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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Debakel für Tuchel – Klopp ohne Ausrutscher

Mohamed Salah traf wieder für Liverpool und empfängt den Jubel der Fans. Bild: AFP

Liverpool gewinnt Topspiel. Enttäuschung für Barcelona ohne Messi. Juve verliert und ist noch nicht Meister. Paris erlebt eine schwarze Nacht. Eintracht-Gegner Benfica in Torlaune. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Fußballfans haben oft ein erstaunlich gutes Gedächtnis – und Journalisten auch. Und so wurde Jürgen Klopp vor dem Topspiel der englischen Premier League zwischen seinem FC Liverpool und dem FC Chelsea mit einer Szene konfrontiert, die schon fünf Jahre zurückliegt und an der er überhaupt nicht beteiligt war. Ganz einfach, weil es zu jener Zeit noch Borussia Dortmund trainierte. Damals hatten die „Reds“ fünf Punkte Vorsprung auf die „Blues“ – und verloren das Duell an der Anfield Road, weil Steven Gerrard an der Mittellinie ausrutschte und Chelseas Demba Ba so die Führung ermöglichte.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Macht die Erinnerung die Liverpooler etwas nervös? Klopp wiegelte ab. Das sei so lange her. „Bevor ich diesen Raum betreten habe, habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht. Ich bin mir nicht sicher, ob das irgendwer außer Ihnen im Kopf hat“, antwortete der Coach. „Das ist eine neue Geschichte, nur die Klubnamen und Farben sind noch dieselben.“ Und nur zwei Spieler von damals waren dabei. Cesar Azpilicueta spielt nach wie vor bei Chelsea. Ein anderer hat die Seiten gewechselt: Mohamed Salah ist nun der Superstürmer des FC Liverpool. Damals wurde er bei Chelsea eingewechselt.

          Vielleicht liegt es ja am Ägypter, dass die „neue Geschichte“ diesmal einen anderen Schluss fand als damals. Diesmal rutschte kein Spieler des FC Liverpool im ungünstigsten Moment aus. Stattdessen sorgte ein Doppelschlag in der zweiten Halbzeit für den 2:0-Sieg. Erst köpfte Sadio Mané Liverpool in Führung, keine zwei Minuten knallte einer den Ball ins Tor, den Chelsea ziemlich gut kennt – Salah. Es war schon sein 19. Saisontor, ein weiteres auf dem Weg zum erhofften Titel. Danach zeigte er beim Jubel eine Yoga-Figur. Wenn es tatsächlich mit der Meisterschaft klappt, hauen sie ihm aber vielleicht auch ein Denkmal in den Stein. Damit sich Fans und Journalisten ganz lange daran erinnern können.

          Auch Manchester City gab sich auf der Zielgeraden keine Blöße beim 3:1 bei Crystal Palace. Raheem Sterling beruhigte mit zwei Toren die Nerven der Elf von Pep Guardiola. Nach dem Anschluss machte Gabriel Jesus in der Nachspielzeit alles klar. City liegt ein Spiel und zwei Punkte hinter Liverpool.

          Dahinter will sich Tottenham Hotspur nicht von Platz drei verdrängen lassen. Im dritten Heimspiel im neuen Stadion gab es den dritten Sieg ohne Gegentor. Victor Wanyama traf zur Führung gegen den Absteiger Huddersfield Town, danach gelang Lucas Moura ein Dreierpack für die Spurs.

          Unbedingt in die Champions League möchte auch Manchester United. Nach dem Trainerwechsel von José Mourinho zu Ole Gunnar Solskjaer legten die „Red Devils“ eine Aufholjagd hin, die sie ganz nah an Platz vier führt. Beim 2:1-Sieg über West Ham United erzielte Paul Pogba zwei Tore per Elfmeter.

          In der spanischen Primera División ist der FC Barcelona auf Kurs Richtung Meisterschaft. So schonte Trainer Ernesto Valverde einen Großteil seiner Stars zwischen den Champions-League-Spielen gegen Manchester United. Ohne Lionel Messi und Co. reichte es bei SD Huesca nur zu einem 0:0.

          Besser machte es Atlético Madrid, das sechs Spieltage vor Schluss neun Punkte Rückstand auf Barca hat. Die Mannschaft von Diego Simeone besiegte Celta Vigo mit 2:0. Antoine Griezmann und Alvaro Morata trafen, während Diego Costa den ersten Teil seiner Acht-Spiele-Sperre abbrummte.

          Stadtrivale Real Madrid ist erst an diesem Montag (21.00 Uhr bei DAZN) an der Reihe mit dem Spiel bei CD Leganes. Zuvor stärkte Trainer Zinedine Zidane dem früheren Weltmeister Toni Kroos den Rücken und dementierte Gerüchte, dass der Deutsche bei Real auf der Abschussliste stehen soll.

          Das Stadtderby von Sevilla hielt, was es versprach. Im Duell der Nachbarn ging es hoch her. Am Ende jubelte der FC Sevilla, der auf Kurs Champions League ist. 3:2 hieß es am Ende in einer Partie mit fünf teils sehenswerten Toren und jeder Menge Gelber Karten.

          Mit einem Sieg bei SPAL Ferrara, das im Abstiegskampf steckt, hätte Juventus Turin den nächsten Meistertitel sichern können. Doch die „Alte Dame“ verlor mit einer B-Elf ohne Cristiano Ronaldo. Nach der Führung durch Talent Moise Kean drehte Ferrara die Partie noch mit zwei Treffern.

          Damit hat die SSC Neapel rein theoretisch weiter die Möglichkeit, doch noch italienischer Meister zu werden, auch wenn man dazu alle Spiele gewinnen und Juventus alle verlieren müsste. Bei Chievo Verona klappte das schon mal. Abwehrspieler Kalidou Koulibaly gelang beim 3:1 ein Doppelpack.

          In der französischen Ligue 1 muss Paris St. Germain auf den Titel warten. Die Elf von Thomas Tuchel ging beim ersten Verfolger OSC Lille mit 1:5 unter. Erst unterlief Thomas Meunier ein Eigentor. Dann glich der frühere Bayer Juan Bernat aus, ehe er die Rote Karte sah. Danach drehte Lille völlig auf.

          In der portugiesischen Primeira Liga holte sich Benfica Lissabon Platz eins vom FC Porto zurück. Der Europa-League-Gegner von Eintracht Frankfurt besiegte Vitória Setubal mit 4:2. Rafael Silva gelang ein Doppelpack, dazu waren Jungstar Joao Felix und Haris Seferovic für Benfica erfolgreich.

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