https://www.faz.net/-gtl-9xqu6

Italienischer Fußball : Vereine diskutieren rasche Wiederaufnahme von Training

  • Aktualisiert am

Zwiespalt in der Serie A: Sollen Fußball-Klubs wieder trainieren? Bild: EPA

Trotz der Coronakrise wollen einige Vereine der Serie A offenbar schon in den nächsten Tagen mit dem Training beginnen. Andere italienische Klubs plädieren für eine längere Auszeit.

          2 Min.

          Trotz weiterhin steigenden Infektionszahlen in Italien infolge der Coronavirus-Pandemie wollen einige italienische Fußballklubs so rasch wie möglich wieder das Training aufnehmen. Die Erstligaklubs sind jedoch gespalten. Während Lazio Rom und SSC Neapel schon in den nächsten Tagen mit dem Training beginnen wollen, plädieren andere Klubs für eine längere Auszeit. Sie wollen abwarten, dass die dramatischen Infektionszahlen sinken.

          Lazios Klubpräsident Claudio Lotito will um jeden Preis einen Formverlust der Mannschaft verhindern, die auf Platz zwei der Serie-A-Tabelle steht und will am Donnerstag in kleineren Gruppen aus maximal drei Spielern das Training aufnehmen lassen. Das berichtete die Gazzetta dello Sport. Auch die Trainingszeiten sollen für die Spieler unterschiedlich sein. Die Kabinen sollen speziell desinfiziert werden, die Körpertemperatur der Spieler soll täglich kontrolliert werden.

          Laut Lotito genügen diese Vorsichtsmaßnahmen zur Wiederaufnahme des Trainings. Damit steht er jedoch kontrovers zum Sportärzte-Verband und der Fußballgewerkschaften. Diese vertreten nach wie vor die Auffassung, dass die Spieler weiterhin zu Hause bleiben sollten.

          Napoli-Chef Aurelio De Laurentiis will das Mannschaftstraining bereits am Mittwoch aufnehmen lassen. Dagegen wehrt sich jedoch der Bürgermeister der Ortschaft Castel Voltuno bei Neapel, Luigi Umberto Petrella, in dem sich das Neapel-Trainingsquartier befindet. Der Bürgermeister fordert noch restriktivere Vorsichtsmaßnahmen zur Eingrenzung der Seuche. „In dieser Phase muss der Sport einen Schritt zurück machen, denn die öffentliche Gesundheit hat Priorität“, sagte der Politiker.

          Andere Erstligaklubs wie Juventus Turin, Sampdoria Genua, AC Mailand und AC Florenz, die mehrere positiv getestete Spieler zählen, wollen mindestens bis zum 3. April pausieren. Der Fußballverband FIGC hat den Klubs bisher noch keine Direktiven gegeben. Der Verband sammelt zurzeit die Forderungen der Klubs an die Regierung für stützende Maßnahmen zugunsten der wegen der Coronakrise schwer belasteten Vereine.

          Mancini glaubt an Wiederaufnahme im Mai

          Italiens Fußball-Nationaltrainer Roberto Mancini glaubt unterdessen, dass die derzeit unterbrochene Meisterschaft schon im Mai fortgesetzt werden könnte. „Nach all dem, was geschehen ist, werden die Spieler noch mehr Enthusiasmus haben“, sagte der frühere Nationalspieler in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport. Rekordmeister Juventus Turin sei „weiterhin der Favorit, doch der Kampf ist offen. Wenn die Meisterschaft wieder aufgenommen wird, bedeutet es, dass wir wieder zu einem normalen Leben gefunden haben“, betonte Mancini.

          Auf die Verschiebung der Europameisterschaft um ein Jahr auf 2021 reagiert der Fußballlehrer gelassen. „Ich rechne im kommenden Jahr mit einer EM auf höchstem Niveau und von größter Qualität. Deutschland, die Niederlanden und Spanien werden bis nächstes Jahr ihren Kader erneuert haben. Wir werden versuchen, dieses großartige Turnier zu gewinnen“, sagte Mancini.

          Weitere Themen

          Mercedes ist kaum zu schlagen

          Formel-1-Training : Mercedes ist kaum zu schlagen

          Abgesehen davon, dass der Silberpfeil jetzt schwarz ist und auf den Tribünen keine Zuschauer jubeln, scheint in der Formel 1 auch nach der Corona-Pause alles wie gehabt zu sein: Hamilton dominiert.

          Topmeldungen

          In seinen seltenen Interviews gab sich der ehemalige Wirecard-Chef analytisch und sachorientiert.

          Wirecard-Skandal : Der Unsichtbarmacher

          Markus Braun war Mr. Wirecard und der reichste Dax-Chef. Nun ist er in einen beispiellosen Bilanzskandal verstrickt. Irgendwo zwischen der Utopie unsichtbaren Geldes und der Wirklichkeit unregelmäßiger Zahlen hat er sich verzettelt.

          Corona-Medikament für Europäer : Eine Zwangslizenz für Remdesivir?

          Die EU hat das erste Medikament gegen Covid-19 zugelassen – doch vorerst liefert der Hersteller Gilead nur nach Amerika. In Brüssel wird Druck aufgebaut: Notfalls könne man Remdesivir auch gegen den Willen von Gilead für Europa herstellen lassen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.