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Riesenfreude in Italien : „Ihr haltet uns nicht mehr auf“

Hat sich auf Madeira fit gehalten: Juventus-Star Cristiano Ronaldo (vorne) Bild: AP

„Dem Land ein Lächeln schenken“: Auch in Italien rollt wieder der Ball. Die Vorfreude und Erwartungen sind groß, doch der Saisonabbruch bleibt weiterhin ein realistisches Szenario.

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          Giorgio Chiellini, Abwehrchef und Kapitän von Juventus Turin und der Squadra Azzurra, zeigte sich im Gespräch mit dem „Corriere dello Sport“ vom Mittwoch zuversichtlich: „Ihr haltet uns nicht mehr auf.“ Zumindest was den Auftakt betrifft, wird der inzwischen 35 Jahre alte Innenverteidiger recht behalten: Nach drei Monaten Unterbrechung nimmt der italienische Profifußball mit den Halbfinalrückspielen der Coppa Italia an diesem Freitag (21.00 Uhr bei DAZN) und am Samstag den Spielbetrieb wieder auf.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Den Anfang machen in Turin Rekordmeister Juventus und der AC Mailand (Hinspiel: 1:1), tags darauf folgen der SSC Neapel und Inter Mailand (Hinspiel: 1:0). Im Falle eines (aggregierten) Gleichstands zum Ende der 90 Minuten wird es keine Verlängerung geben sondern sofort ein Elfmeterschießen. Das Finale wird am 17. Juni im Olympiastadion in Rom ausgetragen. Die für den 4. und 5. März angesetzten Rückspiele waren wegen der Pandemie verschoben worden. Am 9. März wurde der Spielbetrieb in der Meisterschaft der Serie A sowie der zweiten und der dritte Profiliga eingestellt.

          „Wir können es kaum erwarten“

          „Wir sind fast da...Wir können es kaum erwarten“, schrieb Inter-Mittelfeldspieler Antonio Candreva in den sozialen Netzwerken. „Der grüne Rasen, die Mitspieler, die Emotionen, die uns nur dieser Sport schenkt. Wir hoffen, dass wir den Fans und dem ganzen Land nach diesen Monaten des Leidens und der Schwierigkeiten Unbekümmertheit und ein Lächeln schenken können.“

          Sollte es bei und nach den drei Pokalbegegnungen keine unvorhergesehenen Ereignisse – zumal keine Ansteckungen mit dem Coronavirus – geben, dann wird vom 20. Juni an auch die Serie A fortgesetzt. Zwölf komplette Spieltage sowie einige Nachholspiele stehen noch aus. Die einmalige Sonderregelung mit dem sofortigen Elfmeterschießen im Pokal wurde mit Blick auf die lange Wettkampfpause und die späte Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Meisterschaft getroffen: Die Spieler sollen vor körperlicher Überanstrengung geschützt werden. Deren Terminkalender ist ohnedies sehr voll, denn bis spätestens Ende August muss die Meisterschaft abgeschlossen sein. In den heißen Sommermonaten soll abends und auch spät abends gespielt werden.

          Alle Spiele finden bis auf weiteres ohne Zuschauer statt. Regierung und Fußballverband haben sich nach zähen Verhandlungen auf ein fast 40 Seiten langes Sicherheits- und Hygieneprotokoll geeinigt. Darin wird alles Mögliche und auch Unmögliche genauestens reguliert: von der Desinfizierung der Mannschaftsbusse über das Verhalten der Spieler in den Umkleidekabinen und unter der Dusche bis zur vorgeschriebenen Länge der Mikrofonstangen bei Interviews.

          Sollte in einem Verein auch nur ein Spieler oder Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet werden, muss der gesamte Kader für zwei Wochen in Quarantäne. Damit ist eine neuerliche Unterbrechung und ein Abbruch der Saison eine durchaus realistische Möglichkeit. In diesem Fall sollen Meister und Absteiger in Play-off-Spielen ermittelt werden. Sollte aber selbst für solche Miniturniere keine Zeit mehr sein, würden mit einem auf dem Punktedurchschnitt basierenden Algorithmus die Teilnehmer an den Uefa-Wettbewerben ermittelt. Ein Meister, wenn dieser noch nicht feststeht, würde dann nicht gekürt. Und es müsste kein Verein in die Serie B absteigen.

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