https://www.faz.net/-gtl-85ssv

Bayern München : Warnung vor den Engländern

  • Aktualisiert am

Sorgt sich um die Zukunft der Bundesliga: Karl-Heinz Rummenigge Bild: dpa

Rummenigge warnt die Bundesliga vor der Premier League. Dort wird Richtung FC Bayern gestichelt – ausgerechnet von Schweinsteiger. Der sich auch noch mit Beckenbauer streitet.

          2 Min.

          Karl-Heinz Rummenigge hat zum Auftakt der China-Reise des FC Bayern München einen Warnruf an die gesamte Fußball-Bundesliga gerichtet. Die Weltmeister-Liga müsse aufpassen, im internationalen Wettbewerb insbesondere gegenüber der englischen Premier League nicht zu sehr in Rückstand zu geraten. „Wer den Transfermarkt verfolgt, sieht, mit welchen Aktivitäten da in England im Augenblick gearbeitet wird. Die Bundesliga muss aufpassen, dass sie nicht leergekauft wird von England“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters.

          Die Premier League erlöst deutlich mehr Geld als alle anderen Top-Ligen in Europa. Der neue Fernsehvertrag für die Spielzeiten von 2016 bis 2019 wird den 20 Vereinen insgesamt 6,9 Milliarden Euro einbringen. Zum Vergleich: Die Bundesliga erlöst mit ihrem laufenden Vierjahresvertrag insgesamt 2,5 Milliarden. Auch bei den Einkünften aus den Auslandsrechten ist England führend. „Die Engländer überholen uns gerade links und rechts im TV-Geld, im Marketing, in Aktivitäten am Transfermarkt, überall. Ich glaube, die Bundesliga muss aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verliert“, erklärte Rummenigge.

          Die Bundesliga müsse sich darum auch mehr im Ausland zeigen. Die Bayern sind seit diesem Freitag in China, Borussia Dortmund war während der Vorbereitung in Japan und Malaysia mit einem Zwischenstopp in Singapur. „Um den Anschluss nicht zu verlieren, muss man einfach auch solche Reisen machen. Das sind keine Vergnügungsreisen, das weiß ich auch“, sagte Rummenigge: „Man kann auch nach Österreich oder in die Schweiz zur Vorbereitung gehen, das ist dann angenehmer für die Spieler und die Trainer. Aber wenn das acht oder neun Clubs machen, bringt das die Bundesliga irgendwie nicht weiter.“

          Schweinsteiger kontert Beckenbauer

          Ähnlicher Meinung scheint auch Bastian Schweinsteiger zu sein, der nach seinem Transfer zu Manchester United schon die ersten Stiche gegen den deutschen Rekordmeister setzt: „Bayern München ist ein großer Club, aber Manchester United ist größer. Als wir in China waren, kannten die Leute uns, aber in Amerika waren die Bayern nicht so eine Nummer", sagte er englischen Medien zufolge während der Amerika-Tour seines neuen Vereins. Er konterte auch Franz Beckenbauer, der die Entscheidung des 30-Jährigen, nach England zu gehen, aufgrund dessen häufiger Verletzungspausen in der letzten Zeit skeptisch betrachtet. „Ich finde es sehr mutig, in diesem Alter noch einen derartigen Schritt zu tun", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München. „Ich weiß ja nicht, wann Beckenbauer nach Amerika gewechselt ist. Ich bin 30, es ist eine Herausforderung für mich, aber ich fühle mich sehr gut", entgegnete Schweinsteiger.

          Schweinsteiger : „Ich will Titel gewinnen“

          Bei den Bayern, die gerade in Peking verweilen, geht man mit den Aussagen Schweinsteigers unterschiedlich um. Trainer Pep Guardiola wollte sich dazu nicht äußern, sagte zum Abgang des Mittelfeldstrategen nur: „Am Anfang wird es schwer, aber wir müssen vorwärts gehen.“ Schweinsteiger sei ein „großartiger Kerl“. Diplomatisch zeigte sich Bayern-Kapitän Philipp Lahm: „Ich kenne Manchester nicht. Ich weiß nicht, was größer ist.“

          Weitere Themen

          Nur im Angriff passt es ordentlich

          Eintracht Frankfurt : Nur im Angriff passt es ordentlich

          Die Eintracht steht vor einer schweren Aufgabe bei der weiter verstärkten Hertha. Selbst Trainer Hütter glaubt zwar an Wucht und Power seines Teams, erkennt aber Mängel im kreativen Ansatz.

          Topmeldungen

          Besucherinnen bei der Kampagnenveranstaltung Donald Trumps Mitte September in Phoenix.

          Wahlkampf in Amerika : Mein Latino, dein Latino

          Amerikas Demokraten haben im Wahlkampf Arizona, einst eine republikanische Bastion, im Visier. Der demographische Wandel ist auf ihrer Seite. Doch Donald Trump hält dagegen.
          Bas Dost traf für die Eintracht zum 2:0.

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.
          Pandemie in der Luft: Eine Flugbegleiterin auf einem Flug von Kairo nach Scharm al Scheich

          Reisewarnungen wegen Corona : Wie wird eine Region zum Risikogebiet?

          Das Auswärtige Amt tüftelt an den neuen Regeln für Reisen während der Corona-Pandemie. Einige Warnungen könnten wegfallen. Aber das ist kein Grund für allzu große Freude mit Blick auf Herbst- und Winterferien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.