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Rassismus im Fußball : „Dumme Leute gibt es auf der ganzen Welt“

  • Aktualisiert am

Jürgen Klopp (links) und Pep Guardiola kämpfen gemeinsam gegen Rassismus im Fußball. Bild: dpa

Jürgen Klopp und Pep Guardiola machen gemeinsame Sache. Beide Trainer kämpfen, wie ihr Kollege Maurizio Sarri vom FC Chelsea, gegen Rassismus im Fußball – und fordern nun drastische Maßnahmen.

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          Teammanager Jürgen Klopp vom englischen Fußball-Spitzenklub FC Liverpool und seine Kollegen Pep Guardiola vom Meister Manchester City sowie Maurizio Sarri vom FA-Cup-Sieger FC Chelsea haben sich im Zusammenhang mit Rassismus in den Stadien für drastische Maßnahmen ausgesprochen. Klopp erklärte, bei rassistischen Beleidigungen sei seiner Meinung nach „jede Bestrafung erlaubt. Was auch immer ich tun könnte, ich würde es tun. Wir müssen diese Spiele dann unterbrechen und einfach alles dagegen tun“, sagte er. Der Italiener Sarri schlug vor, dass der Schiedsrichter bei ersten rassistischen Ausfällen das Spiel zunächst für zehn Minuten unterbricht, sollten anschließend weitere diskriminierende Äußerungen auf den Tribünen zu vernehmen sein, müsse der Referee das Spiel abbrechen.

          „Wir brauchen eine Regel für die Premier League, aber auch für den gesamten Fußball, die es erlaubt, bei rassistischen Vorfällen die Spieler zu schützen“, sagte Sarri. Der frühere Bayern-Trainer Guardiola äußerte sich angesichts der jüngsten Zwischenfälle ähnlich und behielt sich vor, bei rassistischen Attacken gegen seine Spieler, seine Mannschaft vom Feld zu nehmen.

          Die drei Teammanager machten aber unisono deutlich, dass Rassismus kein spezifisches Problem des Fußballs, sondern der Gesellschaft sei. „Dumme Leute gibt es auf der ganzen Welt“, sagte Sarri, der dieses Problem auch aus seiner Heimat kennt. Guardiola betonte, dass er keinen Alleingang unternehmen werde: „Ich müsste das mit dem Verein, unserem Vorstand, meinem Kapitän sowie mit der ganzen Mannschaft besprechen. Wenn wir alle einer Meinung sind, werden wir auch in einem entsprechenden Fall handeln.“

          Klopp forderte eine Abkehr von der Kultur des Wegschauens. „Man darf so etwas nicht ignorieren. Wir müssen mit dem Finger darauf zeigen und offen darüber sprechen. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass Menschen, die sowas tun, bestraft werden“, stellte er klar. Am vergangenen Montag waren während des 5:1 der Engländer im EM-Qualifikationsspiel in Podgorica gegen Montenegro die dunkelhäutigen Spieler Raheem Sterling (Manchester City), Danny Rose (Tottenham Hotspur), Callum Hudson-Udoi (FC Chelsea) und indirekt auch Jadon Sancho von Bundesligaverein Borussia Dortmund, der auf der Bank saß, mit Affenlauten und anderen rassistischen Schmähungen beleidigt worden. Diese Spieler waren in der Vergangenheit auch in anderen Stadien mit rassistischen Äußerungen oder Taten konfrontiert worden.

          Sportlich hält Manchester City derweil hält im Titelduell mit Liverpool den Druck hoch. Die Mannschaft von Guardiola gewann am 32. Spieltag der Premier League beim hochgradig abstiegsgefährdeten FC Fulham mit 2:0 (2:0) und übernahm mit 77 Punkten wieder die Tabellenspitze. Am Sonntag (17.30 Uhr bei DAZN) können die von Klopp trainierten Liverpooler (76) wieder vorbeiziehen, allerdings stehen die Reds gegen den Tabellendritten Tottenham Hotspur vor einer schweren Prüfung. ManCity hat zudem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Bernardo Silva (5.) und Torjäger Sergio Agüero (27.) trafen für die Gäste im Craven Cottage. Nationalspieler Ilkay Gündogan stand in der Startelf der Sky Blues, sein zuletzt formstarker DFB-Kollege Leroy Sane nahm auf der Bank Platz.

          Der von Jan Siewert trainierte Underdog Huddersfield Town steht dagegen sechs Spieltage vor Saisonende als erster Absteiger fest. Nur Derby County (2007/08) war genauso früh in der Saison abgestiegen. Nach dem 0:2 (0:0) bei Crystal Palace haben die Terriers mit 14 Punkten keine Chance mehr, das rettende Ufer zu erreichen, nachdem auf den letzten Nichtabstiegsplätzen sowohl der FC Burnley durch das 2:0 (1:0) gegen die Wolverhampton Wanderers als auch der von Ralph Hasenhüttl betreute FC Southampton durch das 1:0 (0:0) bei Brighton & Hove Albion ihr Konto jeweils auf 33 Punkte aufstockten. Der frühere Bayern-Profi Pierre-Emile Hojbjerg (53.) erzielte das Siegtor für die Saints. Siewert, der im Januar die Nachfolge von Aufstiegstrainer David Wagner angetreten hatte, gelang nur ein Sieg in seinen ersten neun Spielen. Luka Milivojevic (77., Foulelfmeter) und Patrick van Aanholt (88.) erzielten die Tore für Crystal Palace.

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