https://www.faz.net/-gtl-94oj3

Eurogoals : Klopp in Rage – Rücken-Tor aus 24 Metern

Liverpools Trainer Jürgen Klopp konnte seinen Ärger kaum zurückhalten. Bild: Reuters

Wütendes TV-Interview des Trainers. Rekord für Guardiola gegen Mourinho. Chelsea und Arsenal patzen. Barcelona gewinnt, Real beeindruckt. Kurioser Treffer in Italien. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Jürgen Klopp war nicht zu bremsen – nach dem Spiel. Als Craig Pawson das Merseyside-Derby des FC Liverpool gegen den FC Everton abpfiff, steuerte der Trainer der „Reds“ auf den Schiedsrichter zu. Er war nicht der einzige, der Redebedarf hatte. Statt mit einem Sieg in der Tabelle hochzuklettern, holte Liverpool nach einem überlegen geführten Spiel beim 1:1 nur einen Punkt. Mohamed Salah hatte das Team von der Anfield Road in Führung gebracht. Der ehemalige englische Nationalspieler Wayne Rooney glich aus – per Elfmeter. Und genau das brachte Klopp und die Seinen so in Rage.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Everton hatte nicht einmal auf das Liverpooler Tor geschossen. Dann schickte Rooney den Kollegen Dominic Calvert-Lewin mit einem weiten Ball auf die Reise. Im Strafraum angekommen nutzte der Angreifer einen leichten Kontakt von Abwehrspieler Dejan Lovren und fiel sofort zu Boden. Eigentlich zucken englische Unparteiische bei solchen Szenen nicht einmal mit der Wimper, Pawson aber zeigte auf den Elfmeterpunkt. Klopp und Lovren mussten nach dem Spiel mit Mühe zurückgehalten werden. Doch damit nicht genug: Im TV-Interview mit Sky-Reporter Pat Davison ließ er mächtig Frust ab.

          Zunächst echauffiert sich Klopp, dass Liverpool das einzige Team gewesen sei, dass gewinnen wollte. Als es um die entscheidende Szene geht, dreht der Trainer den Spieß um: „Ist es Ihrer Meinung nach ein Strafstoß?“ Der Reporter wiegelt ab: „Meine Meinung ist unwichtig.“. Klopp: „Meine offenbar auch.“ Der Deutsche bleibt hartnäckig, bis sich der Journalist festlegte: „Ein leichter Kontakt, aber es ist ein Elfmeter.“ Da ist Klopp nicht zu bremsen: „Hahaha. Dann können wir das Interview beenden, weil ich nur mit Menschen sprechen will, die ein bisschen was von Fußball verstehen.“ Davison verweist auf Experten im Studio, die den Elfmeterpfiff auch als korrekt bewerteten. Klopp blickt in die Kamera: „Oh. Entschuldigung. Ich liege falsch, alle anderen richtig.“ Und weiter: „Können wir das bitte beenden.“ Wenig später ist das Gespräch beendet – und Klopps Laune noch schlechter. Zumal Everton-Coach Sam Allardyce den Ärger noch steigerte, indem er sagte: „Er kann solange jammern, wie er will. Es war ein Elfmeter.“

          Nicht viel besser erging es auch José Mourinho. Im Manchester-Derby verlor er erstmals in seiner Trainerkarriere ein Heimspiel an einem Sonntag. United unterlag City mit 1:2. Damit stellte das Team von Pep Guardiola mit 14 Siegen in Serie einen Rekord in England auf und liegt elf Punkte vorne.

          Einen Rückschlag erlitt auch der Meister der vergangenen Saison. Der FC Chelsea unterlag bei West Ham United 0:1. Damit liegen die „Blues“ schon jetzt vierzehn Punkte hinter Manchester City. Das einzige Tor erzielte ein alter Bekannter: Der frühere Bremer Marko Arnautovic war erfolgreich.

          Auch der FC Arsenal ließ Punkte im Kampf um die besten Plätze liegen. Beim FC Southampton lagen die „Gunners“ mit Mesut Özil und Per Mertesacker früh zurück. Kurz vor dem Abpfiff rettete Olivier Giroud immerhin noch einen Punkt. Doch der Rückstand auf Platz eins beträgt schon siebzehn Zähler.

          Der FC Barcelona gibt sich in der spanischen Primera Division weiter souverän. Beim schweren Auswärtsspiel brauchen die Katalanen aber einen starken Torwart Marc-Andre ter Stegen und eine Rote Karte für den Gegner. Danach treffen Luis Suarez und Lionel Messi zum Sieg.

          Mit den „Königlichen“ muss im Titelrennen gerechnet werden. Vor der Partie präsentierte Cristiano Ronaldo seinen fünften Goldenen Ball als Weltfußballer, dann machte Real mit dem FC Sevilla kurzen Prozess. In 40 Minuten gelang ein Fünferpack, auch Toni Kroos trug sich in die Torschützenliste ein.

          Das Topspiel der italienischen Serie A endete ohne Sieger. Meister Juventus Turin war deutlich überlegen im Duell mit Inter Mailand, doch der Spitzenreiter verteidigte mit Geschick und Glück das torlose Remis. Auch Sami Khedira vergab eine gute Chance. Inter liebt damit weiter vorne.

          Während die Topteams mit Toren geizten – auch Neapel spielte 0:0 gegen Florenz – machten es Cagliari und Sampdoria besser. Genua sah schon wie der Sieger aus. Doch dann missglückte dem Torwart ein Schuss und Diego Farias traf aus 24 Metern mit dem Rücken. Am Ende hieß es 2:2.

          In der französischen Ligue 1 hat sich Paris Saint-Germain von den ersten Niederlagen der Saison gut erholt. Nach dem 1:2 in Straßburg und dem 1:3 in München gelang gegen Lille ein 3:1 – ohne den gesperrten Neymar. Dabei klingt das Ergebnis für den souveränen Spitzenreiter deutlicher als es war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Immer mehr, immer größer, immer schneller: Autos auf den Straßen von Berlin.

          Wandel der Mobilität : Augen auf vorm Autokauf!

          Ob Auto, Bahn oder Fahrrad – Mobilität ist individuell und abhängig von Bedürfnissen und Lebensumständen. Doch jeder sollte bereit sein, sich zu hinterfragen.

          Größte Computerspiele-Messe : Das sind die Kracher der Gamescom

          In Köln läuft noch bis heute ein kunterbuntes Festival – die Gamescom: Was ist dort neu? Welche Bedeutung spielt die Cloud? Und: Warum begeistern dystopische Spiele und Außenseiterrollen die Gamer? Das und mehr im neuen Digitec-Podcast.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.