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Fußball-Nationalmannschaft : Jetzt beendet Löw die Zeit der Experimente

„Ich möchte jedem einzelnen Spieler ein großes Lob aussprechen“: Bundestrainer Joachim Löw Bild: Reuters

Die Zeit läuft für die DFB-Elf. Bis zur EM dauert es gar nicht mehr so lange. Nach dem 1:0 im Testspiel gegen Tschechien geht es für den Bundestrainer nun vor allem um Personalien. Fünf Spieler sammeln Pluspunkte.

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          Der Baukasten für Fußballphrasen ist gut gefüllt. Auch der Bundestrainer bediente sich am Mittwoch dort, als es um die Bewertung des Testspiels seiner deutschen Nationalmannschaft ging. Die hatte ohne etliche Stammspieler die Auswahl der Tschechischen Republik in Leipzig durch ein Tor von Luca Waldschmidt in der 13. Minute 1:0 besiegt. Der Gewinn an Erkenntnis war begrenzt, das wusste auch Joachim Löw. Daher griff er beherzt zu bei den bekannten Redewendungen, als er seine Analyse des Abends vortrug: „Wir werden in dieser Konstellation wohl nie wieder zusammenspielen.“

          Fußball-Länderspiele
          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Da hatte der Bundestrainer unzweifelhaft recht. Schon an diesem Donnerstag wird sich das Gesicht des Kaders stark verändern. Dann treffen acht etablierte Kräfte im Mannschaftshotel ein, denen Löw mit Blick auf den eng getakteten Corona-Spielplan dieser Tage beim Testspiel eine Pause gönnte. Die Bayern Manuel Neuer, Serge Gnabry, Leon Goretzka und Leroy Sané sowie Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach, Toni Kroos (Real Madrid) und Timo Werner (FC Chelsea) sind von Beginn an von Löw nur für die Spiele gegen die Ukraine an diesem Samstag sowie am Dienstag in Spanien (jeweils 20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und im ZDF) vorgesehen gewesen.

          Spontan anschließen wird sich der Reisegruppe aus München Niklas Süle. Der Abwehrspieler verbrachte die Zeit seit vergangener Woche in Quarantäne nach einem positiven Corona-Befund. Die nachfolgenden Testungen indes waren alle negativ, sodass er seine Isolation nach Absprache mit dem Gesundheitsamt vorzeitig beenden durfte und auch beim FC Bayern wieder ins Training einstieg am Dienstag. „Niklas hatte überhaupt keine Symptome. Ich habe entschieden, dass er dazukommt“, erklärte der Bundestrainer, der allerdings am Donnerstag noch weitere Personalentscheidungen fällen muss.

          Nachdem Ersatztorwart Oliver Baumann schon vor der Partie abgereist war, weil bei seinem Klub, der TSG Hoffenheim, Corona-Fälle bekanntgeworden waren, musste Gladbachs Jonas Hofmann früh das Spielfeld von Leipzig verlassen. Er erlitt eine Muskelverletzung im Oberschenkel; eine genaue Diagnose steht aus. Der Offensivspieler wird die abschließenden Länderspiele im Jahr 2020 aber definitiv verpassen. Bei den angeschlagenen Verteidiger Benjamin Henrichs (Patellasehne) und Robin Gosens (Wade), die gegen Tschechien nicht spielten, steht die Entscheidung noch aus, ob sie fit genug für die Ukraine und Spanien sind. Löw plant nun mit einem Kader von 20 Feldspielern und drei Torhütern.

          Nations League

          Bevor es in der Nations League um den Gruppensieg und damit den Einzug ins Halbfinale geht, wirft Löw sicherlich einen Blick nach Budapest. Dort entscheidet sich an diesem Donnerstag (20.45 Uhr bei DAZN), wer neben Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal im kommenden Juni dritter deutscher Vorrundengegner bei der um ein Jahr verschobenen Europameisterschaft wird. Ungarn und Island stehen sich im Playoff-Finale gegenüber. Als letzter Termin des Jahres wartet auf Löw am 7. Dezember dazu noch die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2022 in Qatar.

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