https://www.faz.net/-gtl-9scpx

Fußball in Italien : Videoassistent soll rassistische Fans identifizieren

  • Aktualisiert am

Der italienische Schiedsrichter Livio Marinelli bei einem Onfield-Review im italienischen Erstliga-Spiel zwischen Parma und Sassuolo Bild: EPA

Immer wieder sieht sich der italienische Fußball mit rassistischen Ausfällen seiner Fans konfrontiert. Nun will der Verband Diskriminierung auf den Rängen entgegenwirken – mit dem Videoassistenten.

          1 Min.

          Angesichts anhaltender Diskriminierungen in Stadien will der italienische Fußballverband nun mit Hilfe des Videobeweises gegen das rassistische Verhalten von Fans vorgehen. Mit dem VAR sollen in Zukunft nicht nur Schiedsrichterentscheidungen überprüft werden, sondern auch auffällig gewordene Zuschauer identifiziert werden. „Es ist ein weit verbreitetes Phänomen. Das muss aufhören, und dafür werden wir den Videobeweis nutzen“, sagte Verbandspräsident Gabriele Gravina dem italienischen Fernsehsender Sky Sport. Es sei ihm egal, „wie viele Fans sich den Gesängen anschließen. Auch im Einzelfall muss man eingreifen.“

          In den vergangenen Monaten waren in Italien mehrere Spiele wegen rassistischer Vorfälle unterbrochen worden. Die Erstliga-Partie zwischen Atalanta Bergamo und dem AC Florenz war während der ersten Halbzeit kurzzeitig gestoppt worden. Florenz-Profi Dalbert Henrique aus Brasilien sah sich von Atalanta-Fans rassistisch beschimpft.

          Auch der belgische Nationalspieler Romelu Lukaku von Inter Mailand war zuletzt Ziel von Attacken wie Affenlauten geworden. Danach hatte der Stürmer, dessen Eltern aus der Demokratischen Republik Kongo stammen, die Liga zu einem härteren Kampf gegen Rassismus aufgefordert. Nach der Partie sorgten aber ausgerechnet Inter-Fans für Empörung, weil sie in einem offenen Brief behaupteten, dies sei gar kein Rassismus. Zudem blieben Sanktionen gegen den gastgebenden Club Cagliari Calcio aus. Laut Sportgericht wurden die Chöre und Pfiffe gegen Lukaku weder vom Dienstpersonal noch von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft als diskriminierend wahrgenommen.

          Aber nicht nur Italien hat ein latentes Rassismusproblem bei Fußball-Fans. Am Montag war das EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England zweimal unterbrochen worden, weil bulgarische Fans englische Spieler rassistisch beleidigten und den Hitlergruß zeigten. Nach der Partie wurden sechs bulgarische Fans festgenommen.

          Weitere Themen

          KSC spielt auch gegen Aue Remis

          2. Bundesliga : KSC spielt auch gegen Aue Remis

          Chancenwucher und eine „sehr schlechte erste Halbzeit“: Der Karlsruher SC kommt auch gegen Aue nicht über einen Punkt hinaus. Auf Seiten der Gäste trifft Jan Hochscheidt – und fliegt dann mit Rot vom Feld.

          Münchner Skateboarder will zu Olympia Video-Seite öffnen

          Für den Libanon : Münchner Skateboarder will zu Olympia

          Ali Khachab ist Münchner, doch bei den Sommerspielen 2020 in Tokio will er für den Libanon an den Start gehen, die Heimat seiner Vorfahren. Der 28-Jährige ist Skateboarder, und davon gibt es im Libanon nur sehr wenige.

          Zverev gelingt erster Sieg gegen Nadal

          ATP-Finals : Zverev gelingt erster Sieg gegen Nadal

          Zum Auftakt des Hallenturniers in London zeigt der Hamburger gegen die Nummer eins der Weltrangliste einen starken Auftritt. Nun geht es für Zverev gegen einen „nicht ernst zu nehmenden Griechen“.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.