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Aufregung bei FC Liverpool : Seltsame Entscheidung sorgt für Ärger bei Klopp

  • Aktualisiert am

Abseits? Jürgen Klopp und der FC Liverpool verstehen die Fußballwelt nicht mehr. Bild: Reuters

Durch ein spätes Gegentor vergibt Liverpool noch den Sieg im Stadtderby gegen Everton. Nicht nur das ärgert Jürgen Klopp. Außer zwei verletzten Spielern bringt den Trainer eine Entscheidung in der Nachspielzeit in Rage.

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          Eine heftig umstrittene Abseitsentscheidung, ein spätes Gegentor sowie möglicherweise zwei schwerer verletzte Spieler haben für einigen Frust beim FC Liverpool und Jürgen Klopp gesorgt. Der Trainer kam mit dem Meister im Lokalderby beim FC Everton nur zu einem 2:2 (1:1), weil das vermeintliche Siegtor der Reds nicht zählte. Die Toffees bleiben ungeschlagener Tabellenführer, warten aber nun seit einem Jahrzehnt auf einen Derbysieg. Zuletzt hatte Everton in der Liga auf den Tag genau vor zehn Jahren gegen Liverpool gewonnen.

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          „Ich habe kein Abseits gesehen“, sagte Liverpool-Coach Klopp sichtbar angefressen beim Sender BT Sport. „Vielleicht kann es mir irgendwer erklären.“ Jordan Henderson hatte in der Nachspielzeit getroffen, doch der Videoschiedsrichter sah Sadio Mané bei der Ballabgabe im Abseits – eine sehr diskussionswürdige Entscheidung. Auf Fernsehbildern war mit bloßem Auge keine Abseitsstellung zu erkennen. Dem Sender Sky Sports zufolge hat Liverpool von der Premier League eine Erklärung gefordert.

          „Ich bin ein echter VAR-Befürworter, aber in dem Bild, das ich gesehen habe, gibt es kein Abseits“, sagte Klopp. Bei BT Sport lobte er aber auch sein „dominantes“ Team: „Es war ganz offensichtlich nicht unser Tag, aber ich habe eine sehr gute Performance gesehen. Ich wäre noch zufriedener, wenn wir gewonnen hätten, aber ich wollte eine Reaktion sehen.“ Vor der Länderspiel-Pause hatte Meister Liverpool ein denkwürdiges 2:7 bei Aston Villa kassiert.

          Im Derby hatten sich die Reds und die Toffees im Goodison Park ein unterhaltsames, offensives Merseyside-Derby geliefert. Liverpool ging zweimal in Führung – durch Mané (3. Minute) und durch Mohamed Salah (72.), der sein 100. Pflichtspieltor für die Reds erzielte. Everton kam durch Michael Keane (19.) – nach Vorlage des früheren Bayern James Rodriguez – und Dominic Calvert-Lewin (81.) jeweils zum Ausgleich.

          Am Ende spielte das Team des früheren Bayern-Trainers Carlo Ancelotti in Unterzahl, weil Richarlison für ein hartes Foul an Thiago Rot sah. Ob sich Thiago dabei womöglich schwerer verletzte, soll eine Untersuchung zeigen. Auch das Ausmaß der Verletzung von Virgil Van Dijk, der nach hartem Einsteigen von Everton-Keeper Jordan Pickford früh vom Platz musste, war zunächst unklar. „Es sieht nicht gut aus“, sagte Klopp. Laut Sky Sports fordert sein Klub auch eine Erklärung, warum der Videoschiedsrichter nach harten Einsteigen von Pickford gegen Van Dijk, der zuvor im Abseits gestanden hatte, nicht zum Einsatz kam. Pickford kassierte für die rüde Aktion nicht einmal eine Verwarnung.

          Timo Werner und Kai Havertz erzielten ihre ersten Ligatore für den FC Chelsea, der beim 3:3 (2:1) gegen den FC Southampton kurz vor Schluss aber den Sieg verspielte. Daher gab es viele enttäuschte Gesichter an der Stamford Bridge: Werners Doppelpack (43./57.) und ein Tor von Havertz (59.) reichten nicht zum Sieg, weil die Chelsea-Abwehr schwächelte. Torwart Kepa trug mit seinen Patzern besonders dazu bei. Danny Ings (43.), Che Adams (57.) und schließlich der frühere Gladbacher Jannik Vestergaard (90.+2) trafen für die Saints.

          Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl, der Werner bei RB Leipzig trainiert hatte, lobte seinen ehemaligen Schützling. „Ich freue mich sehr, dass Timo in England spielt“, sagte Hasenhüttl. „Er ist fantastisch für die Fans. Aber es ist gut, dass wir einen Punkt mitgenommen haben, sonst würde ich mich nicht so für ihn freuen.“

          Am Abend gewann Pep Guardiola mit Manchester City das Duell gegen seinen früheren Ko-Trainer Mikel Arteta, der inzwischen Chefcoach des FC Arsenal ist. City setzte sich zuhause knapp mit 1:0 (1:0) gegen die Londoner durch. Raheem Sterling (23.) schoss den Siegtreffer. Ilkay Gündogan gab nach seiner überstanden Corona-Infektion als Einwechselspieler sein Comeback.

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