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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : „Was für ein Tor! Unglaublich! Verrückt!“

Torwart Alisson Becker trifft und Liverpool ist auf dem Häuschen. Bild: AFP

Torwart trifft für Liverpool. Spektakel vom Guardiola-Team. Ärger bei Tuchel. Drama in Madrid im Kampf um Titel. Juve trotz eines Siegs in Not. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Jürgen Klopp lächelte, als er über seinen Part bei diesem spektakulären Tor sprach: „Mein Anteil am Tor war, dass ich ihm nicht zugerufen habe, dass er hinten bleiben soll. Ich habe ihn loslaufen lassen.“ Der Trainer des FC Liverpool, der sonst nie um ein paar Worte verlegen ist, schwieg also im richtigen Moment und wurde belohnt. Denn der, den er nicht davon abhielt, nach vorne zu laufen, war Torwart Alisson Becker. Und so kam es, dass er beim Spiel der englischen Premier League im gegnerischen Strafraum auftauchte und spät den 2:1-Siegtreffer Liverpools bei West Bromwich Albion erzielte.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Er tat das nicht durch Zufall, sondern so, wie es selbst beste Stürmer selten hinbekommen. Nach einer Ecke von Trent Alexander-Arnold stand Alisson Becker am ersten Pfosten, legte sich leicht zurück und ließ den technisch anspruchsvollen Kopfball unhaltbar ins lange Eck fliegen. „Das ist das beste Tor, das ich von einem Torhüter gesehen habe“, sagte Klopp der BBC. „Was für ein Tor. Unglaublich. Seine Technik ist absolut verrückt. Der Ball hätte keinen besseren Spieler in keinem besseren Moment treffen können. Wenn Olivier Giroud (Stürmer und Weltmeister vom FC Chelsea, die Redaktion) so ein Tor schießt, nennt man es Weltklasse. Wow!“

          „Ich könnte nicht glücklicher sein“

          Für den Torschützen war es emotional. „Manchmal übe ich im Training Kopfbälle – aus Spaß“, sagte der Brasilianer bei Sky: „Ich könnte nicht glücklicher sein als jetzt.“ Im Februar starb überraschend sein Vater. „Ich hoffe, dass er hier war, um das zu sehen. Ich bin mir sicher, er feiert mit Gott an seiner Seite“, sagte Alisson Becker, der als erster Torhüter in Liverpools Geschichte seit 1892 in einem Pflichtspiel traf. „Wenn er leidet, leiden wir alle. Es gibt wichtigere Dinge als Fußball, aber wenn der Fußball solche Momente liefern kann, dann ist er für ein paar Sekunden das Beste, was es gibt“, sagte Klopp.

          Das 2:1 beim Absteiger aus West Brom wahrte Liverpools Chance auf die Champions League. Zwei Spieltage vor Saisonende ist es nur ein Punkt bis zu Chelsea auf Platz vier und nur drei bis zu Leicester City auf dem dritten Rang. Der Premier League steht also ein spannendes Finish bevor. Hal Robson-Kanu brachte West Bromwich überraschend in Führung, Mohamed Salah glich aus. Dann dauerte es lange, bis Alisson Becker seinen großen Auftritt hatte. Klopp konnte davon nicht genug kriegen: „Wir haben uns das Tor schon zehn Mal in der Kabine angeschaut“, sagte er wenige Minuten nach Abpfiff.

          Manchester City ist schon Meister und lieferte beim 4:3 bei Newcastle United ein Spektakel. Fernan Torres war mit gleich drei Treffern für die Elf von Trainer Pep Guardiola der überragende Spieler nach zweimaligem Rückstand. Es war der zwölfte Auswärtssieg in Serie – das ist neuer englischer Rekord.

          Im Kampf um die Plätze für den Europapokal lief es für Liverpools Konkurrenten unrund. West Ham United kam bei Brighton & Hove Albion nur zu einem 1:1. Die Tottenham Hotspur zogen durch ein 2:0 gegen die Wolverhampton Wanderers vorbei. Der FC Everton unterlag Sheffield United 0:1.

          Der FC Chelsea verpasste nach dreieinhalb Monaten unter Thomas Tuchel den ersten Titel. Im Finale um den FA Cup unterlagen die „Blues“ im Wembleystadion in London Leicester City. Youri Tielemans erzielte den einzigen Treffer. Trainer Tuchel ärgerte sich nach dem 0:1 über den Video-Assistenten.

          In der spanischen La Liga bot der vorletzte Spieltag einige Dramatik. Atlético Madrid hatte gegen CA Osasuna viele Chancen, traf aber zunächst nicht, ein Treffer von Stefan Savic wurde aberkannt. Dann ging Osasuna auch noch in Führung, ehe Renan Lodi und Luis Suarez die Partie doch noch drehten.

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