https://www.faz.net/-gtl-99m0x

Kaiserslautern steigt ab : „Der FCK ist am Boden“

  • Aktualisiert am

Keine Rettung mehr möglich: Der 1. FC Kaiserslautern steht als Absteiger in die dritte Liga fest, auch zum Leidwesen der Fans. Bild: dpa

Der finanziell angeschlagene 1. FC Kaiserslautern steigt erstmals in die dritte Liga ab. Dort muss sich der Verein neu aufstellen. Von der jetzigen Mannschaft wird nicht viel übrig bleiben.

          1 Min.

          Am Morgen nach dem wohl schwärzesten Tag in der 118-jährigen Vereinsgeschichte des 1. FC Kaiserslautern strahlte das Fritz-Walter-Stadion auf dem altehrwürdigen Betzenberg im Sonnenschein. Doch der Glanz vergangener Tage besteht nur noch in Erinnerungen. Nach der 2:3-Niederlage bei Arminia Bielefeld am Freitagabend ist der erstmalige Abstieg des viermaligen deutschen Meisters in die dritte Liga besiegelt. Der FCK peilt nun die direkte Rückkehr in den Profifußball an.

          „Es kann für diesen Verein nur ein Ziel geben: sportlich und auch wirtschaftlich der Aufstieg“, sagte Sportdirektor Boris Notzon am Samstag. Der geplante Lizenzspieler-Etat von knapp fünf Millionen Euro für die kommende Saison sei für Drittliga-Verhältnisse ein gutes Budget. „Wir wollen von der Qualität her eine Zweitliga-Mannschaft zusammenstellen“, betonte Notzon. Doch das Projekt Wiederaufstieg wird für den finanziell angeschlagenen Traditionsverein ein riskantes Unterfangen.

          Sicher ist bisher nur, dass Trainer Michael Frontzeck den Neuanfang und Umbruch gestalten soll. Welche Spieler den Weg nach unten mitgehen, ist noch offen. Vor Frontzeck, Notzon und Sportvorstand Martin Bader liegt viel Arbeit. Das Grundgerüst der Mannschaft soll in der kommenden Saison zu einem Drittel aus Spielern der aktuellen Mannschaft sowie aus Neuzugängen und Akteuren aus der eigenen Talentschmiede bestehen.

           Kaiserslauterns Ruben Jessen (rechts) steht nach dem Spiel fassungslos auf dem Platz.
          Kaiserslauterns Ruben Jessen (rechts) steht nach dem Spiel fassungslos auf dem Platz. : Bild: dpa

          „Natürlich konnten wir uns auf die Situation vorbereiten. Für die meisten von uns war es aber sicherlich der schlimmste Tag in der sportlichen Karriere“, sagt Kapitän Christoph Moritz. Den 28 Jahre alten Führungsspieler müssen die Pfälzer in Zukunft ersetzen. „Die Zeit als Fußballer ist begrenzt. Wenn es die Möglichkeit gibt, weiter in der Zweiten Liga zu spielen, wird mir da bestimmt keiner böse sein“, sagte Moritz.

          „Das ist ganz bitter für den Klub und die gesamte Region“, sagte Frontzeck am Freitagabend. „Es tut mir weh für die Mannschaft, denn gefühlt ist es eigentlich ein Witz, dass wir absteigen.“ Auch Bader war geknickt. „Natürlich ist es ein Tod auf Raten gewesen. Aber wir haben versucht, das Ganze noch am Leben zu halten.“

          Die Fans des FCK hatten sich ebenfalls lange auf den Abstieg einstellen können. Das Training der Reservisten am Samstag auf dem Betzenberg fand praktisch ohne Zuschauer statt. „Der FCK ist jetzt am Boden“, stellte Bader fest. „Aber es kann eine schöne Aufgabe sein, ihn wieder aufzurichten.“

          Weitere Themen

          Wehen schätzt Auswärtsspiele

          Dritte Fußballliga : Wehen schätzt Auswärtsspiele

          Mit dem 4:0 Sieg in Uerdingen demonstrieren die Wiesbadener abermals ihre Stärke in Auswärtsspielen. Daheim sieht es mit der Leistung allerdings anders aus.

          Topmeldungen

          Rama X. am Freitag in Bangkok

          Thailands Phantom : Das verborgene Leben von König Rama X. in Bayern

          Der thailändische König hält sich gern und oft in Bayern auf. In Garmisch steigt er im Grand Hotel ab, am Starnberger See besitzt er eine Villa. Gelegentlich wird er beim Fahrradfahren beobachtet. Doch so richtig nahe kommt man Rama X. trotzdem nicht.
          Der Einzelne und sein Gewissen: Blick in die neue Dauerausstellung mit einem Foto des Krakauer Apothekers Tadeusz Pankiewicz

          Gedenkstätte für Judenretter : Ein fehlendes Puzzlestück

          Neben den deutschen Helfern, die verfolgten Juden das Leben retteten, gab es zahlreiche Menschen in ganz Europa, die das Mordprogramm der nationalsozialistischen Rassenpolitik sabotierten. An sie erinnert die neue Dauerausstellung der Gedenkstätte Stille Helden in Berlin.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.