https://www.faz.net/-gtl-9yqu3

Fußball in England : Ärger um Deal mit dem Kronprinzen spitzt sich zu

  • Aktualisiert am

Gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gibt es schwere Vorwürfe. Bild: EPA

Newcastle United soll verkauft werden. Das umstrittene Geschäft droht die Premier League in den Konflikt zwischen verfeindeten Golfstaaten zu ziehen. Nun verschärft sich der Ton in der pikanten Angelegenheit.

          1 Min.

          Der mögliche Verkauf des englischen Fußballklubs Newcastle United an ein Konsortium mit saudischer Beteiligung droht die Premier League in den Konflikt zwischen den verfeindeten Golfstaaten zu ziehen. Der qatarische Fernsehsender BeIN Sports warnte die 20 Vereine und die Führung der Liga in einem Brief vor dem Geschäft, wie die BeIN Media Group am Mittwoch bestätigte.

          Der Sender besitzt die Rechte für Übertragungen der Premier League-Spiele in der arabischen Welt, sieht diese aber durch einen saudischen Piratensender verletzt. Newcastles Käufer sei genau derjenige, der die kommerziellen Rechte der Premier League drei Jahre lang gestohlen habe und dies weiterhin tue, heißt es in dem Schreiben von BeIN Sports. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht den Verkauf des Vereins kritisch.

          Medienberichten zufolge will ein Konsortium, das von der britischen Geschäftsfrau Amanda Staveley angeführt wird, Newcastle United für rund 300 Millionen Pfund (ca. 340 Millionen Euro) übernehmen. Der Öffentliche Investmentfonds Saudi-Arabiens hält demnach 80 Prozent an dem Konsortium und wäre somit auch Mehrheitseigner des Klubs. Einflussreichster Mann des Fonds ist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, dem schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt werden.

          BeIN Sports hatte dem in Saudi-Arabien ansässigen Piratenkanal BeoutQ vorgeworfen, illegal auch andere internationale Sportveranstaltungen – darunter Bundesliga-Spiele – zu übertragen und dafür das Programm des qatarischen Senders zu stehlen. Bundesliga, Fifa und Uefa sehen die Vorwürfe durch eine selbst in Auftrag gegebene Studie als belegt an.

          Hinter dem Streit steckt der größere politische Konflikt am Golf. Saudi-Arabien und mehrere Verbündete hatten im Sommer 2017 eine Blockade über Qatar verhängt. Sie werfen dem benachbarten Emirat und Gastgeber der Fußball-WM 2022 unter anderem zu enge Kontakt zum saudischen Erzfeind Iran vor. Qatar wies die Vorwürfe zurück.

          Amnesty warnte, Mohammed bin Salman würde faktisch „wirtschaftlicher Eigentümer“ des Klubs. Die Premier League riskiere, mit dem Verkauf zur „Witzfigur“ zu werden – „ein bereitwilliger Tölpel derjenigen, die ihre katastrophale Menschenrechtsbilanz durch Sport reinwaschen wollen“, hieß es in einem Brief an Liga-Boss Richard Masters.

          Weitere Themen

          Der BVB ärgert sich gewaltig

          Aufregung bei Remis gegen Rom : Der BVB ärgert sich gewaltig

          Mit dem Unentschieden gegen Lazio Rom zieht die Borussia zwar in das Achtelfinale der Champions League ein, doch ein umstrittener Elfmeter verdirbt die Laune beim BVB. Hinzu kommen Verletzungssorgen um Haaland und Hummels.

          Topmeldungen

          Trump deutet Kandidatur an : „Und ansonsten sehe ich euch in vier Jahren“

          Donald Trump will wohl in vier Jahren wieder für das Präsidentenamt kandidieren und kann dabei offenbar auf die Unterstützung seiner Partei zählen. Zunächst aber will der Noch-Präsident in Georgia zwei Kundgebungen abhalten – um für die Republikaner wichtige Sitze im Senat zu sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.