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Premier League : Klopps Überfallkommando bringt City durcheinander

Das war doch was: Trainer Jürgen Klopp (rechts) mit Dejan Lovren. Bild: Reuters

Beim 4:1-Sieg überrollt Liverpool Gegner Manchester City. Mit der Gala sorgt das Team von Jürgen Klopp für den Sturz des alten Spitzenreiters – und den überraschendsten Tabellenführer seit Jahren.

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          Wo bleibt der „Klopp-Effekt“? Die Frage wurde in England laut, als der FC Liverpool 1:2 gegen Crystal Palace verlor. Nur eine Woche später findet der „Guardian“, dass dieser Effekt „viel schneller einsetzen könnte als von den meisten erwartet“. Denn beim famosen 4:1-Sieg bei Manchester City am Samstag haben sich die „Reds“ wie verwandelt gezeigt.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Der Tempo- und Konterfußball von Klopps Team überforderte den bisherigen Tabellenführer der Premier League in einer Weise, dass das Spiel schon nach einer guten halben Stunde entschieden war. City-Trainer Manuel Pellegrini nannte es später „ein vollständiges Desaster“. Noch nie habe er sein eigenes Team so schlecht spielen sehen.

          Klopp hatte Torjäger Christian Benteke auf der Bank gelassen und damit ohne echten Mittelstürmer agiert. Das schuf Freiräume, die Philippe Coutinho und Roberto Firmino brillant nutzen. Wie ein Überfallkommando jagten die beiden Brasilianer durch die City-Verteidigung um Martin Demichelis, den völlig überforderten Vertreter des verletzten Abwehrchefs Vincent Kompany.

          Eine Flanke Firminos stolperte City-Verteidiger Eliaquim Mangala ins eigene Tor (3. Minute). Coutinho traf von der Strafraumgrenze (23.). Und nach einem schicken Hacken-Pass des starken Deutschen Emre Can kombinierte sich das brasilianische Duo durch den Strafraum, ehe Firmino ins leere Tor traf (32.). Nach dem 1:3 durch Sergio Agüero (44.) besiegelte Abwehrspieler Martin Skrtel mit dem 1:4 (81.) die höchste Heimniederlage der „Blues“ seit fast dreizehn Jahren.

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          Klopp blieb betont sachlich, lobte die Konter seines Teams, fand das Abwehrverhalten noch „nicht perfekt“ und äußerte die Hoffnung, dieser Sieg helfe „den Jungs, dass sie anfangen, an sich selber zu glauben“. Noch aber muss Klopp auch den „Kop“ überzeugen, die Fans auf der berühmten Tribüne an der Anfield Road. Die besten Darbietungen hat sich sein Team bisher für Auswärtsspiele aufgehoben, das 3:1 bei Chelsea, nun das 4:1 in Manchester.

          Vor Heimpublikum dagegen bot es noch nichts Begeisterndes, im Gegenteil. Beim 1:2 gegen Crystal Palace irritierte Klopp die Reaktion vieler Fans. Tausende verließen lange vor Schlusspfiff das Stadion. „Ich hatte es nicht für möglich gehalten, das letzte Spiel zu verlieren“, sagte Klopp. „Nun haben wir uns die drei Punkte zurückgeholt.“ Noch ist Klopps Team als Neunter acht Punkte von der Tabellenspitze entfernt, hat ganz oben aber schon etwas bewegt.

          Vorneweg: Schweinsteiger jubelt über den späten Siegtreffer

          Weil Liverpool bei City gewann und auch der bisherige Zweite Arsenal patzte (1:2 bei West Bromwich Albion, wobei Santi Cazorla kurz vor Schluss beim Elfmeter ausrutschte und übers Tor schoss), hat die reichste Liga der Welt den überraschendsten Tabellenführer seit Jahren. Leicester City, erst im Vorjahr nach zehn Jahren in die Premier League zurückgekehrt, steht nach dem 3:0-Sieg in Newcastle ganz oben. Dank Klopp. Vor allem aber dank Jamie Vardy. Der Torjäger traf im zehnten Spiel nacheinander und stellte damit den alten Ligarekord von Ruud van Nistelrooy ein.

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