 34: Die Partie beim Aufstiegsrivalen SC Paderborn gerät zum Fiasko. Die 1:4-Packung und das zeitgleiche 3:0 des Dritten Union Berlin sorgen dafür, dass der HSV die Relegation nur noch theoretisch schaffen kann. Dazu müsste er im Saisonfinale gegen Absteiger MSV Duisburg drei Punkte und 21 Tore aufholen. Die Zukunft von Trainer Wolf in Hamburg dürfte dadurch nicht gerade sicherer geworden sein.

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