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DFB-Kapitän Kimmich : „Das ist ein überragendes Gefühl“

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„Es war ein besonderer Moment in meiner Karriere“: Joshua Kimmich Bild: Picture-Alliance

Erstmals hat der 24 Jahre alte Joshua Kimmich die Nationalelf als Kapitän auf den Rasen geführt. Bundestrainer Joachim Löw hat ein spezielles Lob für ihn. Bayern-Spieler Kimmich spricht nach dem Spiel auch über die Personalie Thomas Müller.

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          Für Joshua Kimmich war es einfach „ein besonderer Moment“. Joachim Löw verband die Kapitänsrolle für den 24 Jahre alten Münchner im Länderspiel gegen Argentinien mit einem speziellen Lob. „Er ist ein Vorbild in seiner ganzen Einstellung“, sagte der Bundestrainer nach dem 2:2 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend in Dortmund zu Kimmich.

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          Zweimal hatte der Bayern-Profi beim Confed Cup 2017 die Kapitänsbinde schon während eines Länderspiels übernommen. Jetzt trug Kimmich sie von Beginn an. „Das ist ein überragendes Gefühl. Es war ein besonderer Moment in meiner Karriere“, bemerkte Kimmich stolz. Mit 45 Länderspielen war der gebürtige Rottweiler gegen Argentinien der nach Einsätzen erfahrenste Akteur im nach vielen Verletzungsausfällen neu zusammengestellten Löw-Team. Doch für den Bundestrainer waren andere Kriterien ausschlaggebend, Kimmich als Kapitän auf den Dortmunder Rasen zu schicken. „Ich schaue nicht darauf, wer die meisten Länderspiele hat, der kriegt die Binde – das war früher mal“, sagte Löw.

          „Er ist ein Vorbild an Einsatz. Und er hat mittlerweile auch eine gewisse Erfahrung. Und er kann auch verbal eine Mannschaft auf dem Platz führen. Er ist in der Organisation sehr klug und gibt Anweisungen. Er ist immer omnipräsent auf dem Platz“, lobte der DFB-Chefcoach seinen Antreiber, dessen Auftritt gegen Argentinien mitunter so wirkte, als sei Kimmich durch die Kapitänsbinde sogar ein Stück zu motiviert. „Das Wichtigste wäre ein Sieg gewesen, das haben wir leider nicht geschafft“, kommentierte Kimmich am Ende: „Dann wäre es perfekt gewesen.“

          Für Kimmich ist Bayern München derweil ohne den über seine Reservistenrolle unzufriedenen Thomas Müller kaum vorstellbar. „Schwierig, das ist schon eine große Identifikationsfigur – so, wie es Schweini (Bastian Schweinsteiger, d.Red.) war oder auch der Philipp (Lahm). Natürlich ist das eine prägende Figur des Vereins“, sagte Kimmich. Müller hegt angesichts seiner Rolle als „Bankangestellter“ beim deutschen Fußball-Rekordmeister Abwanderungsgedanken. „Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig“, sagte der 30-Jährige dem „Kicker“.

          Kimmich hat dafür Verständnis. „Dass der Thomas unzufrieden ist mit der Situation, ist klar. Das stellt er sich so sicher nicht vor. Er hat den Anspruch, spielen zu wollen“, sagte der 24-Jährige. Wenn Müller wie am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim (1:2) eingewechselt wurde, habe er den Bayern „immer sehr geholfen“, betonte Kimmich: „Er macht das immer sehr, sehr gut. Er ist schon ein gewisser Freigeist. Als Gegner ist das schwierig zu kontrollieren, weil man nie weiß, was passiert.“

          Trainer Niko Kovac hatte jedoch vor dem Hoffenheim-Spiel bei Sky betont, Müller komme lediglich zum Einsatz, „wenn Not am Mann ist“. Zwar hat es inzwischen ein klärendes Gespräch gegeben, Müller aber sagte danach, er sei „absolut nicht“ zufrieden mit der Lage: „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich dem Team mit meinen Fähigkeiten auf dem Platz weiterhelfen kann.“

          Bundestrainer Löw kann unterdessen für das EM-Qualifikationsspiel gegen Estland wieder mit dem im Testspiel gegen Argentinien nicht eingesetzten Fußball-Nationalspieler Marco Reus planen. „Er wird am Sonntag einsatzfähig sein“, berichtete der Bundestrainer nach dem 2:2 gegen die Südamerikaner am Mittwochabend in Dortmund. Nach Kniebeschwerden habe er den Angreifer von Borussia Dortmund sicherheitshalber geschont.

          Löw hofft zudem, dass der angeschlagene Ilkay Gündogan in der EM-Qualifikation eingesetzt werden kann. Der Mittelfeldspieler von Manchester City soll am Donnerstag einen „kleinen Härtetest“ absolvieren, wie Löw ankündigte. „Bei ihm ist noch ein Fragezeichen. Da will ich keinen Druck aufbauen. Muskuläre Verletzungen sind diffizil“, sagte Löw. Gündogan werde in Tallinn ebenso wie Reus auflaufen, „wenn er fit ist“, erklärte Löw.

          Der am Mittwoch zum DFB-Team gestoßene Leipziger Angreifer Timo Werner soll am Freitag ins Mannschaftstraining einsteigen. „Ihm geht es besser“, sagte der Bundestrainer. Abgewartet werden müsse dagegen, wie schnell sich der gegen Argentinien kurzfristig ausgefallene Berliner Niklas Stark von einem Magen-Darm-Infekt erhole. Nur bei einer raschen Gesundung soll der Abwehrspieler mit nach Estland reisen.

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