https://www.faz.net/-gtl-a0ntz

Liverpooler Geisterspiel : Nach der Nullnummer wird Klopp zum Scherzkeks

  • Aktualisiert am

Keine Tore, aber gute Laune: Jürgen Klopp (links) und Carlo Ancelotti Bild: AFP

Der Neustart misslingt dem FC Liverpool. Trotz des 0:0 beim FC Everton ist die Laune bei Jürgen Klopp gut. Weniger als der Weg zum Meistertitel beschäftigen den Trainer die Besonderheiten der Corona-Geisterspiele.

          2 Min.

          Trotz der enttäuschenden Nullnummer im Derby war Jürgen Klopp gut gelaunt. Nach dem torlosen Remis seines FC Liverpool beim Lokalrivalen FC Everton scherzte der Coach am Sonntagabend über die fehlende Stimmung auf den leeren Rängen. „Die Atmosphäre auf dem Platz war gut, im Stadion ausbaufähig“, resümierte Klopp beim Sender Sky Sports. Das sei in Zeiten des Coronavirus eben normal. „Keiner hat darauf gewartet, dass vielleicht doch noch einer von den Journalisten aufsteht und die Laola macht.“

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Sichern Sie sich alle aktuellen Informationen und Hintergründe zur Präsidentenwahl

          Jetzt F+ für nur 1€/Woche lesen

          Das erste Premier-League-Spiel nach rund 100 Tagen hinterließ beim Liverpool-Trainer gemischte Gefühle. „Wir wollen natürlich besseren Fußball spielen“, sagte er, „aber für den Anfang bin ich zufrieden.“ Nach dem 0:0 müssen sich die Reds bis zum Gewinn der Meisterschaft wahrscheinlich noch länger gedulden. Die Entscheidung könnte sogar erst im direkten Duell mit Titelverteidiger Manchester City fallen.

          „Es ist ein Punkt, und dann noch auswärts“, stellte Klopp am BBC-Mikrofon klar und grinste. „Wir werden nie so versnobt sein, dass wir nicht gern einen Auswärtspunkt bei Everton mitnehmen.“ Ein Punkt gewonnen, zwei verloren – damit können der 53-Jährige und seine Mannschaft den Titel in dieser Woche nur feiern, wenn auch Man City in einem seiner beiden Spiele Punkte verschenkt.

          Das ideale Szenario für die Reds: Man City gewinnt nicht gegen den FC Burnley. Dann könnte Liverpool den Titel am Mittwoch aus eigener Kraft mit einem Sieg gegen Crystal Palace perfekt machen. Andernfalls müssen womöglich nicht nur die Fans, sondern auch Klopp und seine Spieler vor dem Fernseher feiern – falls nämlich Liverpool gegen Palace gewinnt und Man City am Donnerstag beim FC Chelsea Punkte einbüßt, wären die Reds ebenfalls Meister. Gewinnt Titelverteidiger City beide Spiele, kommt es am 2. Juli zum Showdown in Manchester: der alte gegen den wahrscheinlich neuen Meister.

          Solche Gedankenspiele stellte Klopp nach dem Premier-League-Comeback nicht an, zumal es im Derby gegen das Team von Carlo Ancelotti auch schlimmer hätte kommen können. Klopp räumte ein, „dass Everton die größte Chance hatte, das Spiel zu gewinnen.“ Liverpool-Keeper Alisson hatte in der 80. Minute einen Schuss von Dominic Calvert-Lewin sensationell pariert. „Absolut überragend“, lobte der Coach seine brasilianische Nummer eins. „Das macht einen Weltklasse-Torwart aus – er hat 90 Minuten fast nichts zu tun, aber dann ist er da.“

          Obendrein hatte der Tabellenführer Glück, weil Tom Davies im direkten Nachschuss nur den linken Pfosten traf. Insgesamt waren die Reds ohne ihren angeschlagenen Stürmer Mohamed Salah, der auf der Bank blieb, zwar die spielbestimmende Elf. Doch es fehlte die Torgefahr. „Klar, wir hatten nicht genug Chancen, aber so ist das eben“, sagte Klopp. „In der Offensive brauchst du deine Momente in Spielen, und in diesen Momenten musst du den Rhythmus finden, das ist heute nicht passiert.“

          Kein Rhythmus, keine Tore – und eine ungewohnte Geräuschkulisse. Neben den Anweisungen der Trainer und den Anfeuerungsrufen der Spieler war während des Derbys sogar ein Straßenmusiker zu hören, der außerhalb des Stadions Saxophon spielte. Klopp zog am Ende des Tages ein amüsantes Fazit: „Im leeren Goodison-Stadion ist die Stimmung nicht schlechter als im leeren Anfield-Stadion.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wie lässt sich eine Million in Form eines Grundstücks anlegen?

          Monopoly, Börse oder Spende : Was tun mit einer Million?

          Eine Frau erbt ein Grundstück im Wert einer Million. Wie lässt sich damit Geld verdienen, wenn das Grundstück nicht benötigt wird? Darauf lässt sich ein Supermarkt bauen, oder das Grundstück in Aktien eintauschen.
          Katja Scholtz (links) und Kirstin Warnke

          Volkskrankheit Migräne : Dann bin ich wohl ein Totalschaden

          Sie kennen sich nur flüchtig. Dann erfährt die eine, dass die andere auch Migräne hat – wie sie selbst. Und schreibt ihr. Ein Mailwechsel über Schmerzen, Scham und flüchtige Momente der Freude.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.