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Internationaler Fußball : Liverpool lässt Punkte liegen - Barcelona im Rausch

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Musste seinen Profi Virgil van Dijk trösten: Jürgen Klopp (l.) nach dem unglücklichen Remis gegen Leicester Bild: Reuters

Jürgen Klopp und der FC Liverpool haben die Vorlage von Manchester City nicht nutzen können. Juventus Turin verspielte gar den ersten Titel dieser Saison. Besser machte es der FC Barcelona.

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          Spitzenreiter FC Liverpool hat die Steilvorlage mit der Niederlage von Manchester City nicht genutzt. Das von Jürgen Klopp trainierte Team musste gegen den ehemaligen Meister Leicester City nach überlegenem Spiel mit einem 1:1 (1:1) zufrieden sein und verpasste damit die Chance, den Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger in der Premier League auf sieben Zähler auszubauen. Senegals Nationalspieler Sadio Mané brachte den Favoriten an der Anfield Road schon nach drei Minuten in Führung. Danach sorgten die Reds für Druck, umso überraschender fiel der Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, für den Harry Maguire nach einem Missverständnis in Liverpools Abwehr sorgte (45.+2).

          Auch in der zweiten Halbzeit rannten die Gastgeber unvermindert an, doch der Siegtreffer wollte nicht gelingen. Titelverteidiger Man City hatte zuvor bei Newcastle United mit 1:2 einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Abstand zum Tabellendritten Tottenham Hotspur schmolz auf zwei Zähler, da sich die Londoner am Mittwoch dank einer starken Schlussphase 2:1 (0:1) gegen den FC Watford durchsetzten. Der kommende Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund stand im Wembley-Stadion bereits vor einer Niederlage, ehe der vom Asien-Cup vorzeitig heimgekehrte ehemalige Bundesliga-Profi Heung Min Son (80.) und Fernando Llorente (87.) für die Wende sorgten.

          Der FC Chelsea musste beim Einstand des argentinischen Neuzugangs Gonzalo Higuain ein 0:4 (0:0) beim AFC Bournemouth quittieren. Die Treffer erzielten der ehemalige Gladbacher Joshua King (47./74.), David Brooks (63.) und Charlie Daniels (90.+5). Mit vier Toren Unterschied hatten die Londoner in der Premier League zuvor nur im September 1996 beim 1:5 gegen Liverpool verloren.

          Juve scheidet aus

          Eine ebenso überraschende Niederlage musste Topfavorit Juventus Turin im Viertelfinale des italienischen Fußball-Pokals hinnehmen. Der Cupgewinner der vergangenen vier Jahre kassierte gegen Atalanta Bergamo eine 0:3 (0:2)-Niederlage.

          Der Tabellensiebte der Serie A ging mit einem Doppelpack von Timothy Castagne (37.) und Duvan Zapata (39.) innerhalb von zwei Minuten in Führung. Der Kolumbianer Zapata war es auch, der Juve, das mit Sami Khedira in der Startelf begann, vier Minuten vor dem Ende mit dem 3:0 endgültig aus dem Pokal schoss. Weil Juve-Trainer Massimiliano Allegri vor dem 0:2 ein Foulspiel an Paolo Dybala gesehen haben wollte und lautstark protestierte, wurde er von Schiedsrichter Fabrizio Pasqua noch in der ersten Halbzeit auf die Tribüne geschickt.

          Einer der beiden Superstars von Juventus Turin – und eine strittige Entscheidung: Hätte es einen Elfmeter für Paulo Dybala (M.) in Bergamo geben müssen?

          Bergamo steht als drittes Team im Halbfinale. Zuvor hatten auch der AC Florenz mit einem 7:1 (3:1)-Kantersieg über die AS Rom und der AC Mailand (2:0 gegen Neapel) die Runde der letzten Vier erreicht. Abgeschlossen wird das Viertelfinale am Donnerstag mit der Partie von Inter Mailand gegen Lazio Rom. Das Pokal-Aus der Turiner kommt umso überraschender, da Juventus als Tabellenführer der Serie A bisher nur auf Erfolgskurs steuerte. Nach dem 19. Saisonsieg mit 2:1 bei Lazio Rom ist das Team von Trainer Allegri in dieser Spielzeit weiter ungeschlagen und hat nur zweimal Remis gespielt. Juves Vorsprung auf den Tabellenzweiten SSC Neapel beträgt inzwischen elf Punkte.

          Mann des Abends in Florenz war Federico Chiesa mit einem Dreierpack (7./18./74.), Giovanni Simeone (79./89.) traf doppelt. Bei Rom sah der eingewechselte Edin Dzeko Rot (72.). Der Hauptstadtklub kassierte zum ersten Mal seit Oktober 2014 sieben Tore in einem Spiel. Damals traf Rom in der Champions-League-Gruppenphase auf den deutschen Rekordmeister Bayern München.

          Barça begeistert gegen FC Sevilla

          Der FC Barcelona hat dagegen mit einem begeisternden Sturmlauf gegen den FC Sevilla doch noch souverän den Einzug in das Halbfinale des spanischen Fußball-Pokals geschafft. Im Viertelfinal-Rückspiel besiegte die Mannschaft um Lionel Messi den FC Sevilla in einem packenden Spiel 6:1 (2:0) und machte damit das 0:2 aus dem Hinspiel mehr als wett. Damit wahrte der Spitzenreiter der Primera Division auch die Chance, zum fünften Mal in Serie die Copa del Rey zu gewinnen.

          In der Wiederauflage des Vorjahres-Endspiels, in dem Barca mit 5:0 dominiert hatte, sorgte der Brasilianer Coutinho mit einem verwandelten Foulelfmeter schnell für die Führung (13.). Die Chance zum Ausgleich vergab Ever Banega, als er in der 27. Minute mit einem Strafstoß an Barca-Keeper Jasper Cillesen scheiterte. Der frühere Schalker Ivan Rakitic (31.), nochmals Coutinho (53.) und Sergi Roberto (55.) schossen danach einen 4:0-Vorsprung heraus. Doch Sevilla gab nicht auf und kam durch Guilherme Arana (68.) zum 1:4. Damit wurde es noch einmal spannend, denn bei einem weiteren Treffer wären die Andalusier dank der Auswärtstorregel in die Runde der letzten Vier eingezogen.

          Luis Suarez machte aber eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit mit seinem Treffer alles klar. Messi sorgte in der Nachspielzeit für den 6:1-Endstand. Im Gegensatz zum Hinspiel kam der ehemalige Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng ebenso wie der deutsche Auswahltorhüter Marc-Andre ter Stegen bei Barça nicht zum Einsatz. Gleichfalls im Halbfinale stehen Betis Sevilla nach einem 3:1 in der Verlängerung gegen Espanyol Barcelona (Hinspiel 1:1) und der FC Valencia (0:1/3:1 gegen Getafe). Der vierte Halbfinalist wird am Donnerstag zwischen Girona und Real Madrid ermittelt.

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