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IOC : Ermittlungen gegen Havelange, Diack und Hayatou

Auch gegen den 95 Jahre alten Joao Havelange ermittelt das IOC Bild: dpa

Während die Fifa zögerlich mit den Beschuldigungen umgeht, ist das IOC sofort tätig geworden. Schon seit einem halben Jahr ermittelt die Ethikkommission gegen drei ranghohe Mitglieder. Hintergrund ist der Skandal um die Rechtevermittlungs-Firma ISL.

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          Schon seit einem halben Jahr ermittelt die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen drei ranghohe Mitglieder: den 95 Jahre alten Doyen Joao Havelange aus Brasilien, der von 1974 bis 1998 Präsident des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) war und seitdem deren Ehrenpräsident ist; gegen den Senegalesen Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF); und gegen den Kameruner Issa Hayatou, Vizepräsident der Fifa. Leiter des Verfahrens ist der französische Verfassungsrichter Guy Canivet.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Die drei Sportfunktionäre waren Ende des Jahres 2010 in einem Fernsehbeitrag für die BBC-Sendung „Panorama“ der Bestechlichkeit beschuldigt worden. Hintergrund ist der Skandal um die Rechtevermittlungs-Firma ISL, die 2001 in Konkurs gegangen war.

          Während die Fifa zögerlich mit den Beschuldigungen umgeht, die noch weitere ihrer prominenten Mitglieder betreffen, und noch kein Verfahren eingeleitet hat, ist das IOC sofort tätig geworden. Gegenstand seiner Ermittlungen sind nur solche beschuldigte Funktionäre, die gleichzeitig IOC-Mitglieder sind. „Die Kommission hat unterstützende Dokumente von der BBC erhalten“, sagt IOC-Sprecher Mark Adams, „und ist jetzt dabei, die Authentizität des Materials zu prüfen, die es bisher gesammelt hat.“ Die BBC bezog sich in ihrem Bericht unter anderem auf Zahlungsbelege, die ihr angeblich vorliegen.

          Über die weitere Vorgehensweise der Ethikkommission will sich das IOC nicht äußern, da es sich um eine unabhängige Institution handele. „Generell schauen sie sich jeden verfügbaren Beweis eines Fehlverhaltens an.“ Dazu könnten auch Akten von dem Prozess vor dem Strafgericht des Kantons Zug gehören, der auf die ISL-Pleite folgte. Das Gericht stellte fest, dass zwischen 1989 und 2001 für den Erwerb von Marketing- und Fernsehrechten Kommissionen von rund 140 Millionen Schweizer Franken geflossen seien, die die Funktion von Schmiergeldern hatten. Allerdings hat die Fifa bisher erfolgreich verhindert, dass Namen der Geldempfänger publik wurden.

          „Der Prozess ist eröffnet“, wird IOC-Präsident Jacques Rogge von brasilianischen Medien zitiert. „Ich kann das bestätigen.“ Für die zweite Jahreshälfte würden erste Ergebnisse der Untersuchungen erwartet. Nach dem üblichen IOC-Verfahren spricht die Ethik-kommission eine Empfehlung aus, die sie an die Exekutive weitergibt. Havelange verweigerte jeden Kommentar zu den Vorgängen. „Das ist eine Welle von absurden Vorwürfen“, sagte seine Anwältin der Zeitung „O Estado de S. Paulo.“

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