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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Klopp im Glück – Wahnsinnspiel mit Barça

Danke, Mo! Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bedankt sich bei Mohamed Salah. Bild: Reuters

Salah beruhigt Liverpool. Rekord für Guardiolas Elf. Torflut in Wembley und bei Barcelona. Juve zum siebten Mal in Serie Meister. Showdown in Rom. Paris stellt Neymar-Frage. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Seit dem Einzug ins Finale der Champions League fiebert der FC Liverpool nur einem Tag entgegen: dem 26. Mai. Anders als Gegner Real Madrid, der zuletzt Stammgast im Kampf um Europas Fußball-Krone war, mussten die „Reds“ und ihre Fans seit 2007 auf eine Teilnahme warten. Kein Wunder, dass die Gedanken vor allem um den großen Showdown in Kiew schwirrten. Doch in der englischen Premier League gab es auch noch eine Aufgabe zu erledigen, die Trainer Jürgen Klopp und seinem Team Kopfzerbrechen bereitete: Die Qualifikation für die Champions League stand auf dem Spiel.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Im Saisonendspurt hatte Liverpool Schwächen gezeigt. Seit Ende März gab es nur einen Sieg im Kampf um die abermalige Teilnahme an der Königsklasse. Die Sternstunden gegen Manchester City und AS Rom überdeckten die Bredouille, in die sich die Mannschaft in der heimischen Liga brachte. Eine Niederlage am letzten Spieltag bei einem Sieg von Chelsea hätte das Abrutschen auf Platz fünf bedeutet. Doch gerade noch rechtzeitig bekam Liverpool die Kurve: Der 4:0-Sieg über Brighton & Hove Albion beseitigte die Zweifel und Sorgen, die man sich am River Mersey gemacht hatte.

          Dabei zeigte sich, dass sich Klopp auf seinen Torjäger verlassen kann. Mohamed Salah schoss das erlösende erste Tor auf dem Weg zum Sieg. Es war der 32. Treffer des Ägypters, der damit einen Rekord aufstellte und Torschützenkönig wurde. Nie zuvor hatte ein Spieler in der Premier League in einer Saison so oft getroffen. Zudem wurde er als „Spieler des Jahres“ in England ausgezeichnet. Nun bleiben zwei lange Wochen bis zum Champions-League-Finale. Es ist keine einfache Aufgabe für Klopp. Doch Liverpool hat nun bewiesen, dass sie auf den Punkt da sein können.

          Liverpool hätte sich die Sorgen um die Qualifikation für die Champions League im Vorfeld ersparen können, wenn sie gewusst hätten, dass der FC Chelsea eine beschämende Leistung hinlegt. Das 0:3 bei Newcastle United zeigt nur unzureichend die Unterlegenheit der „Blues“ von Antonio Conte.

          Manchester City steht schon länger als Meister fest. Wie verdient der Titelgewinn in der traditionell ausgeglichenen englischen Liga ist, verdeutlicht ein Rekord: Erstmals knackte das Team die Marke von 100 Punkten in einer Saison. Pep Guardiolas Elf siegte zum Abschluss 1:0 in Southampton.

          Was passieren kann, wenn es für zwei Teams um nichts mehr geht, sahen die Fans im Wembley-Stadion. Tottenham Hotspur und Leicester City lieferten sich eine Partie ohne allzu großen Ernst in der Abwehr. Neun Treffer fielen, davon schossen die Torjäger Harry Kane und Jamie Vardy je zwei.

          Die spanische Primera División wird einen spannungsarmen letzten Spieltag erleben. Nur noch eine Entscheidung steht aus: Zieht der FC Sevilla oder der FC Girona in die Qualifikation zur Europa League ein. Im Derby mit Betis verpasste des der FC Sevilla beim 2:2 schon vorzeitig alles klar zu machen.

          Der FC Barcelona zeigte bei UD Levante ein verrücktes Spiel. Der Meister verlor beim Außenseiter mit 4:5. Nach knapp einer Stunde hatten die Katalanen durch Emmanuel Boateng und Enis Bardhi schon fünf Treffer kassiert, ehe sie in einer turbulenten Schlussphase fast noch ausgeglichen hätten. Es war die erste Niederlage in dieser Saison.

          Real Madrid brachte sich in Schwung für das Finale der Champions League in zwei Wochen. Beim 6:0 gegen Celta Vigo fehlte zwar Cristiano Ronaldo nach seiner Blessur im Clásico. Dafür drehte Gareth Bale mit zwei Toren auf. Für den Schlusspunkt sorgte Weltmeister Toni Kroos mit seinem Treffer.

          Atlético Madrid schloss eine Partie mit dem absoluten Lieblingsergebnis von Trainer Diego Simeone ab – 1:0. Koke traf früh, danach verteidigte der Europa-League-Finalist den Vorsprung geschickt. In 37 Spielen hat Atlético nur 20 Gegentreffer kassiert, eine absolute Bestmarke in Spanien.

          In der italienischen Serie A machte Juventus mit einem torlosen Remis sein Meisterstück. Im Topspiel bei AS Rom reichte der eine gewonnene Punkt, um zum siebten Mal in Serie den Titel zu holen. Nach dem Platzverweis für Radja Nainggolan warteten beide Teams nur noch, dass sie Uhr heruntertickt.

          Die Roma spielt damit nächste Saison wieder in der Champions League, genau wie der SSC Neapel. Der Sieg bei Sampdoria Genua half nicht mehr, um Juventus im Titelrennen vor dem finalen Spieltag noch einmal bedrohlich nahe zu kommen. Und so warten sie weiter auf den Titel nach Maradona.

          Dramatischer geht es im Kampf um den letzten Platz in der Champions League zu. Inter Mailand verspielte eine bessere Ausgangsposition durch eine Heimniederlage gegen Sassuolo Calcio. Zwei Tore brachten die Nerazzurri in Rückstand, der Anschlusstreffer kam zu spät zum Punktgewinn.

          Doch Inter hatte Glück im Unglück: Lazio Rom, das auf dem begehrten vierten Platz liegt, kam beim FC Crotone nicht über ein 2:2 hinaus. Nun kommt es am letzten Spieltag zum Showdown zwischen Lazio und Inter. Siegen die Mailänder, sind sie doch noch für die Champions League qualifiziert.

          In der französischen Ligue 1 steht Paris St-Germain schon länger als Meister fest. Da tat das 0:2 gegen Stade Rennes im letzten Heimspiel der Saison nicht weh. Der Sieger freut sich über einen Schritt in die Europa League. In Paris fragt man sich derweil: Kommt Neymar nach der Sommerpause wieder?

          Olympique Marseille bestreitet am Mittwoch das Finale in der Europa League gegen Atlético Madrid. Zuvor gab es in der Liga ein turbulentes Spiel beim 3:3 bei EA Guingamp nach 2:0-Führung. Zudem sah der Torwart die Rote Karte. Platz drei hat Marseille nun nicht mehr selbst in der Hand.

          Dort steht noch Olympique Lyon. Der Klub, in dessen Stadion Marseille das Europapokal-Endspiel bestreitet, verlor ein dramatisches Spiel spät in der Nachspielzeit bei Racing Straßburg, das sich den Klassenverbleib sicherte. Für Spannung oben um die Champions-League-Ränge ist derweil gesorgt.

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