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Interview : „Die Liga darf nicht zum Experimentierfeld werden“

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„Wir liegen vorn, sind aber nicht unantastbar” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß zeigt sich wieder von seiner bissigen Seite: Im Interview mit der F.A.Z. spricht er über seine Kämpfe mit der DFL, den Streit um die Fernsehrechte und Bundestrainer Klinsmann.

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          Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß zeigt sich wieder von seiner bissigen Seite: Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht er vor den Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga über seine Kämpfe mit der DFL, den Streit um die Fernsehrechte und Bundestrainer Klinsmann. Außerdem äußert sich der 54jährige zu Fifa, Uefa und den Testern der Stiftung Warentest.

          Nach all dem Wintertheater über den vermeintlich verlorengegangenen Wettbewerbscharakter in der Fußball-Bundesliga dürfte Borussia Mönchengladbach an diesem Freitag abend eigentlich gar nicht mehr gegen den FC Bayern München antreten. Sehen Sie zum Auftakt der Rückrunde ähnlich zementierte Verhältnisse im deutschen Profifußball wie Ihr Frankfurter Kollege Heribert Bruchhagen?

          Unser Pokalspiel am Dienstag gegen Mainz 05 hat deutlich gezeigt, daß Mannschaften, die sich trauen, auch gegen den FC Bayern ihre Chance bekommen. So wird es auch in der Bundesliga sein. Wir liegen vorn, sind aber nicht unantastbar.

          Dennoch gibt es Streit rund um die bevorstehende Verteilung der Mehrerlöse aus den neuen Fernsehverträgen, der mitunter wie ein Fußball-Klassenkampf anmutet.

          Es gibt eine Reihe von Klubs in der Liga, die vor Jahren mit ihren großen Stadien vergleichbare Möglichkeiten hatten wie wir. Wir haben nur mehr daraus gemacht. Und deswegen empfinde ich es als ungerecht, daß uns vorgeworfen wird, wir hätten zu viel Geld. Wir streiten bei der Suche nach dem neuen Verteilerschlüssel ja auch nicht für Bayern München, sondern für eine angemessene Bezahlung des deutschen Meisters, Vizemeisters und des Dritten der Tabelle. Wenn wir am Ende einen der besten Plätze belegen, profitierten wir davon, wenn nicht, dann nicht.

          Gäben Sie sich mit einer von der Mehrheit im Ligaverbandsvorstand anscheinend bevorzugten Regelung zufrieden, nach der dem deutschen Meister in Zukunft rund 25 Millionen statt bisher etwa 16 Millionen Euro zuflössen?

          Nach dem jetzigen Stand nicht. Die Gespräche werden ja kommende Woche fortgesetzt. Uns schwebt eher ein Modell vor, bei dem der deutsche Meister auf etwa 30 Millionen Euro kommen könnte. Wir behalten uns im Augenblick dazu vor, bei einer Lösung, die unseren Vorstellungen erheblich zuwiderliefe, zum Bundeskartellamt zu gehen, um so die Möglichkeit einer dezentralen Vermarktung der Fernsehrechte prüfen zu lassen. Vielleicht sollte die Liga bereit sein, uns und den drei, vier anderen Vereinen, die dafür in Frage kommen, die Auslandsvermarktung ihrer Spiele zu überlassen. Darin steckt für den FC Bayern ein Potential von fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr. Ich bin, um das klarzustellen, kein Gegner der zentralen Vermarktung. Auch, weil damit die Gelder im Prinzip vernünftig aufgeteilt werden können. Dazu gehört aber auch auf seiten des Ligavorstandes, in dem wir durch Karl-Heinz Rummenigge eine Stimme haben, ein großes Maß an Toleranz und Verständnis für die unterschiedlichen Belange der Klubs.

          Woraus leiten Sie denn Ihren Anspruch ab, bei der künftigen Ausschüttung der Fernsehmillionen entschieden besser abzuschneiden als bisher?

          Wir glauben zum Beispiel, daß wir sehr viel mehr als andere dazu beigetragen haben, daß aus den 300 Millionen Euro pro Jahr für die alten Fernsehverträge nunmehr 420 Millionen geworden sind. Bayern ist für die Fernsehanstalten nun einmal wegen der garantiert hohen Einschaltquote interessanter als andere Klubs.

          Müssen die Auseinandersetzungen unter Fußball-Fachleuten wie zum Beispiel Bruchhagen und Rummenigge so polemisch und persönlich geführt werden?

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