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FSV Mainz 05 : Kasper Hjulmand, der Tuchel aus Dänemark

Kasper Hjulmand: Nachdenklich, aber leicht zugänglich Bild: dpa

Seine Spielerkarriere musste er früh aufgeben, seine Trainerkarriere brachte ihm früh Erfolg. Der Däne Kasper Hjulmand hat eine ähnliche Vita wie Thomas Tuchel - nur als Typ ist er umgänglicher.

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          Christian Heidel hält an seinem Prinzip fest: „Der Trainer muss zu unserer Vereinsphilosophie passen, der Verein wird nie mehr für einen Trainer seine Philosophie verändern“, sagt der Manager des Fußball-Bundesligaklubs Mainz 05. Sollte der Klub nun tatsächlich den Dänen Kasper Hjulmand noch in dieser Woche als Nachfolger von Thomas Tuchel verpflichten, würde Heidel nicht nur seinem Leitsatz entsprechen, sondern sogar eine Art dänischen Tuchel mit einem offenbar umgänglicheren Wesen verpflichten.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Parallelen sind erstaunlich: Hjulmand ist mit 42 Jahren nicht nur fast gleich alt wie der bald 41 Jahre alte Thomas Tuchel, er hat auch eine sehr ähnliche Vita. Mit 24 Jahren verletzte er sich so schwer, dass er wie der ehemalige Mainzer Trainer seine Spielerkarriere früh beenden musste. Er begann 1998 als Nachwuchstrainer bei Lyngby BK und somit nur ein Jahr vor Tuchels Karrierestart in der Jugend des VfB Stuttgart, ehe er 2006 die Profimannschaft des Klubs übernahm und in die oberste dänische Liga führte.

          Nach dem direkten Wiederabstieg wechselte er als Assistent zum FC Nordsjaelland, den er in seiner Cheftrainerzeit von 2011 bis heute zu einem Meistertitel und in die Champions League führte. Wie Tuchel, allerdings öffentlich, hat er vor vier Wochen entschieden, seine Trainerstelle bei seinem derzeitigen Klub mit Ablauf der am Sonntag endenden Saison aufzugeben.

          Ballbesitzfußball und Vorwärtsverteidigung

          Hjulmand hat seiner Mannschaft in Nordsjaelland Ballbesitzfußball auf der Grundlage einer mutigen Vorwärtsverteidigung vermittelt. Er ist ein akribischer Analytiker, wie Troels Henriksen, Sportjournalist der dänischen Tageszeitung Jyllands-Poste sagt. „Wenn man mit ihm spricht, dann hat man das Gefühl, mit einem Fußballakademiker zu reden“, sagt Henriksen.

          Während Tuchel gegenüber Menschen außerhalb seines engsten Umfelds etwas distanziert wirkt, sei „Hjulmand ein nachdenklicher, leicht zugänglicher Mensch“, sagt Henriksen. „Weil ihm diese Werte etwas bedeuten, nimmt er auch nicht das erstbeste Angebot an, sondern er braucht einen Klub mit einem perfekten Management.“ Dieser Voraussetzung dürfte er sich in Mainz sicher sein.

          Heidel, der Trainerentdecker

          Der Kontakt zwischen Hjulmand und Heidel ist zustande gekommen über den in Kopenhagen ansässigen Spielerberater Ivan Benes, der vertrauensvolle Kontakte zu dem Mainzer unterhält und auch den bisherigen Mainzer Innenverteidiger und möglichen künftigen Hjulmand-Assistenten Bo Svensson berät.

          Hjulmand hat mit Tuchel auch ein sportliches Negativerlebnis gemein: 2011 scheiterte er in der Qualifikation zur Europa League – wie Mainz 05 vor Erreichen der Gruppenphase.

          Auf den bevorstehenden Mainzer Wechsel blickt auch der einstige Mainzer Coach Jürgen Klopp mit Spannung. „Wenn das was werden sollte“, sagte er am Dienstag der „Mainzer Allgemeinen Zeitung“, „kann man Christian Heidel irgendwann als einen der größten Trainerentdecker Deutschlands bezeichnen.“

          In einer vorherigen Version des Artikels wurde Ivan Benes als Berater von Kasper Hjumland bezeichnet. Das ist offenkundig nicht der Fall. Benes war nach Auskunft des Mainzer Managers Christian Heidel auch nicht an den Verhandlungen beteiligt, sondern nur bei der Kontaktanbahnung behilflich.

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