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Investitionen im Fußball : Aber nicht mit Steuerzahlergeld!

Noch ist die DFB-Akademie nicht gebaut: DFB-Direktor Oliver Bierhoff (rechts) und Architekt Gerhard Wittfeld Bild: dpa

Was passiert, wenn das Geld im Sport in Beine statt in Steine fließt, zeigte sich in Italien. Dem deutschen Fußball kommt daher recht, dass die EM 2024 zur Modernisierung vieler Stadien führt. Das ist gut – unter einer Bedingung.

          Die Sportindustrie nimmt als Teil der Unterhaltungsbranche stetig an Bedeutung zu. Und wer als Verein, Verband oder Liga den Konsumenten erfolgreich binden will, muss gerade eine moderne Infrastruktur anbieten können. So werden auch in Deutschland richtigerweise seit Jahren reichlich Mittel in Stadien und Sportarenen angelegt. Der Deutsche Fußball-Bund will im Jahr 2021 seine neue Akademie in Frankfurt eröffnen und damit Forschung und Entwicklung fördern. Es soll das modernste Fußballzentrum der Welt werden und Erfolg auf dem Platz garantieren.

          Deshalb gilt der Grundsatz umso mehr, dass nicht nur in Beine, sondern gleichfalls in Steine stetig investiert werden muss. Was passiert, wenn das Geld vor allem in den Spielerwanderzirkus fließt, zeigte sich im italienischen Fußball. Nach der Verwahrlosung der Stadien folgten leere Ränge und der sportliche Abstieg. Dem deutschen Fußball kommt daher recht, dass die Europameisterschaft im eigenen Lande im Jahr 2024 zur Modernisierung vieler Stadien führt, die einst zum WM-Turnier 2006 erbaut wurden.

          Etwa 300 Millionen sollen dafür eingesetzt werden, dass der Komfort in und um die Arenen auf den neuesten Stand gebracht wird – gut, aber bitte nicht mit Steuerzahlergeld. Welche städtebauliche Anziehungskraft darüber hinaus von großen Arenen ausgehen könnte, will eine aktuelle Studie aus England (University Campus of Football Business) herausgefunden haben. Es heißt, zukünftige Smart Cities in Europa würden vor allem um technologisch fortschrittliche Großstadien gebaut werden – mit intelligenter Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Geschäften. Bereits heute würden Sportarenen Städte beleben und für Beschäftigung sorgen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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