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Topspiel gegen Manchester City : Eine besondere Spezialität von Klopps Liverpool

  • -Aktualisiert am

Auf Mohamed Salah (links) und Sadio Mané ist beim FC Liverpool Verlass. Bild: Reuters

Immer wieder trifft der FC Liverpool ganz spät und holt so noch Punkte, die verloren schienen. Es gibt vor dem Topspiel gegen Manchester City aber auch einen Trend, der gegen Jürgen Klopps Elf spricht.

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          Jürgen Klopp wusste, was die Leute sagen würden. Aber es war ihm egal. Gerade hatte sein FC Liverpool im Achtelfinale des englischen Ligapokals den FC Arsenal im Elfmeterschießen besiegt, nachdem es am Ende der regulären Spielzeit 5:5 gestanden hatte. Beide Trainer hatten in dem wenig bedeutsamen Spiel nicht ihre erste Garde aufgeboten. „Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Fußballspiel so viel Spaß gehabt habe“, sagte Klopp angesichts der Zehn-Tore-Gaudi: „Als Trainer sollte ich mir wahrscheinlich Gedanken oder Sorgen über die Gegentore machen, die wir kassiert haben. Aber das könnte mich heute Abend nicht weniger interessieren.“

          In diesem speziellen Fall waren die fünf Gegentore wirklich kein Grund, übermäßig mit der Abwehr zu hadern. Aber insgesamt gibt es beim Tabellenführer der Premier League vor dem Spitzenspiel gegen Verfolger Manchester City an diesem Sonntag (17.30 Uhr bei Sky) einen Trend, den Klopp nicht einfach so wegwischen kann: In den vergangenen acht Pflichtspielen hat der Klub immer mindestens ein Gegentor hinnehmen müssen. Das lief mal schon besser beim FC Liverpool.

          Dass ausgerechnet jetzt das Duell mit dem Meister ansteht, der im Rahmen seiner Mission Titelverteidigung darum bemüht ist, den Rückstand von sechs Punkten auf Liverpool zu verkürzen, ist aus Klopps Sicht zumindest ungünstig. Zumal das von Pep Guardiola trainierte ManCity mit 34 Toren in elf Spielen die mit Abstand gefährlichste Angriffsreihe der Liga mitbringt. Immerhin aber kann sich Klopp auf die mentale Stärke seiner Mannschaft verlassen, die er ihr seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren vorlebt. B

          esonders ausgeprägt war in den vergangenen Wochen die Fähigkeit – bisweilen auch das Glück –, auf der Kippe stehende Spiele in den letzten Minuten für sich zu entscheiden. Gegen Aston Villa fielen die Tore beim 2:1-Sieg am vergangenen Premier-League-Spieltag in den Spielminuten 87 und 94. Bei der Gaudi gegen Arsenal rettete Divock Origi Liverpool in der 94. Minute ins Elfmeterschießen. Der Ausgleichstreffer beim 1:1 gegen Manchester United fiel nach 85 Spielminuten. Und das 2:1 gegen Leicester City sicherte James Milner durch einen verwandelten Strafstoß in der fünften Minute der Nachspielzeit.

          Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Liverpooler Spezialität. Seit der Einführung der Premier League als höchster englischer Spielklasse Anfang der 1990er Jahre hat der FC Liverpool laut „BBC“ 35 Siegtreffer in oder nach der 90. Spielminute erzielt – zehn mehr als der Zweitplazierte FC Arsenal. In dem Zusammenhang sei auch an das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale der Vorsaison erinnert, als Liverpool gegen den FC Barcelona eine 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel mit einem sensationellen 4:0-Sieg vor heimischem Publikum übertrumpfte.

          Überhaupt hat Klopp das heimische Stadion wieder zu einer Festung gemacht. Das letzte Mal hat Liverpool im April 2017 ein Liga-Heimspiel verloren. Und spätestens durch den Gewinn der Champions League haben die „Reds“ gelernt, an ihre Stärke zu glauben und diesen Glauben in Tore und Siege umzuwandeln. Liverpool ist nicht satt, sondern hungriger als je zuvor – und arbeitet mit vereinten Kräften am Gewinn der ersten Meisterschaft seit 30 Jahren.

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