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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Ärger bei Klopp – Tränen bei Neymar

Am Ende nahmen der FC Liverpool und Jürgen Klopp (rechts) doch noch einen Punkt mit. Bild: Reuters

Liverpool rettet spät ein Remis vor dem Topspiel gegen Tottenham. Chelsea verliert. Real Madrid gewinnt das Stadtderby. Messi rettet Barça, Ronaldo Juve. Tuchel und Paris verlieren viel. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Jürgen Klopp ist ein starker Rhetoriker und hat zu vielen Themen etwas zu sagen in seiner ihm ganz eigenen Art. Vermutlich deswegen wird er zu allen möglichen Themen gefragt. Bisweilen muss man denken, dass er gar nicht mehr Fußballtrainer des FC Liverpool ist. Brexit, Corona, Privates, und und und. Ein Thema, das zum Job gehört und immer wieder vorkommt ist der Video Assistant Referee, kurz VAR. Bei Einführung der Videohilfe hatte sie in Klopp einen Befürworter. Der deutsche Coach sah es seinerzeit pragmatisch und tat das natürlich auch kund. Was das Spiel gerechter macht, kann nicht so schlecht sein. Oder doch? Inzwischen hat sich Klopps Meinung grundlegend geändert.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          „Als der Videoschiedsrichter kam, habe ich ihn eher befürwortet“, ließ er vor dem Spiel seines Teams beim FC Fulham wissen. „Denn mehr richtige Entscheidungen sind etwas Gutes.“ Nun aber sei er sich nicht mehr so sicher, ob „wir das konsequent zu Ende gedacht haben. Wie lange sollen wir auf eine Entscheidung warten?“ Bei dem nasskalten Wetter, wie zuletzt in der Champions League, hätten die Spieler während der Partie insgesamt mehr als zehn Minuten warten müssen. „Ein paar Dinge sind nicht mehr so, wie sie vorher waren“, sagte er verärgert. „Und sie waren vorher besser. Wenn man etwas ändert, sollte es dadurch Verbesserungen geben. Und das ist hier bestimmt nicht der Fall.“

          Beim Spiel in Fulham mussten Klopp und seine Spieler abermals länger warten, bis der VAR zur Entscheidung kam. Liverpools Abwehrspieler Fabinho hatte Ivan Cavaleiro im Strafraum attackiert. Hatte er dabei den Ball weggespitzelt oder den Gegner getroffen? Es dauerte lange, dann schickte der VAR Schiedsrichter Andre Marriner auch noch selbst zum Bildschirm. Der entschied dort: kein Elfmeter. Glück für Liverpool hier – und auch später. Nach Rückstand glich Mohamed Salah spät per Elfmeter aus, weil Fulham nach einem Freistoß ein Handspiel in der Mauer unterlief. Am Mittwoch (21.00 Uhr bei Sky) geht es schon weiter – mit dem Topspiel daheim gegen Tottenham Hotspur. Dann aber ohne Diogo Jota. Der Portugiese fällt bis zu zwei Monate mit einer Knieverletzung aus. Auch das dürfte die Laune bei Klopp kaum verbessert haben.

          Vorne in der Tabelle bleiben daher die Spurs, denen bei Crystal Palace ebenfalls nur ein 1:1 gelang. Torjäger Harry Kane, mal wieder nach Vorlage seines Partners Heung-min Son, brachte die Auswahl von Trainer José Mourinho in Führung, Jeffrey Schlupp sorgte aber kurz vor Ende für den Ausgleich.

          Nur zwei Punkte hinter den beiden Topteams liegt überraschend der FC Southampton, mit dem dort nur wenige gerechnet hatten. Die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl besiegte Schlusslicht Sheffield United durch Tore von Che Adams, Stuart Armstrong und Nathan Redmond ganz souverän mit 3:0.

          Punktgleich mit Tottenham und Liverpool hätte der FC Chelsea sein können – mit einem Sieg beim FC Everton. Dazu kam aber es nicht. Im Gegenteil. Die „Blues“ verloren mit 0:1, weil Torwart Edouard Mendy einen Ausflug wagte und dabei einen Elfmeter verursachte. Gylfi Sigurdsson verwandelte.

          Alles andere als aufregend war das Manchester-Derby. United gelang nach dem Champions-League-Aus in Leipzig immerhin ein Achtungserfolg im eigenen Stadion beim torlosen Unentschieden gegen die Elf von Trainer Pep Guardiola. Die hat weiterhin sechs Punkte Rückstand auf die Spitzenposition.

