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Ärger in England : „Der Videobeweis macht die Liga zum Gespött“

  • Aktualisiert am

Jürgen Klopp (links) und Pep Guardiola sind keine Freunde der Videohilfe in der Premier League. Bild: AP

Nicht nur in der Bundesliga sorgt die Hilfe per Video für Aufregung. Auch in der Premier League gibt es Ärger. Jürgen Klopp schimpft, Pep Guardiola ist frustriert. Anderen bleibt nur noch Sarkasmus.

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          Jürgen Klopp schimpft, Pep Guardiola ist frustriert: Der Video-Assistent (VAR) sorgt in der Premier League einmal mehr für viel Kritik. Wie auch in der Bundesliga verursacht das für Schiedsrichter gedachte Hilfsmittel in der englischen Top-Liga eine Menge Ärger. „Ein großes Durcheinander. Jede Woche“, ärgerte sich Man-City-Trainer Guardiola nach vielen strittigen Szenen vor allem am letzten Spieltag des Jahres. „Der Videobeweis hat die Premier League zum Gespött gemacht“, titelte das Boulevardblatt „The Sun“ zuletzt.

          Geht es in Deutschland oft um Handspiele, erzürnen auf der Insel vor allem die mit bloßem Auge nicht zu sehenden Abseitsstellungen die Gemüter. Gegebene Treffer der früheren Schalker Teemu Pukki (Norwich City) und Max Meyer (Crystal Palace) sowie Wolverhamptons Stürmer Pedro Neto wurden nachträglich aberkannt, weil der Torschütze oder der Vorlagengeber zuvor im Abseits gestanden haben soll. Gemessen mit einer kalibrierten Linie, aber eigentlich nicht zu erkennen.

          Während in Deutschland aus dem sogenannten Kölner Keller entschieden wird, kommen in England die Einsprüche aus der VAR-Zentrale in Stockley Park, einem Gewerbegebiet im Londoner Stadtteil Hillingdon. „Es gefällt mir nicht, dass Entscheidungen von Schiedsrichtern getroffen werden, die kilometerweit entfernt sind“, ätzte Wolverhamptons Trainer Nuno Espírito Santo. Zuspruch bekam der Portugiese dabei auch von Klopp.

          Wolverhampton hatte am Sonntag beim 0:1 in Liverpool besonders viel Pech. Vor dem Tor-Klau sorgte der Video-Assistent dafür, dass ein eigentlich abgepfiffener Liverpool-Treffer durch Sadio Mané anerkannt wurde. Erst entschied Schiedsrichter Anthony Taylor auf Handspiel von Vorlagengeber Adam Lallana. Einspruch aus London. Doch zuvor spielte bereits Abwehrchef Virgil van Dijk den Ball mit der Hand. „Der Schiedsrichter meinte, er wäre zu weit weg gewesen“, schimpfte Wolves-Kapitän Conor Coady. „Es ist frustrierend, dass wir nur noch über den VAR reden. Er beeinflusst das Spiel.“

          Dies sieht auch der frühere Weltklasse-Stürmer Gary Lineker so. Für den ehemaligen Torjäger, bekennender Gegner des VAR, wird die Emotionalität im Fußball durch die Interventionen aus London irgendwann sterben. „In den schweren Zeiten bin ich in Gedanken beim Fußball“, spottete er. Der frühere englische Fifa- und Premier-League-Schiedsrichter Mark Clattenburg ergänzte in seiner Kolumne bei der „Daily Mail“: „Die Aufregung und der Geist des Spiels sind durch diese Abseits-Technologie in Gefahr.“

          Auch Klopp schimpfte am Sonntagabend nach dem zehnten Premier-League-Sieg in Serie und merkte an, dass er keine Tore mehr „feiere“. „Wir müssen warten, bis jemand sagt, dass es ein Tor ist“, erklärte der 52-Jährige. Zudem ärgert sich der frühere Bundesliga-Trainer über die langen Unterbrechungen während der Überprüfungen. „Wir haben Dezember, bald kommt der Januar. Wenn die Spieler so lange herumstehen müssen, ist das nicht gut“, monierte er.

          Trainer-Kollege Guardiola hofft irgendwie, dass es „nächstes Jahr besser wird“. Er habe allerdings so viele Fragen an den VAR. Englands frühere Nationalstürmer Gary Lineker hätte dagegen schon längst reagiert. „Wenn der VAR ein Trainer wäre, wäre er schon vor Wochen entlassen worden“, witzelte er.

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