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Ehrung in Mailand : Jürgen Klopp zum Welttrainer gewählt

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Zum Welttrainer des Jahres gewählt worden: Jürgen Klopp bei der „The Best“-Gala in Mailand Bild: AP

Jürgen Klopp ist endgültig an der Weltspitze angekommen: In Mailand wurde der Coach vom FC Liverpool zum Welttrainer des Jahres gewählt. Und während Lionel Messi einen Rekord aufstellt, geht der deutsche Torwart Marc-André ter Stegen leer aus.

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          Jürgen Klopp ist zum Welttrainer des Jahres gewählt worden. Der deutsche Coach, der mit dem FC Liverpool in diesem Jahr die Champions League gewonnen hatte, wurde am Montagabend bei der Gala des Fußball-Weltverbands FIFA in der Mailänder Scala ausgezeichnet. Der 52-Jährige, der 2011 und 2012 mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde, setzte sich gegen Pep Guardiola (Manchester City) und Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) durch, den er auch im Finale der Königsklasse (2:0) geschlagen hatte.

          „Wow! Was kann ich sagen?! Ich muss mich bei vielen Menschen bedanken, angefangen bei meiner Familie, die daheim sitzt und hoffentlich zuschaut. Das hätte niemand erwartet, als ich vor über 20 Jahren angefangen habe. So ist der Fußball“, sagte Klopp sichtlich beeindruckt. „Ich muss mich bei meinem überragenden Club FC Liverpool bedanken, bei den Eigentümern, beim Team, ganz besonders beim Team. Ich bin sehr stolz.“

          „Er hat es verdient, hier zu sein“

          Der frühere Bundesliga-Coach, der gut gelaunt im schicken Smoking an dem Opernhaus angekommen war, ist der dritte deutsche Preisträger der seit 2010 durchgeführten Wahl: Jupp Heynckes war nach dem Triple mit dem FC Bayern München im Jahr 2013 und Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Triumph 2014 geehrt worden.

          Klopp war kurzfristig nach Italien geflogen – erst am Sonntag hatten die Reds das Spitzenspiel der Premier League gegen den FC Chelsea mit 2:1 gewonnen. Nach der hauchdünn verpassten Meisterschaft in der vergangenen Saison, die Manchester City mit einem Punkt Vorsprung gewann (98 zu 97), führt Liverpool die aktuelle Tabelle nach sechs Spielen souverän mit fünf Punkten Vorsprung vor den Citizens an.

          Alisson überholt ter Stegen

          „Er hat es verdient, hier zu sein, er ist ein fantastischer Manager“, sagte Klopps Abwehrspieler Virgil van Dijk, der später am Abend für Wahl zum Weltfußballer nominiert war. „Virgil hat mir gesagt, ich muss einen Smoking tragen, also habe ich versucht, einen zu finden. Wir werden sehen, was passiert“, hatte Klopp zuvor gewitzelt.

          Die Sehnsucht der Fans nach der ersten Meisterschaft seit 1990 ist riesig – vor allem, weil jene nach einem Triumph in der Königsklasse erst einmal wieder gestillt ist. Nach dem Finale von Madrid am 1. Juni hat Klopp jetzt schon Legendenstatus an der Anfield Road erreicht. Mit überlegten Transfers – etwa Torwart Alisson und Mittelfeldstratege Fabinho kamen nach Liverpool – hatte Klopp seine Mannschaft nach der Final-Niederlage 2018 gegen Real Madrid gezielt verstärkt und sich den zweiten Einzug ins Endspiel in Folge regelrecht erarbeitet und verdient.

          Ter Stegen muss Alisson den Vortritt lassen

          Bei den Frauen triumphierte Jill Ellis, die im Sommer mit den Vereinigten Staaten zum zweiten Mal Weltmeister geworden war. Den Titel hatte sie bereits 2015 gewonnen, aus deutscher Sicht siegte dreimal die ehemalige Bundestrainerin Silvia Neid und einmal Ralf Kellermann (VfL Wolfsburg).

          Marc-André ter Stegen hat die Überraschung bei der Wahl des Welttorhüters verpasst. Der Nationalkeeper vom FC Barcelona musste am Montagabend wie erwartet dem Brasilianer Alisson Becker vom FC Liverpool den Vortritt lassen. Außerdem nominiert war dessen Landsmann Ederson von Manchester City. Alisson hatte in diesem Jahr mit den Reds und Trainer Jürgen Klopp die Champions League gewonnen. Als erste Welttorhüterin wurde die Niederländerin Sari van Veenendaal ausgezeichnet.

          Muss sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben: Marc-André ter Stegen mit seiner Frau Daniela Jehle bei der Fifa-Gala „The Best“ in Mailand

          Ter Stegen, der mit seinen Unmutsäußerungen über seine Reservistenrolle in der Nationalmannschaft hinter Manuel Neuer für reichlich Trubel gesorgt hatte, war mit Barcelona in einem dramatischen Halbfinale am späteren Titelträger aus Liverpool gescheitert. In der spanischen Liga hatten die Katalanen souverän die Meisterschaft gewonnen, ter Stegen kam dabei auf 16 Saisonspiele ohne Gegentor.

          Superstar Lionel Messi ist zudem zum sechsten Mal zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden. Der Argentinier vom FC Barcelona setzte sich bei der prestigeträchtigen Wahl gegen den Niederländer Virgil van Dijk (FC Liverpool) und seinen Dauerrivalen Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) durch. Messi ist damit wieder alleiniger Rekordsieger der prestigeträchtigen Auszeichnung. Messi hatte bereits in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012 und 2015 triumphiert und dankte allen, die für ihn gestimmt hatten, „auch wenn individuelle Auszeichnungen zweitrangig für mich sind. Es ist ein einmaliger Moment für mich, und es ist gut, mit meiner Familie und meinen Kindern zu feiern.“

          In den vergangenen Monaten hatte Messi eine starke, wenn auch nicht alles überragende Saison gespielt. Mit den Katalanen hatte der 32-Jährige abermals die spanische Meisterschaft gewonnen, in der Champions League war Barcelona nach einem dramatischen Rückspiel (0:4) am späteren Titelträger FC Liverpool gescheitert.

          Im Königspokal unterlag Barcelona im Finale dem FC Valencia trotz eine Treffers von Messi mit 1:2. Mit der Nationalmannschaft wurde Messi, der am Saisonende zum sechsten Mal den Goldenen Schuh für den besten Torjäger Europas gewann, bei der Copa América Dritter und verpasste wieder einen Titel mit der Auswahl.

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