          In der spanischen La Liga zeigte Real Madrid wie in der Champions League seine Klasse, als es darauf ankam. Erst der Sieg über Gladbach, nun ein 2:0 im Stadtderby gegen Atlético Madrid. Casemiro und ein Eigentor von Schlussmann Jan Oblak brachten der Elf von Diego Simeone die erste Niederlage bei.

          Der in einer Krise steckende FC Barcelona hatte wieder enorme Mühe, gewann aber immerhin sein Heimspiel gegen Außenseiter UD Levante mit 1:0. Lange Zeit verzweifelten die Katalanen an Torwart Aitor, dann aber hatte Lionel Messi doch noch seinen großen Auftritt. Mit einem Linksschuss traf er zum goldenen Tor.

          Die Atlético-Niederlage sorgte dafür, dass Real Sociedad San Sebastian durch ein 1:1 im eigenen Stadion gegen SD Eibar wieder auf Platz eins klettern konnte – beim gleichen Torverhältnis durch zwei mehr erzielte Saisontore. Richtig zufrieden waren die Basken mit dem Ergebnis aber nicht.

          In der italienischen Serie A steht der AC Mailand weiter auf Platz eins, obwohl Zlatan Ibrahimovic verletzt fehlte und der Klub im Heimspiel gegen Parma Calcio nicht über ein 2:2 hinauskam. Nach 0:2-Rückstand rettete Theo Hernandez, jüngerer Bruder von Bayern-Spieler Lucas Hernandez, mit zwei Tore noch das Remis.

          Erster Verfolger bleibt Stadtrivale Inter, der zuletzt in der Gladbacher Gruppe der Champions League als Letzter ausschied. Das Spiel bei Cagliari Calcio startete auch nicht gut. Doch den Rückstand drehte das Team von Antonio Conte noch durch drei Treffer nach der 77. Minute zu einem 3:1-Auswärtssieg.

          Auch Pokalsieger SSC Neapel musste einem Rückstand hinterherlaufen. Durch den 2:1-Heimsieg über Sampdoria Genua durch Tore von Hirving Lozano und Andrea Petagna aber bleibt auch die Elf von Trainer Gennaro Gattuso oben dran und liegt nur einen Punkt hinter Inter auf dem dritten Platz.

          Punktgleich mit Neapel ist Dauermeister Juventus Turin. Bei CFC Genua hatte die „Alte Dame“ mit dem Vorletzten der Tabelle aber mehr Mühe als erhofft. Bis kurz vor Ende stand es remis, dann erst setzte sich Juve durch, weil mal wieder Cristiano Ronaldo den Retter spielte – mit zwei Elfmetern.

          In der französischen Ligue 1 verlor Paris Saint-Germain das Heimspiel gegen Olympique Lyon mit 0:1, die Tabellenführung und auch noch seinen Star. Tino Kadewere traf für OL und zog vorbei. Thiago Mendes sah in der Nachspielzeit Rot nach einem Foul an Neymar, der unter Tränen mit der Trage vom Platz gebracht wurde.

          Ganz vorne in der Tabelle liegt nun vorerst Lille OSC. Der Klub aus dem Norden Frankreichs setzte sich gegen Girondins Bordeaux mit 2:1 durch und steht nun punktgleich mit Lyon ganz vorne. Jonathan Bamba und José Fonte erzielten die Tore für die „Doggen“ von Trainer Christophe Galtier.

          Aus der dichten Spitze der Tabelle fiel die AS Monaco etwas heraus. Beim Spitzenspiel bei Olympique Marseille erlebte die Auswahl von Niko Kovac einen Fehlstart und lag nach dreizehn Minuten schon 0:2 hinten. Kevin Volland wurde ausgewechselt, Wissam Ben Yedders Tor reichte nur noch zum 1:2.

          In der niederländischen Eredivisie bleibt die PSV Eindhoven Spitzenreiter Ajax Amsterdam auf den Fersen. Drei Punkte beträgt der Rückstand nach zwölf Partien. Im Heimspiel gegen den FC Utrecht setzte sich die Elf von Roger Schmidt mit 2:1 durch. Mario Götze bereitete ein Tor vor, wurde später aber ausgewechselt.

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