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Internationale Pressestimmen : „Özil ist der Inbegriff des Migranten, der nicht reinpasst“

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„Tagesanzeiger“: „Jetzt steht dieser Spieler für die bange Frage von Grünen-Politiker Özdemir, ob Deutschtürken künftig noch einen Platz im deutschen National-Team finden würden. Und er steht für sein dumpfes Gefühl, trotz aller sozialen Dienste, die er für das Land erbrachte, auf Ablehnung zu stoßen. Und auf Rassismus.“

Spanien

„El País“: „Die Vorwürfe des Fußballers zeigen, dass die Grundlage der ethnischen und kulturellen Integration, die das Bild des Siegers von 2014 zeigen sollte, nicht wirklich solide ist. Der Aufstieg der extremen Rechten, die sich in den 90 Sitzen zeigt, die die AfD bei den Bundestagswahlen 2017 gewann, scheinen die bittere Sicht des Fußballers zu stützen.“

Slowakei

„Dennik N“: „Ein in westlichen Werten erzogener Demokrat muss wissen, dass die Kritik an einem Diktator und seinen Methoden keine Kritik an einer Nation ist und dass das Ablehnen eines Diktators nichts damit zu tun hat, ob man sich zu seinen Wurzeln bekennt. Er muss auch wissen, dass die Kritik an der Unterstützung für so einen Diktator berechtigt ist, auch wenn diese Unterstützung aus Naivität geschehen sein mag.“

Tschechien

„Lidove noviny“: Mesut Özil hat nicht wegen seiner Ethnizität, seines Glaubens oder seiner Hautfarbe so viele Deutsche gegen sich aufgebracht, sondern wegen seiner Sympathien für den türkischen Staatschef Erdogan, der in Deutschland eine Art fünfte Kolonne formiert. Özils Weggang dürfte daher ziemlich viele Menschen erfreuen, auch wenn dies den Graben zwischen den eingeborenen Deutschen und dem 30-prozentigen Anteil an Jugendlichen mit „Migrationshintergrund“ vertieft.“

Ungarn

„azonnali.hu“: „Özil (...) hat sich nämlich selbst aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen, als er sich im Mai zusammen mit (dem türkischen Präsidenten) Erdogan fotografieren ließ. Nach all dem ist es erbärmlich und lächerlich, wenn er jetzt die deutsche Gesellschaft beschuldigt, bei der Integration versagt zu haben. (...) Für die ausgebliebene Integration ist allein er verantwortlich. (...) Es ist Özils Verantwortung, nicht die der deutschen Gesellschaft. Ja, vielmehr, es ist Özils Verbrechen. Gut, dass er abgetreten ist, damit gibt es ein schädliches Element weniger. Gute Reise zurück in die Türkei!“

Polen

„Przeglad Sportowy“: „Özil ist in Deutschland zum Gesicht der schlechtesten Weltmeisterschaft der Nationalelf in der Geschichte geworden. Und zum Symbol der Probleme mit der Integration der Nachkommen von Einwanderern.“

„Gazeta Wyborcza“: „Der Fall schockiert, weil er einen Schatten auf die ganze deutsche Nationalelf wirft. (...) Das (multiethnische) Team sollte der Beweis für die Offenheit gegenüber Einwanderern sein. Dieses Bild hat Özil durch die Rede von Rassismus in der Fußballwelt zerstört.  Und das geschieht in einem Moment, in dem die Begrenzung der Einwanderung zu einem der Hauptthemen deutscher Politik wird und der Streit darüber, ob Menschen aus Afrika und Nahost automatisch zurückgeschickt oder ins Land gelassen werden sollen, um ein Haar die deutsche Regierung zerstört hat.“

Russland

„Kommersant“: „Der Mittelfeldspieler Mesut Özil hat mitgeteilt, dass er nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft antritt. In einer anderen Situation hätte dieser Schritt keine große Aufmerksamkeit erregt, aber im Fall von Özil hat es einen Skandal ausgelöst.“

„Sport-Express“: „Skandal in der deutschen Nationalmannschaft - Özil hat der Hetze nicht standgehalten. (...) Aber vielleicht überlegt Özil es sich noch einmal nach einem Rücktritt der deutschen Fußballspitze?“

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