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Unverständnis bei Jürgen Klopp : „Das ist einfach nicht möglich“

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Jürgen Klopp graut es vor der kommenden Länderspielpause und den Reisen seiner Spieler. Bild: Reuters

Erstmals in England treffen sich Jürgen Klopp und Thomas Tuchel zum deutschen Trainer-Duell. Es geht zwischen Liverpool und Chelsea um viel. Klopp macht sich zudem Sorgen um seine Spieler.

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          Trainer Jürgen Klopp hat von seiner Mannschaft „das ganze Paket“ gefordert, wenn Fußballmeister FC Liverpool am Donnerstag (21.15 Uhr bei Sky) den FC Chelsea mit Coach Thomas Tuchel empfängt. „Natürlich wissen wir um die Qualität von Chelsea“, sagte Klopp am Mittwoch, „und Chelsea hat dasselbe Ziel.“ Für beide Klubs geht es um die Qualifikation für die Champions League. „Sie sind eine der besten Mannschaften in Europa“, warnte Tuchel vor dem Duell in Anfield, „aber wir sind zuversichtlich, dass wir da hinfahren und das tun können, was es braucht, um zu gewinnen.“

          Es ist das erste Mal, dass die zwei deutschen Trainer, die beide einst die Bundesligaverein FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund trainiert haben, in der englischen Premier League aufeinander treffen. „Es ist immer nett ihn zu sehen“, sagte Klopp vor dem Duell über Tuchel. Ihre Klubs sind vor dem Spiel Tabellennachbarn. Klopps Reds belegen den sechsten Platz und haben nur einen Zähler Rückstand auf Tuchels Blues, die auf Platz fünf stehen.

          Tuchel mit Chelsea ungeschlagen

          „Wir waren raus, jetzt sind wir wieder drin“, sagte Klopp mit Blick auf das Rennen um die Königsklasse. Nach zuvor vier Liga-Pleiten beendete Liverpool am vergangenen Wochenende vorerst seine Negativserie. „Es hat sich nicht wirklich was geändert“, so Klopp. „Wir müssen so viele Fußballspiele gewinnen, wie wir können.“ Dabei kann der 53-Jährige auf Rückkehrer setzen. Torwart Alisson und Defensiv-Allrounder Fabinho meldeten sich zurück. Angreifer Diogo Jota ist noch fraglich.

          „Ja, sie haben Punkte liegen gelassen“, sagte Tuchel, „manchmal verdient, aber oft auch unverdient.“ Hingegen ist Chelsea nach neun Spielen unter dem 47-Jährigen ungeschlagen. Allerdings spielte das Team um die deutschen Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger zuletzt zweimal nur unentschieden. Dennoch sieht Klopp die Londoner unter Tuchel auf einem guten Weg. „Sie haben eine klare Philosophie eine Spielidee und setzen auf Ballbesitz.“

          „Wir treffen uns nicht zu einem Tennis-Match“, stellte Tuchel klar. „Es ist eine Herausforderung für mich, gegen ihn zu spielen.“ Es ist die vierte Konstellation, in der zwei deutsche Trainer in der Premier League aufeinander treffen. Zuvor hatte Klopps Liverpool gegen das erst von seinem Kumpel David Wagner und dann vom früheren BVB-Nachwuchscoach Jan Siewert trainierte Huddersfield Town gespielt. In der vergangenen Saison traf er auf den späteren Absteiger Norwich City mit dem deutschen Coach Daniel Farke.

          Klopp will derweil den internationalen Stars des Klubs die Teilnahme an den kommenden Länderspielen verweigern, sofern die Profis danach in Quarantäne müssten. „Das ist einfach nicht möglich“, stellte Klopp am Mittwoch klar. „Ich glaube, alle Klubs sind sich einig, dass wir die Spieler nicht für ihr Land spielen lassen können und das Problem dann anschließend lösen, indem wir sie zehn Tage in einem Hotel unter Quarantäne stellen.“

          Wegen der Coronavirus-Pandemie gelten in Großbritannien momentan scharfe Einschränkungen für Reiserückkehrer. Bislang gibt es für Fußballspieler keine Sonderregelung. Deshalb waren auch einige Spiele in der Champions League an einen neutralen Ort verlegt worden. Klopp sagte, der FC Liverpool wolle bis kurz vor Start der Länderspielpause am 22. März abwarten, bevor der Klub eine endgültige Entscheidung fälle.

          Die Entscheidung könnte unter anderem die Brasilianer Alisson, Roberto Firmino und Fabinho und den Portugiesen Diogo Jota betreffen. Klopp warb um das Verständnis der nationalen Verbände. „Ich verstehe die Bedürfnisse der verschiedenen Fußballverbände, aber in dieser Zeit kann man nicht alle zufriedenstellen“, so der 53-Jährige. „Und wir müssen akzeptieren, dass die Spieler von den Klubs bezahlt werden, das heißt, dass wir auch die erste Priorität sein müssen.“

          Gleichzeitig deutete der Liverpool-Coach einen Zusammenhang zwischen Länderspielreisen in der Vergangenheit und dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Umfeld des Vereins an. „In den letzten Monaten, immer wenn jemand die Blase verlassen musste, gab es nach der Länderspielpause mehr Fälle als vorher“, sagte Klopp.

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