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Trainer des FC Liverpool : Auch Klopp hätte Messi gerne in seinem Team

  • Aktualisiert am

„Wer würde Messi denn nicht gern in seiner Mannschaft haben“: Jürgen Klopp Bild: dpa

Lionel Messi will Barça wohl Richtung England verlassen. Manchester City mit Pep Guardiola gilt als Favorit für eine Verpflichtung des Stars. Liverpool-Coach Jürgen Klopp fände das gut. Aber noch ein Klub zeigt Interesse.

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          Die Anzeichen für einen Wechsel des argentinischen Superstars Lionel Messi vom FC Barcelona zu Englands Meisterschaftszweiten Manchester City verdichten sich – auch wenn es nun einen französischen Mitbewerber gibt. Laut Medienberichten soll Messi mit seinem früheren und heute bei City beschäftigten Trainer Pep Guardiola schon vorher über seinen Abschiedswunsch aus Barcelona gesprochen haben. Liverpools Meistermacher Jürgen Klopp fände einen Wechsel in die Premier League gut.

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          Die britische Zeitung „The Times“ schrieb am Freitag über ein angebliches Telefonat zwischen Messi und Guardiola. Auch die Online-Portale „Goal“ und „Spox“ hatten darüber berichtet. Nachdem Messi seinem einstigen Förderer von seinen Wechselabsichten erzählt habe, soll Guardiola angekündigt haben, sich bei den Man-City-Bossen für eine Verpflichtung des 33-Jährigen einzusetzen.

          Nach Informationen der „Times“ soll sich der City-Chef und frühere Barça-Vizepräsident Ferran Soriano sogar schon in der spanischen Region Katalonien aufhalten, um kommende Woche Messis Vater Jorge zu Gesprächen zu treffen. Allerdings könnte es einen weiteren finanzstarken Konkurrenten für City geben. Die spanische Zeitung „Ole“ vermeldete am Freitag, auch PSG-Sportdirektor Leonardo habe zu Jorge Messi Kontakt aufgenommen. Die hohen Gehaltsforderungen des Argentiniers könnten beide Klubs erfüllen, sportlich gesehen ist die Premier League mit City eindeutig die attraktivere Herausforderung für Messi.

          Dem Liverpool-Trainer würde es gefallen, wenn Messi in die Premier League wechseln würde. „Messi hat noch nie in einer anderen Liga (als der spanischen) gespielt“, erklärte Klopp. „Fußball ist anders hier. Ich würde das gern sehen. Ich bin mir aber nicht sicher, dass es dazu kommt.“ Er meinte: „Es würde Man City natürlich helfen und es schwerer machen, sie zu schlagen.“ Ob er selbst Interesse an Messi hätte? „Wer würde Messi denn nicht gern in seiner Mannschaft haben“, entgegnete Klopp amüsiert. „Aber da gibt es keine Chance. Trotzdem ein guter Spieler, na klar. Für die Premier League wäre das großartig. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Liga überhaupt noch einen weiteren Schub braucht.“

          Vorausgesetzt, dass Messi tatsächlich aus seinem Vertrag mit Barça rauskommt, stehen die Chancen für City so gut wie nie. Nicht zuletzt dank Pep Guardiola. Unter dem spanischen Starcoach spielte Messi in Barcelona von 2008 bis 2012. Neben unzähligen nationalen Titeln gewann das Duo zusammen zweimal die Champions League. Und die steht bei Manchester City bekanntlich ganz oben auf der Wunschliste.

          Kaum mehr als einen Monat nach dem letzten Saisonspiel kämpft das Team von Trainer Klopp derweil an diesem Samstag (17.30 Uhr bei DAZN) im Supercup mit Pokalsieger FC Arsenal um den ersten Titel der Saison. Die Vorbereitungszeit der Reds war minimal. „Will ich nach nur zwei Wochen Vorbereitung ein richtiges Match spielen? Nein!“, sagte Klopp am Freitag. „Aber wir wussten das ja schon eine Weile.“

          Einen hohen Stellenwert hat der Supercup, der in England Community Shield heißt, nicht. Er gilt eher als besseres Freundschaftsspiel und als letzter Formcheck vor dem Premier-League-Start. Auch wenn die Beteiligten das jedes Jahr wieder abstreiten – so wie Klopp. „Mich interessiert nicht, was andere Leute darüber denken“, bekräftigte er. „Wir müssen in dem Spiel einfach liefern. Es geht darum, hart zu kämpfen und sich voll reinzuhängen. Wir sollten das echt versuchen. Wir wollen das wirklich.“

          Auch sein Gegenüber Mikel Arteta ist über den Zeitpunkt der Partie nicht besonders glücklich. „Wir hatten nur zwei Trainingseinheiten, und dieses Spiel kommt in der Mitte unserer Mini-Saisonvorbereitung. Das ist also nicht gerade der ideale Moment, um zu spielen“, sagte der Arsenal-Trainer. „Wir versuchen uns zu arrangieren und das Team in die bestmögliche Form zu bekommen, um am Samstag mitzuhalten.“

          Die unmittelbare Vorgeschichte der beiden Supercup-Kontrahenten ist beinahe gegensätzlich. Liverpool sicherte sich in einer überragenden Premier-League-Saison vorzeitig die lang ersehnte erste Meisterschaft seit 30 Jahren. Klopps Mannschaft scheiterte aber in allen anderen Wettbewerben. In der Liga werden die Reds, die ein Jahr zuvor die Champions League gewonnen hatten, jetzt vom Jäger zum Gejagten.

          Arsenal erlebte hingegen eine völlig verkorkste Spielzeit in der Premier League, die im vergangenen Dezember zum Trainerwechsel von Unai Emery zu Mikel Arteta führte. Dem gelang es zwar nicht mehr, sich mit Arsenal über die Tabelle für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, er schaffte aber durch den FA-Cup-Triumph noch den Sprung in die Europa League. Den Aufwind der vergangenen Wochen will Areta mit seinem Team, in dem der frühere deutsche Weltmeister Mesut Özil wohl keine Rolle mehr spielt, nun im Supercup bestätigen.

          „Es ist kein Freundschaftsspiel, es ist ein echtes Match gegen Arsenal“, betonte Klopp. Aber ohne eine vollständige Vorbereitung und ohne Fans, die wegen der Coronavirus-Krise auch weiterhin nicht dabei sein dürfen, könnte es im menschenleeren Wembley-Stadion schwer werden, das Gefühl eines Freundschaftsspiels abzuschütteln.

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