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Meistertitel mit Atlanta : Der amerikanische Traum des Julian Gressel

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Julian Gressel (links) erfüllte sich mit dem MLS-Titel einen Traum. Bild: USA TODAY Sports

In Deutschland stockte seine Fußball-Karriere in der Regionalliga. Daher ging Julian Gressel in die Vereinigten Staaten. Nun ist er Meister – und wandelt auf den Spuren eines ganz großen deutschen Spielers.

          Konfetti regnete auf die stolzen Helden herab, aus den Lautsprechern dröhnte Queens Siegeshymne „We Are The Champions“ – und Julian Gressel war mittendrin im Jubeltrubel. Als zweiter deutscher Profi nach Franz Beckenbauer feierte der 24-Jährige einen Fußball-Meistertitel in den Vereinigten Staaten. Mit Atlanta United besiegte Gressel am Samstagabend (Ortszeit) im Endspiel der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) die Portland Timbers mit 2:0 (1:0).

          „Es ist unbeschreiblich. So viel harte Arbeit. Jeder hier in Atlanta hat den diesen Titel verdient“, sagte Gressel, der aus dem mittelfränkischen Neustadt an der Aisch stammt, nach dem Finalsieg. Neun Familienmitglieder – auch der Opa – drückten ihm im Stadion die Daumen und waren nach dem Sieg überglücklich. „Dieser Titel ist für Atlanta. Das Warten hat endlich ein Ende“, meinte der Deutsche. „Es ist eine Nacht, die ich niemals vergessen werde“, sagte Atlanta-Kapitän Michael Parkhurst, der nach vier Endspielniederlagen seinen ersten MLS-Cup-Sieg feiern konnte – nur ein Jahr nach dem MLS-Debüt war es für Atlanta United der erste Triumph seiner Klubgeschichte. Der bis dato letzte Titelgewinn für die Metropole im Osten der Vereinigten Staaten glückte 1995: Vor 23 Jahren konnten die Atlanta Braves die Baseball-Meisterschaft gewinnen.

          Vor der Rekordkulisse von 73.019 Fans im ausverkauften Mercedes-Benz- Stadium war United in einem schwachen Endspiel die dominierende Mannschaft. MLS-Rekordtorschütze Josef Martinez brachte sein Team in der 39. Minute in Führung. Für den Venezolaner, der zum wertvollsten Spieler (MVP) der Liga gewählt wurde, war es schon der 35. Saisontreffer. Franco Escobar (54.) baute die Führung nach einer Standardsituation aus. Die Vorlage gab Martinez, der mit einem Tor und einem Assist zum MVP des Finales ausgezeichnet wurde.

          Für Gressel, der im vergangenen Jahr zum besten Nachwuchsspieler der Liga gekürt wurde, war es der erste Titelgewinn seiner jungen Profi- Karriere. Zusammen mit Teamkollege Kevin Kratz, der im Finale nicht zum Einsatz kam, ist Gressel nun der erste Deutsche, der die Meisterschaft in der MLS gewinnen konnte. „Kaiser“ Franz eroberte den amerikanischen Titel mit Cosmos New York sogar drei Mal – 1977, 1978 und 1980 –, allerdings noch in der North American Soccer League (NASL).

          Der Sprung über den Großen Teich war für Gressel nur Mittel zum Zweck. Schließlich war seine Fußballkarriere in Deutschland schon früh ins Stocken geraten. Greuther Fürth hatte ihn im Alter von 15 Jahren nicht übernommen. Vor seinem Wechsel in die Vereinigten Staaten hatte Gressel für Eintracht Bamberg in der Regionalliga Bayern gespielt. Am Providence College im amerikanischen Bundesstaat Rhode Island entwickelte er sich in vier Spielzeiten (2013 bis 2016) zum Stammspieler.

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